27. November 2017

Fassaden gegen Feinstaub

17-11-27_Jan_Peter_Hinrichs_buveg Ausbau und Fassade - Fassaden gegen Feinstaub
Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer BuVEG – Die Gebäudehülle. Foto: Julia Nimke

Nach einer aktuellen Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP gibt es schon heute wirksame Techniken, die Städte in Deutschland widerstandsfähig gegen Luftverschmutzung zu machen und damit ihre Bewohner zu schützen. Für bessere Luft könnten dies laut Studie insbesondere aktive Fassaden leisten. Weitere Maßnahmen betreffen Straßenbeläge sowie Moose und Gräser.

Eingesetzt werden diese Techniken aber noch zu selten. Das liegt auch an einer zu starren Gesetzgebung und einem zu geringen Wissen in deutschen Bauämtern um die Techniken. Die Folge ist, dass Bebauungspläne die vorhandenen Technologien kaum berücksichtigen.

Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des BuVEG: „Um die Potentiale der zur Verfügung stehenden Technologien nutzen zu können, brauchen wir drei Dinge: Bessere Stadtplanung, flexiblere Gesetze und bessere Förderung. Nur mit einem geplanten und flächendeckenden Einsatz der Technologien können Städte widerstandsfähig werden und lebenswert bleiben."

Entstanden ist die Fraunhofer Studie „Potentiale von Gebäudehüllen zur Reduzierung der Hitzeentwicklung und der Verbesserung der Luftqualität im urbanen Kontext“ im Auftrag des BuVEG - Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle. Sie wurde vergangenen Donnerstag in Berlin vorgestellt.

Technologien gegen Luftverschmutzung: Photokatalyse und Bepflanzung

Gegen verschmutze Luft könnten laut Studie insbesondere zwei Technologien helfen. Genannt werden Farben und Straßenbeläge, die gesundheitsschädliche Stickoxide durch Sonneneinstrahlung in Nitrate verwandeln. Solche aktiven Oberflächen nutzen Photokatalyse, um die Luft zu säubern. Unter Laborbedingungen wurden hier schon vielversprechende Ergebnisse erzielt. Die Übertragung auf die Stadt ist allerdings mit Hürden verbunden.

Wirkungsvoll sind auch Moose und Gräser, um die Luftbelastung zu reduzieren. In Modellierungen einer Studie aus dem Jahr 2012 konnten durch großflächig begrünte Wände in Straßenschluchten bis 15 Prozent der Stickoxide gefiltert werden. Bei geringen Windgeschwindigkeiten sind sogar Minderungen von bis zu 40 Prozent nachgewiesen.

Die wichtigsten Inhalte der Studie hier online.