26. Januar 2018

Wieder mehr Lehrlinge im Baugewerbe

Die Zahl neuer Ausbildungsverträge in der Bauwirtschaft ist im vergangenen Jahr kräftig gestiegen, im Vorjahresvergleich ergab sich ein Anstieg um 7,4 %. Dies ist die stärkste Zunahme seit 1994. Der Bau-Ausbildungsmarkt hat sich damit deutlich besser entwickelt als der Durchschnitt aller Branchen. Die positive Entwicklung spricht für die Attraktivität der Bauausbildung, die Wirksamkeit der Ausbildungsförderung.

Nach Zahlen von SOKA-BAU sind die neuen Ausbildungsverhältnisse in der Bauwirtschaft im vergangenen Jahr (Stand 31.12.2017) deutlich um 7,4 % auf 12.709 gestiegen. Im Vorjahr hatten die neuen Ausbildungsverhältnisse bereits um 2,0 % zugenommen. Bemerkenswert ist dabei der erneut stärkere Anstieg der Ausbildungsverhältnisse im Osten Deutschlands.

Darüber hinaus hat auch die Gesamtzahl aller Auszubildenden zugenommen, und zwar um 3,1 % auf rund 37.000. Damit hat sich der Ausbildungsmarkt in der Bauwirtschaft im vergangenen Jahr erneut besser entwickelt als in anderen Branchen. So sind nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit die ihr gemeldeten neuen Ausbildungsverhältnisse im Durchschnitt aller Branchen sogar um 0,6 % gesunken. 

Dies dürfte auch an der Attraktivität der Bauausbildungsberufe liegen. Denn diese werden im Branchenvergleich am besten entlohnt. Darüber hinaus haben Ausbildungsbewerber in der Bauwirtschaft eine große Auswahl an offenen Stellen. Während der gesamte Ausbildungsmarkt in Deutschland gerade einmal ausgeglichen ist und auf einen Bewerber rechnerisch eine Ausbildungsstelle kommt, liegt in den Bauberufen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit ein deutliches Überangebot an Ausbildungsstellen in Höhe von 30 % vor.

So weist Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe die aktuellen Lehrlingszahlen daraufhin, dass die Branche über die Berufsbildungsumlage rund 325 Mio. Euro solidarisch an die Ausbildungsbetriebe und die Ausbildungszentren für die überbetriebliche Ausbildung ausschütte. "Um diese gemeinsame Finanzierung großer Teile unserer Ausbildung beneiden uns andere Branchen. Rechnet man die Kosten der Ausbildungsbetriebe, die auch noch zu bewältigen sind, hinzu, so investieren die Betriebe rund 600 Mio. Euro in ihren Berufsnachwuchs."

Die SOKA-Bau geht davon aus, dass das große Angebot sei auch ein Erfolg der umlagefinanzierten Ausbildungsförderung von SOKA-BAU, die alle Baubetriebe an der Finanzierung der Ausbildung beteiligt und somit Ausbildungsbetriebe kostenmäßig entlastet. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Zahl der Ausbildungsbetriebe im vergangenen Jahr um rund ein Prozent gestiegen ist. Dies war der erste Anstieg seit dem Jahr 2012.

Die Zahlen zeigen auch, dass die Attraktivität der Branche wieder deutlich zugelegt hat. Dazu haben sicher auch die zahlreichen Nachwuchswerbeanstrengungen der Mitgliedsverbände und Innungen beigetragen. Hinzu komme, so Pakleppa, dass sich der Arbeitsalltag auf der Baustelle aufgrund der ständigen technischen Weiterentwicklung in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verändert hat. „Längst gehört der Einsatz komplexer Maschinen und digitaler Technik zum Alltag auf der Baustelle. Heute ist in der Baupraxis weniger Muskelkraft, sondern umfangreiches Fachwissen, das stets auf dem aktuellen Stand gehalten werden muss, gefragt.“

Quellen. SOKA-Bau, ZDB