21. Februar 2018

Fassaden für bessere Luft

Foto: Gabi Eder/pixelio.de

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Ende Februar 2018 will das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig darüber entscheiden, ob dutzende Städte Fahrverbote wegen zu schlechter Luft verhängen müssen. Nach einer Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP können bessere Luft insbesondere aktive Fassaden und Straßenbeläge sowie Moose und Gräser leisten.

Eingesetzt werden diese Techniken aber noch zu selten. Das liegt auch an einer zu starren Gesetzgebung und einem zu geringen Wissen in deutschen Bauämtern um die Techniken. Die Folge ist, dass Bebauungspläne die vorhandenen Technologien kaum berücksichtigen.

Entstanden ist die Ende vergangenen Jahres veröffentlichte Fraunhofer-Studie „Potentiale von Gebäudehüllen zur Reduzierung der Hitzeentwicklung und der Verbesserung der Luftqualität im urbanen Kontext“ im Auftrag des BuVEG - Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle.

Technologien gegen Luftverschmutzung: Photokatalyse und Bepflanzung

Gegen verschmutze Luft könnten laut Studie insbesondere zwei Technologien helfen. Genannt werden Farben und Straßenbeläge, die gesundheitsschädliche Stickoxide durch Sonneneinstrahlung in Nitrate verwandeln. Solche aktiven Oberflächen nutzen Photokatalyse, um die Luft zu säubern. Unter Laborbedingungen wurden hier schon vielversprechende Ergebnisse erzielt. Die Übertragung auf die Stadt ist allerdings mit Hürden verbunden.

Wirkungsvoll sind auch Moose und Gräser, um die Luftbelastung zu reduzieren. In Modellierungen einer Studie aus dem Jahr 2012 konnten durch großflächig begrünte Wände in Straßenschluchten bis 15 Prozent der Stickoxide gefiltert werden. Bei geringen Windgeschwindigkeiten sind sogar Minderungen von bis zu 40 Prozent nachgewiesen.