27. Februar 2018

Edelputz- und Bauchemie-Tagung: Aktuelles aus Forschung und Entwicklung

18-02-26_Dyckerhoff Ausbau und Fassade - Edelputz- und Bauchemie-Tagung: Aktuelles aus Forschung und Entwicklung
Gastgeber, Moderatoren und Referenten der Dyckerhoff Edelputz- und Bauchemie-Tagung 2018 (von links): Martin Möllmann, Prof. Dr. Horst Michael Ludwig, Michael Groschopf, Marlen Klische, Fulvio Canonico, Prof. Dr. Leo Gros, Armin Egersdörfer, Prof. Dr. Detlef Bahnemann, Dr. Hans-Joachim Riechers und Stefan Heeß. Foto: Dyckerhoff GmbH

Informationen über aktuelle Themen und Trends aus dem Markt, dies ist das Ziel der regelmäßig stattfindenden „Edelputz- und Bauchemietagungen“ der Dyckerhoff GmbH. Die Putz- und Mörtelhersteller bilden für Dyckerhoff Weiss eine große und wichtige Kundengruppe.

Das Spektrum der Fachvorträge reichte von der Vorstellung innovativer Weiterentwicklungen bei Zusatzmitteln und Zusatzstoffen zur Optimierung von Putzen und Mörteln über einen Blick auf aktuelle Forschungsergebnisse aus der Zement und Mörtelindustrie bis hin zu den zu den Erfahrungen mit CO2 reduzierten Bindemitteln.

Martin Möllmann, Leiter Weisszementvertrieb der Dyckerhoff GmbH, konnte die Teilnehmer im Mönchsrefektorium des Klosters Eberbach begrüßen. Die ehemalige Zisterzienserabtei bildete den Rahmen für die „Edelputz-und Bauchemie-Tagung 2018“, zu der Dyckerhoff im Februar dieses Jahres in den Rheingau eingeladen hatte.

Chancen für die Zukunft: Produktinnovationen mit hohem Kundennutzen

Den Beginn beim Blick auf innovative Produktentwicklungen machte Armin Egersdörfer von der Poraver Service GmbH & Co. KG aus Schlüsselfeld. Blähglas wird bei Baustoffen zur Verbesserung der Verarbeitbarkeit, Gewichtsreduktion und Erhöhung der Ergiebigkeit eingesetzt. Seine Ausführungen reichten von der Entwicklung von Poraver-Blähglas und den Einfluss von Blähglas auf den E-Modul von Baustoffen bis hin den Trends bei Leichtbetonen und den Möglichkeiten von gebundenem Leichtausgleich in der Renovierung. Zum Abschluss stellte er als neues Produkt die Poraspheres Mikrohohlglaskugeln vor, die eine maximale Festigkeit bei sehr niedriger Dichte erreichen und sich daher für die Bereiche eignen, in denen besonders hohe Anforderungen an die Leistungsfähigkeit des Produkts gestellt werden.

Um Innovationen ging es auch bei dem „Tandemvortrag“ von Fulvio Canonico und Marlen Klische vom Wilhelm Dyckerhoff Institut in Wiesbaden. In ihren Berichten aus Forschung und Entwicklung beschäftigten sie sich mit innovativen Bindemitteln für ökologische Baustoffe sowie der Optimierung von Mörtelsystemen durch CSA-Zemente. Im Fokus stand dabei mit dem CSA-Zement „Buzzi Unicem Next“ ein hydraulisches Bindemittel auf Basis von Calciumsulfoaluminat-Zement mit CE-Kennzeichnung und niedriger CO2-Emission. Buzzi Unicem Next ist damit eine leistungsfähige Schnellzement-Alternative zum Tonerdeschnellzement, um Putze zu beschleunigen sowie schnellhärtende Mörtel und schwindarme Fließestriche zu entwickeln. Buzzi Unicem Next hat zudem eine höhere Lagerstabilität als Tonerdeschmelzzement und ermöglicht die Produktion von sulfatbeständigen Mörteln.

Immer wichtiger: Qualitäts- und Umweltaspekte

Ergänzend dazu informierte Michael Groschopf, Leiter der Qualitätssicherung Weisszement bei Dyckerhoff, über die „Produktions- und Qualitätssicherung von Dyckerhoff Weiss und Spezialbindemitteln“. Ausführlich beschrieb er dabei das bei Dyckerhoff praktizierte prozessorientierte Qualitätssicherungssystem. Dann ging er auf die Anforderungen an die Rohmaterialien ein und erläuterte die Qualitätssteuerung bei der Weissklinker-Herstellung mittels vollautomatischer Regelung und Steuerung der Prozesse. Abgerundet wurde sein Vortrag mit einem Blick auf die Qualitätssicherung bei dem Dyckerhoff Spezialbindemittel Mikrodur, dessen mit Hilfe zahlreicher Hilfsstoffe generierte „Feinheit“ eine ganze spezielle Qualitätssicherung erfordert.

Neben der Qualitätssicherung ist es vor allem der Umwelt- und Gesundheitsschutz, dem heute mehr denn je die Aufmerksamkeit gilt.  Mit seinen Ausführungen zu den „Möglichkeiten und Grenzen photokatalytischer Luft- und Selbstreinigung“ lenkte Prof. Dr. Detlef Bahnemann von der Wilhelm-Leibniz-Universität in Hannover dabei den Blick auf ein Thema, das gerade bei Dyckerhoff schon seit vielen Jahren im Fokus steht.  Der Referent ging dabei sowohl auf die Nanotechnologie wie auch die Wirkungsweise der TiO2 Photokatalyse in Form photokatalytischer Selbstreinigung und photokatalytischer Luftreinigung ein, stellte Praxisbeipiele aus den Baustoffbereich vor. Zum Abschluss stellte er die Frage nach der Langlebigkeit der NO-Abbau-Aktivität nach und beschrieb die photokatalytisch induzierte Superhydrophilie.

Dass Bauchemie und Bindemittel eine „leistungsfähige, aber nicht immer einfache Verbindung“ darstellen – dies hatte sich einmal mehr Prof. Dr.-Ing. Horst Michael Ludwig von der Bauhaus Universität Weimar zum Thema gemacht. Nach einem Blick auf aktuelle Putz-, Mörtel- und Betonrezepturen beschäftigte er sich mit den sowohl im Beton, als auch im Putz bzw. Mörtel bestehenden Wechselwirkungen zwischen Zement und Bauchemie. Bei den neuen Entwicklungen im Bindemittelbereich ging er unter anderem der Frage nach, ob bei diesen neuen Zementen auch die bekannten Additive funktionieren und diskutierte dabei die Besonderheiten moderner PCE-Fließmittel. Als wichtige Entwicklungstendenzen nannte er bei den Zementen solche mit calcinierten Ton und im Bereich der Bauchemie die neuen Schwindreduzierer mit nichtionischen Tensiden.

Neues aus der Verbandsarbeit

Eingerahmt und damit zugleich perfekt abgerundet wurde die Veranstaltung durch zwei Referenten mit ganz unterschiedlichen Themen. So stellte Dr. Hans-Joachim Riechers gleich zu Beginn den „Verband für Dämmsysteme und, Putz und Mörtel e.V. – kurz: VDPM“ vor. Er ist im vergangenen Jahr aus der Fusion des Industrieverbandes Werk Mörtel e.V. (IWM) und des Fachverbandes Wärmedämm-Verbundsysteme e.V. (FV WDVS) hervorgegangen und repräsentiert die führenden Hersteller von Fassadendämmsystemen und deren Zubehör, Außen- und Innenputzen, Mauermörtel und Estrich.

Quelle: Dyckerhoff