09. März 2018

Konjunkturdämpfer zu Jahresbeginn

18-03-09_Rike_pixelio.de Ausbau und Fassade - Konjunkturdämpfer zu Jahresbeginn
Arbeitsvolumen, Bruttolohnsumme und Beschäftigung sinken im Januar. Foto: Rike/Pixelio.de

Die Auswertung der von den Unternehmen der Bauwirtschaft an Soka-Bau übermittelten Beitragsmeldungen hat ergeben, dass das effektive Arbeitsvolumen im Januar saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat kräftig um 3,1 Prozent gesunken ist. Dies war der erste Rückgang seit Oktober 2017. Auch die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer (– 0,4 Prozent) sowie die Bruttolohnsumme (– 0,1 Prozent) gingen zurück.

Die Arbeitsleistung sank dabei trotz relativ günstiger Witterung. Nach Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes waren die Temperaturen im Januar deutlich milder als üblich und einige Regionen sogar vollständig frostfrei. Auch haben die gestiegenen Auftragseingänge offenbar noch nicht zu einer Konjunkturbelebung geführt. Im Dezember waren die (volumenmäßigen) Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe erneut deutlich gegenüber dem Vormonat gestiegen (+ 16,8 Prozent). Nach Aussage des Statistischen Bundesamtes waren dafür aber auch viele Großaufträge verantwortlich, so dass die konjunkturelle Grundtendenz wohlmöglich überzeichnet wird.

Die mittelfristigen Aussichten für die Bauwirtschaft haben sich in den vergangenen Wochen etwas eingetrübt. So sind die Zinsen für neue Hypothekenkredite im Januar bereits leicht gestiegen. Durch den bereits erfolgten weiteren Anstieg der Kapitalmarktzinsen ist auch ein weiterer Anstieg der Kreditzinsen vorgezeichnet. Damit dürfte die Belastung der privaten Haushalte durch Immobilienkredite – die nach Berechnungen der Bundesbank bereits das höchste Niveau seit 2014 erreicht hat – weiter zunehmen. Jedoch haben sich die Aussichten für den Wirtschaftsbau weiter verbessert. Die Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe ist erneut gestiegen, Kapazitätsengpässe der Unternehmen machen weitere Investitionen in Wirtschaftsbauten notwendig. Auch ist der Leerstand bei Büroimmobilien im vergangenen Jahr nach Angaben der Bundesbank weiter gesunken.

Der Investitionshochlauf des Bundes sorgt auch in diesem Jahr für positive Impulse im öffentlichen Bau, erfreulich ist in diesem Zusammenhang auch die von der Großen Koalition geplante Verstetigung der Haushaltsmittel im Infrastrukturbereich. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes erwarten
für dieses Jahr einen Anstieg des Umsatzes im Bauhauptgewerbe um vier Prozent, nach voraussichtlich fünf Prozent im Jahr 2017.

Quelle: Soka-Bau