15. Mai 2018

Digitalisierung bestimmt die Leitthemen der Messe BAU 2019

Bei den Leitthemen der BAU 2019 spielt die Digitalisierung eine zentrale Rolle. Zu erwarten ist, dass viele Aussteller ihre Präsentationen danach ausrichten werden. Die insgesamt vier Themen werden auch in Sonderschauen anhand von Produkt- und Projektbeispielen veranschaulicht.

Die vier Thmen in Übersicht:

Digital: Prozesse + Architektur

Mit den jüngsten Entwicklungen im IT-Bereich und vor allem mit BIM (Building Information Modeling) aber verändert sich das Planen enorm. Die handfeste Werkplanung dann wird digital erledigt und kommt gewerkeübergreifend zum Einsatz. Bei Großprojekten ist diese Art der Planung sogar bereits gang und gäbe. Zukünftig werden die digitalen Planungswerkzeuge auch bei kleineren Projekten und Altbau-Sanierungen angewendet und somit weltweit gültiger Standard sein.

Auf diese Entwicklung muss sich auch das ausführende Handwerk einstellen, um wettbewerbsfähig bleiben zu können. Künftig wird es möglich sein, eine Planung teilweise direkt in die 3D-Produktion zu übersetzen. Im Ingenieurwesen bei Bauteilen aus Stahl oder Holz ist dies bereits Realität. Aber auch in anderen Bereichen wird man Maschinen mit 3D-Daten füttern können. Das wird nicht nur Zeit und Geld sparen, sondern auch die Effektivität am Bau nachhaltig beeinflussen. Die Arbeit des Handwerkers ändert sich damit zwar, sein Know-how wird dabei immer gefragt sein.

Vernetzt: Wohnen + Arbeiten

Die Arbeitswelt befindet sich derzeit in einem bemerkenswerten Umbruch. Für viele liegt der Fokus nicht mehr nur auf der Entlohnung, sondern auch auf der Flexibilisierung der Arbeitszeit und der besseren Vereinbarkeit von Privatleben und Arbeit. Neu ist dieser Ansatz nicht, neu aber sind die Umstände: Durch die Digitalisierung verschmilzt die Arbeitswelt immer mehr mit dem Privatleben der Mitarbeiter.

All das verändert auch das Bauen bis hin zur ganz konkreten Gestaltung von Bürolandschaften. Für die Mitarbeiter müssen keine festen Arbeitsplätze mehr bereitgehalten werden. Je nach Gusto können jetzt unterschiedliche Bürosituationen zur Verfügung stehen. Jeder sucht sich dann am Morgen einfach einen Arbeitsplatz für den Tag aus. Das spart mitunter bis zu 20 % der Bürofläche. Die Daten holt man sich bequem aus der Cloud. Noch größer sind die Auswirkungen auf die Wohnungsplanung. Grundrisse sollten intelligent gestaltet sein, sodass sie flexibel angepasst werden können. Home Office, Mehrgenerationenwohnen, Verdichtung, Erweiterung und Umfunktionierung müssen mit wenigen Umbauten möglich sein. Die Digitalisierung und die damit einhergehende Flexibilisierung von Arbeit und Privatleben erfordern mehr denn je flexible Gebäudestrukturen, auch um auf die Wohnungsnot in Ballungsgebieten reagieren zu können. Nicht zuletzt wirkt sich das auch auf die Stadt aus, wo neue, digitale Mobilitätskonzepte künftig zu neuen Infrastrukturen führen müssen.

Integral: Systeme + Konstruktionen

Beim Bauen geht es neben der guten Gestaltung und dem guten Arrangieren von Materialien zunehmend um komplexe Tragwerke, leichte Konstruktionen und hochtechnologisierte Bauteile. Etwa in der Fassade, die als äußere Haut eines Bauwerks auf kleinem Raum oft auch Technologien zur Belüftung oder zur Energiegewinnung aufnehmen muss. Bei solchen Themen treffen sich die Architekten und Ingenieure recht direkt, was nicht zuletzt eine frühzeitige und detaillierte, integrale Planung voraussetzt. Nur so lassen sich Planungsfehler vermeiden, die später irreversibel sein können.

Je komplexer das Bauen wird, desto größer ist auf der anderen Seite der Drang zur Vereinfachung. Der Schlüssel dazu liegt in der Vorfertigung und in der modularen Systembauweise. Im Werk können viele Bauteile besser und schneller zusammengefügt werden, sodass sie auf der Baustelle nur noch wie ein Puzzle zusammengefügt werden müssen. Das spart nicht nur Zeit und Geld, sondern erhöht auch die Genauigkeit und schlussendlich die Qualität eines Bauwerks. Derartige Systeme gibt es bereits, doch der Baustellenalltag sieht meist noch anders, eher klassisch aus. Dabei sind die Vorteile einer modularen, vorgefertigten Bauweise nur schwer von der Hand zu weisen. Hilfreich werden zukünftig die digitalen Planungswerkzeuge sein, mit denen sich die Daten direkt in individuell gefertigte Bauteile übersetzen lassen.

Smart: Licht + Gebäude

Auch das Gebäude selbst wird immer digitaler. Im „Smart Building“ sind alle Geräte in einem gemeinsamen „Smart Grid“ vernetzt und können so direkt oder indirekt miteinander kommunizieren, unterstützt durch die Internet-of-Things-Technologie.