18. Juni 2018

Knauf übernimmt amerikanischen Wettbewerber USG

Knauf und die nordamerikanische United States Gypsum Corporation (USG) haben eine Vereinbarung getroffen, wonach Knauf alle ausstehenden Aktien von USG im Rahmen einer Transaktion im Wert von 7 Milliarden US-Dollar (fast 6 Milliarden Euro) erwirbt. Dies teilten beide Unternehmen am 11. Juni 2018 mit. Die Transaktion soll voraussichtlich Anfang 2019 abgeschlossen sein, vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörden und der USG-Aktionäre.

Nach dem Abschluss der Transaktion soll USG weiterhin lokal in den Vereinigten Staaten geführt werden. Knauf beabsichtige, die bestehende Konzernzentrale der USG in Chicago sowie ihre Einrichtungen in Nordamerika zu erhalten, hießt es in der Meldung. Damit entsteht ein weltweit agierendes Unternehmen in der Baustoffindustrie.

Alexander Knauf, geschäftsführender Gesellschafter von Knauf, wird in der englisch gehaltenen Meldung sinngemäß zitiert: "Als langjähriger USG-Aktionär bewundern wir die starken Marken von USG, die Position als Marktführer im Bereich der Wand- und Deckenplatten in Nordamerika und die talentierten Mitarbeiter. Wir freuen uns darauf, die starke Präsenz der USG in Nordamerika auszubauen."  Zur Übernahme sagte Manfred Grundke, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter von Knauf: "Wir sind der Meinung, dass Knauf als langfristig ausgerichtetes Familienunternehmen der ideale Partner für das Unternehmen ist, da wir erhebliche Investitionen in die USG-Aktivitäten und ihre Mitarbeiter tätigen wollen."

Schon seit dem Jahr 2000 ist Knauf mit 10,6 Prozent an USG beteiligt. Zunächst hat das Management des US-Konzerns die Übernahme abgelehnt. Doch Knauf blieb hartnäckig und es entwickelte sich ein "Wirtschaftskrimi" – wie die Mainpost schreibt. Wie das Geschäft abgelaufen ist, darüber geben Knauf und Grundke in einem Interview im Handelsblatt Auskunft.