02. Juli 2018

Bauwirtschaft: Lkw-Maut auf Landstraßen führt zu noch höherem Baupreisen

16-07_02_Lkw Ausbau und Fassade - Bauwirtschaft: Lkw-Maut auf Landstraßen führt zu noch höherem Baupreisen
Seit dem 1. Juli 2018 gilt eine Erweiterung der Lkw-Maut. Foto: Pixabay

„Wer glaubt, die Ausweitung der Lkw-Maut auf 52.000 km Bundesstraßen würde zu keiner Kostenbelastung für unsere Unternehmen führen, der irrt. Wer zusätzlich noch daran glaubt, dass die deutschen Bauunternehmer diese enorme Mehrbelastung wegstecken können, der ist blauäugig und irrt erneut", so der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft Karl-Heinz Schneider, zur Ausweitung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen.

Schneider weiter: "Baupreise sind immer Kalkulationspreise, in die auch diese neue Kostenart einfließt. Der Verbraucher wird’s bezahlen müssen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer freut sich über Einnahmen von 7,2 Milliarden Euro jährlich, das werden nun 2,5 Milliarden Euro pro Jahr mehr als bisher. Zwar verspricht Scheuer, die eingenommenen Mittel in die Verkehrsinfrastruktur zu investieren. Wenn das aber heißt, ÖPP-Projekte zu forcieren, anstelle den Mittelstand zu beauftragen, dann sind wir doppelt gekniffen.“ 

Er ergänzte: "Wir sprechen ständig mit der Bundesregierung über kostengünstiges Bauen und Wohnen. Gleichzeitig werden wir von derselben Regierung einmal mehr mit Kosten überzogen, vom bürokratischen Aufwand ganz abgesehen. Und wenn dann die Preise steigen, wird mit dem Finger auf uns gezeigt. Ob Abbruch, Schüttgut, Mauersteine, Ziegel, Pflaster, Latten oder Balken, alles muss transportiert werden. Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich Sachverstand walten zu lassen und zumindest auf weitere ÖPP-Projekte zu verzichten, damit wenigstens unsere mittelständischen Straßenbauer etwas davon haben und das Geld nicht nur in die Taschen von internationalen Konzernen und Finanzdienstleistern fließt."

Quelle: ZDB