04. Juli 2018

Drei Gewerke bei den Badischen Bau- & Ausbautagen

Die Verbandsspitzen des badischen Bau- und Ausbau-Handwerks (v.l.): Martin Ranz (Schreiner), Michael Bleich (Stuckateure), Cornelia Rupp-Hafner (Hauptgeschäftsführerin) und Rolf Kuri (Zimmerer). Foto: Dolt

Ende Juni 2018 fanden im Europa-Park in Rust zum achten Mai die badischen Bau- & Ausbautage als Branchentreffpunkt und gemeinsame große Veranstaltung des Verbandes Holzbau Baden, des Fachverbandes Ausbau und Fassade Baden sowie des Verbandes Schreiner Baden statt. Mit über 480 Anmeldungen konnte der Veranstalter ein leichtes Plus vermelden.

Die Verbandsmitglieder aus dem Zimmerer- Stuckateur und Schreinerhandwerk erwartete ein umfangreiches Vortragsprogramm zu vielfältigen, branchenbezogenen Themen. Außerdem sind in die Bau- & Ausbautage die diesjährigen Mitgliederversammlungen der drei veranstaltenden Verbände integriert.

Thematisiert wurden unter anderem die konjunkturelle Entwicklung in der badischen Bau- und Ausbauwirtschaft sowie aktuelle Forderungen der Bauwirtschaft. Rolf Kuri, Präsident von Holzbau Baden, Michael Bleich, Vorsitzender des Fachverbandes Ausbau und Fassade Baden, Martin Ranz, Präsident von Schreiner Baden und Hauptgeschäftsführerin Cornelia Rupp-Hafner nahmen in einer Pressekonferenz im Vorfeld zu aktuellen Themen der südbadischen Bau-und Ausbauwirtschaft Stellung.

Gute Auftragslage und Zuversicht

Die badische Bau- und Ausbauwirtschaft befindet sich in der ersten Jahreshälfte 2018 nach wie vor auf hohem Niveau. Die Produktionszahlen, die gute Stimmung der Unternehmer und die hohe Kaufkraft der Arbeitnehmer sind Indikatoren für das weitere Wachstum. Günstig entwickelt sich dadurch das Bauhauptgewerbe, so Cornelia Rupp-Hafner.

Zwar gebe es bei den Auftragseingängen einen merklichen Dämpfer, aber nach wie vor werde das Bauen im Bestand in allen drei Gewerken als wichtiger Markt gesehen. Die energetische Aufrüstung von Gebäuden stellt angesichts des Klimawandels sowie steigender gesetzlicher Anforderungen für den Energieverbrauch von Gebäuden immer noch ein wichtiges Tätigkeitsfeld für die Firmen dar. Es besteht Zuversicht, dass sich die Nachfrage nach Bau-Ausbauleistungen weiterhin gut entwickeln wird.

Fachkräfte gesucht

Vor dem Hintergrund eines weiter hohen Baubedarfs besteht im badischen Bau- und Ausbaugewerbe eine große Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften. 67 Prozent der Holzbauunternehmen, 75 Prozent der Stuckateurbetriebe und ebenfalls 67 Prozent der Schreinereien klagen über einen Arbeitskräftemangel bei Facharbeitern. Trotz einer leichten Steigerung der Zahl der Auszubildenden in den Bauberufen um 1,7 Prozent im Ausbildungsjahr 2017/2018 setzen die badischen Bau- und Ausbauverbände ihre umfangreichen Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung fort.

Kein fairer Wettbewerb

Auf einen Missstand wies Micheal Bleich hin. Den Stuckateuren bereite große Sorge, dass Firmen aus dem Ausland sich zunehmend selbständig machen und Mitarbeiter aus dem Herkunftsland anwerben. Diese werden dann für die Zeit ihres Aufenthalts oft in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht und bekommen die Miete von ihrem Lohn abgezogen. So entstehe ein unfairer Wettbewerb für seriös agierende Betriebe. Hier müsse man bei Architekten und privaten Bauherren Aufklärung leisten sowie den Zoll unterstützen.

Auch die Ausbildungszahlen im Stuckateuerhandwerk sind im Vergleich zu den anderen Gewerken nicht befriedigend.

Quelle: Bau - Ausbau - Baden