09. August 2018

Maler-Lackiererhandwerk: Tarifverhandlungen gescheitert

painter-3391881_1920 Ausbau und Fassade - Maler-Lackiererhandwerk: Tarifverhandlungen gescheitert
Foto: Pixabay

In den laufenden Lohntarifverhandlungen für das Maler- und Lackiererhandwerk hat die Gewerkschaft IG BAU am 8. August nach der dritten Verhandlungsrunde das Scheitern der Verhandlungen erklärt und angekündigt, die Schlichtung anzurufen.

Wie der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz kommentiert, gehe die Gewerkschaft mit ihren Forderungen von unrealistischen Annahmen aus, was die wirtschaftliche Situation der Maler- und Lackiererbetriebe angehe. Die Bedingungen in der Bauwirtschaft, die vor einigen Wochen mit 5,7 Prozent mehr Lohn plus hoher Einmalzahlungen abgeschlossen hatte, seien auf das Maler- und Lackiererhandwerk nicht übertragbar. Viele Betriebe kämpfen mit dem wachsenden Wettbewerbsdruck, der von irregulärer Beschäftigung, Hausmeisterdiensten und Scheinselbständigen ausgehe. Ein großer Teil des Umsatzwachstums der vergangenen Monate sei zudem den steigenden Materialpreisen zuzuschreiben.

Vor diesem Hintergrund seien die Verteilungsspielräume wesentlich geringer, als es die Konjunkturdaten erscheinen lassen.

Die dritte Verhandlungsrunde fand in sachlicher und konstruktiver Atmosphäre statt. Dennoch war zuletzt keine wesentliche Annäherung erkennbar, so der Malerverband. Die Arbeitgeberseite der Maler und Lackierer sowie der Fahrzeuglackierer hätten spürbare Lohnzuwächse deutlich über einen Inflationsausgleich hinaus angeboten. Die Gewerkschaft dagegen sei von ihrer Maximalforderung nur geringfügig abgegangen.

Anders sieht es die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). „Die Arbeitgeber haben ein unterirdisches Angebot vorgelegt, das über eine sehr lange Laufzeit von 29 Monaten laufen soll. Im Ergebnis liegt das Angebot gerade einmal knapp über der Inflationsrate“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. „Die Beschäftigten sind deswegen stocksauer. Sie sehen jeden Tag, die hervorragende Lage der Betriebe. Mit der Arbeit kommen sie kaum nach, was zu immer größerem Druck und Mehrstunden führt. Zu Recht fordern sie, an der guten wirtschaftlichen Situation beteiligt zu werden. Maler und Lackierer dürfen nicht schlechter gestellt werden, als Beschäftigte in anderen Handwerksbranchen.“

Quelle: BV Farbe, IG Bau