10. August 2018

Ausschreibungen: Marken sind wichtig, wenn's um die Optik geht

18-08-10_bauinfo_Marken Ausbau und Fassade - Ausschreibungen: Marken sind wichtig, wenn's um die Optik geht

Die Leistungsbeschreibung der Architekten legt die Vorgehensweise in einem Bauprojekt stark fest, vor allem auch die erforderlichen Materialeigenschaften. Dabei kann der Architekt für unterschiedliche Produkte auch ganz konkrete Marken vorschreiben. Bei Dach, Fenstern und Türen sowie Putzen und Farben spielen Marken für die Leistungsbeschreibung eine Rolle, wenn auch nur bei etwas mehr als einem Viertel der Ausschreibungen.

Das Marktforschungsunternehmen Bauinfo-Consult hat sich in seiner aktuellen Branchenstudie ausführlich mit der Praxis in Bezug auf die Leistungsbeschreibung auseinandergesetzt und dabei in telefonischen Interviews von 150 Architekten genaue Einschätzungen zu den verschiedenen Produktkategorien erhalten.

In der Praxis werden oftmals in den Ausschreibungen lediglich die technischen Eigenschaften des Bauteils xy genau beschrieben und der Verarbeiter kann daraufhin in seinem Angebot (welches er dem Architekten abgibt) die von ihm angedachte Marke verwenden. Dennoch gibt es Produktkategorien beziehungsweise Bauteilgruppen, bei denen die Planer eher dazu geneigt sind, bestimmte Produkte dezidiert samt Markennennung auszuschreiben. Die Marktforscher gehen davon aus, dass dies vergleichsweise häufig dann zum Tragen kommt, wenn es etwa um die ästhetische Eigenschaften eines Produktes geht. So werde beispielsweise das ästhetische Erscheinungsbild eines Hauses auch von der Art der Eingangstür bestimmt – was Farbe, Form und gegebenenfalls Glasdesign betrifft. In diesem Fall ist es nur verständlich, dass die Planer ihren Wunsch über die Ausschreibung genau festlegen, damit das von Ihnen favorisierte Türprodukt auch tatsächlich verbaut wird.

Die Antworten der Architekten auf die Frage nach Markennennungen bei der Leistungsbeschreibung stützen diese Annahme teilweise, denn knapp jeder dritte Architekt gibt an, dass sie für die Produktgruppen aus dem Bereich Dachabdeckung (31 Prozent), Fenster und Türen (31 Prozent) sowie Farben und Putze (29 Prozent) bestimmte Marken in der Leistungsbeschreibung ausschreiben. Dies sind Bauteilegruppen, bei denen es neben den technischen Eigenschaften auch um die ästhetische Außenwirkung geht.

Im Gegensatz dazu – so Bauinfo-Consult – werden Produkte, die salopp formuliert „in der Wand verschwinden“ – also nicht sichtbar sind oder keine vorrangige ästhetische Bedeutung haben – von den Architekten bei der Ausschreibung eher seltener mit einer bestimmten Marke vorgeschrieben. So werden gebäudetechnische Elemente (15 Prozent), Wandbaustoffe (14 Prozent), Treppen und Balkone (10 Prozent) oder Smart Home-Komponenten (6 Prozent) in Ausschreibungstexten vergleichsweise selten mit einem bestimmten Fabrikat vorgeschrieben.

Quelle: Bauinfo-Consult