05. September 2018

Ausbaumanager-Ausbildung: Grenzüberschreitend Lernen

18-09-04_Erasmus Ausbau und Fassade - Ausbaumanager-Ausbildung: Grenzüberschreitend Lernen
Die angehenden Ausbaumanager trafen Auszubildende aus anderen Ländern bei ihrer Studienfahrt nach Belgien. Foto: Berufsschulzentrum Leonberg

Im Juni besuchte die 2. Ausbaumanagerklasse mit den Lehrkräften Walter Söhner und Tilo Wieland die belgische Partnerschule VTI Brugge in Brügge. Im Rahmen des "Erasmus+"-Projekts mit teilnehmenden Gruppen aus Norköpping/Schweden und Málaga/Spanien sowie der dortigen Berufsschule erarbeiteten die Azubis und Berufsschüler Vergleiche zwischen den teilnehmenden Ländern.

Dabei ging es um diese Themen:

  • Dachdämmsysteme im jeweiligen Land
  • Prinzipielle Konstruktionsmöglichkeiten für energieeffizientes Bauen
  • CO2-neutrale Energieerzeugung
  • Nachwachsende Rohstoffe
  • Gesetzliche Regelungen zu den vorgenannten Themen im Rahmen des Baugeschehens

Bei verschiedenen Treffen an der VTI Brugge stellten die Azubis und Schülern ihre Ergebnisse den anderen Gruppen in der Projektsprache Englisch vor. Zur Verstetigung werden die Resultate auf der gemeinsamen Homepage des Projekts eingepflegt.

Neben dieser Projektarbeit organisierte die Brüggener Schule ein vielfältiges Programm, um die Bandbreite der belgischen Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, darzustellen.

Neben einem Besuch in Waregem bei der Firma Renson, welche im Bereich Lüftungs-und Klimatechnik innovative Produkte anbietet stand auch eine Visite bei Unilin Insulations an. Diese produzieren vorfabrizierte, großformatige Dachdämm-Paneele, welche in dieser Art in Deutschland nicht vertrieben werden. Am Folgetag besuchte die Gruppe die Niederlassung von Daikin in Ostende. Dieser bekannte Konzern, ursprünglich ein belgisches Unternehmen, ist spezialisiert auf Wärmepumpen, Lüftungs- und Klimatisierungssysteme. Neben den Produkten war auch die japanische Führungsphilosophie interessant: Sämtliche Präsentationen und der daran anschließende Rundgang durch die Fertigungsanlagen waren sehr gut organisiert und minutiös getaktet.

Gegen Ende der Studienfahrt erfolgte ein Abstecher nach Ten Walle, einem ehemaligen Bauerngehöft, auf dem heute Restauratoren im Bereich historische Mauerwerkstechniken ausgebildet werden. Abschließend besichtigte die Gruppe die Niederlassung der Katholieke Universiteit Leuven in Brügge. Die KU Leuven betreibt an vielen Standorten in Belgien und international Niederlassungen. Am Standort in Brügge (KuLAB) wird an digitalen Anwendungen und Instrumenten zur Steuerung von nachhaltigen Gebäuden geforscht. 

Zum Projekt Erasmus+

Internationale Berufserfahrungen sind immer häufiger Teil des beruflichen Anforderungsprofils. Auslandsaufenthalte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung stellen eine hervorragende Möglichkeit dar, internationale Berufskompetenzen zu erwerben.

Das Erasmus-Programm ist ein Förderprogramm der Europäischen Union. Sein Name erinnert an Erasmus von Rotterdam, einen europäisch gebildeten Humanisten der Renaissance. Es wurde zum weltweit größten Förderprogramm von Auslandsaufenthalten. Seit dem Jahr 2014 ist Erasmus mit anderen Programmen zu Erasmus+ verschmolzen.

Das Berufsschulzentrum Leonberg ist Projektteilnehmer und tauscht sich regelmäßig mit anderen Bildungseinrichtungen in Europa aus.

Autoren: Walter Söhner und Stephan Bacher