13. November 2018

Einsatz von Fertigbauteilen in Europa unterschiedlich


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Durch den geschickten Einsatz von industriell vorproduzierten Bauteilen können in vielen Fällen Kosten gespart werden. Viele, aber nicht alle Architekten in den Ländern Europas nutzen gleichermaßen diese Bautechnik, wie eine Studie zeigt.

Gerade zu einer Zeit, in der in vielen europäischen Ländern der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum steigt, könnten die vorgefertigten Bauteile ein nützliches Vehikel darstellen, um Baukosten zu sparen und Bauzeiten zu reduzieren. Dass jetzt schon viele Architekten auf diese Bautechnik zurückgreifen, zeigen Studienergebnisse, die Bauinfo-Consult jetzt veröffentlichte. So kamen im europäischen Durchschnitt in den letzten drei Jahren bei fast jedem vierten Projekt vorkonstruierte Bauteile zur Anwendung – zumindest berichten die europäischen Planer davon. Doch deuten die Ergebnisse auf merkliche Unterschiede zwischen den einzelnen Nationen hin.

Verglichen mit einigen anderen europäischen Ländern sei der Anteil von Projekten, in denen in den letzten drei Jahren vorgefertigte Gebäudeteile zum Einsatz kamen, in Deutschland mit 32 Prozent doch beachtlich, so Bauinfo-Consult. Allerdings müsse man bedenken, dass es sich dabei nicht nur um kleine Einfamilienfertighäuser handele, sondern gerade im Nichtwohnungsbau gerne auf industriell vorproduzierte Bauteile zurückgegriffen werde.

Wie die Marktforscher berichten, sind bei der Fertigteilebauweise die Niederlande ganz vorne: So geben die in der Studie telefonisch befragten niederländischen Architekten an, dass in sie in 40 Prozent ihrer Projekte aus den vergangenen drei Jahren auf vorgefertigte Bauteile zurückgegriffen haben – oftmals auch im Wohnungsbau. Verglichen zu den Niederländern sind die italienischen, französischen und britischen Planer eher als „Fertigteilebau-Muffel“ zu bezeichnen, so die Marktforscher.

Fertigbauteil ist nicht gleich Fertigbauteil

Aussagen der europaweit 1.400 befragten Architekten deuten darauf hin, dass gerade in Ländern mit einer vergleichsweisen hohen Einsatzrate an Fertigbauteilen (z.B. Niederlande, Deutschland, Polen) oftmals auf „unfertige zweidimensionale Panelteile“ zurückgegriffen wird – wie z. B. ungedämmte und unverputzte Wandelemente, die im Rohzustand an die Baustelle geliefert werden. Allerdings sehen viele europäische Planer zukünftig auch starkes Wachstumspotenzial für „vollausgestattete“ vorproduzierte Gebäudeteile – also beispielsweise komplette Wandteile, bei denen schon ab Werk die Dämmung oder sogar die abschließende Wandschicht (z.B. Putz oder Klinkerriemchen) integriert sind.

Quelle: Bauinfo-Consult und USP Marketing Consultancy-Gruppe