19. Februar 2019

Die Farbenindustrie leidet

Präsentierten die aktuellen Wirtschaftszahlen der 200 Lack-und Druckfarbenhersteller. Präsident Peter Jansen (rechts) und Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Engelmann. Foto: VdL

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Hinter der deutschen Farbenindustrie liegt ein enttäuschendes Geschäftsjahr. Der neue Präsident des Verbands der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL), Peter Jansen, präsentierte am 12. Februar in Frankfurt/Main durchwachsene Zahlen für die rund 200 Mitgliedsunternehmen.

Die Mitgliedsbetriebe des VdL zeichnen sich durch eine große Bandbreite in der Produktpalette aus: Sie umfasst unter anderen Industrie- und Autolacke sowie Druckfarben. Ein wichtiges Segment bilden die Bautenfarben. Hier sank die Nachfrage insgesamt um rund 1,5 Prozent auf 847.000 Tonnen, besonders die Menge verkaufter Lacke und Lasuren ging um 3,8 Prozent zurück. Für 2019 gibt es hier kaum Aussichten auf eine Verbesserung. So wird erwartet, dass der Absatz im Bautenfarben-Markt stottert: Die Hersteller von Bautenanstrichmitteln rechnen mit einem Minus von über 2 Prozent. Insgesamt hat der Markt seit 2010 gut 10 Prozent an Menge verloren. Der VdL erwartet, dass dieser Trend 2019 anhalten und sich erst in den folgenden Jahren abflachen wird. Gründe dafür sind vor allem ein verändertes Freizeitverhalten, die aktuelle Vollbeschäftigung und verlängerte Renovierungszyklen. Zudem führen höhere Produktqualitäten zusätzlich zu einem niedrigeren Verbrauch. 

Teure Tarifabschlüsse und hohe Rohstoffpreise verstärken die negative Prognose für 2019, so der VdL. Noch gar nicht absehbar ist die Entwicklung beim Weißpigment Titandioxid: "Eine politische und bürokratische Posse, die die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten deutschen Industrie beeinflussen kann."

Ein für die Farbenindustrie starker Hemmschuh sei die immer stärker ins Wirtschaftsleben eingreifende Bürokratie. Regularien, Vorschriften und Auflagen für Gebinde, Stoffe und Kennzeichnungen schränken den Bewegungsraum der Unternehmen zunehmend ein.