06. Mai 2019

Kostenlose Broschüre über Technische Spezifikation für Wärmedämmputzmörtel vom VDPM

Foto: VDPM

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Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) hat erstmals eine Technische Spezifikation für alle Wärmedämmputzmörtel erstellt. Nach Ablauf der bisherigen Verbandszulassung steht den Mitgliedsunternehmen somit ein nationales Dokument zum Nachweis der geforderten Eigenschaften von Wärmedämmputzmörtel insbesondere zur Wärmeleitfähigkeit und zum Brandverhalten zur Verfügung.

Die bauordnungsrechtliche Grundlage für die Technische Spezifikation bildet der Abschnitt D3 der Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (VV TB). Dort heißt es: „In Bezug auf die Wesentlichen Merkmale eines Bauproduktes, die von der der CE-Kennzeichnung zugrundeliegenden harmonisierten technischen Spezifikation erfasst sind, ist die CE-Kennzeichnung die einzige Kennzeichnung (Art. 8 Abs. 3 UAbs. 1 BauPVO). Ansonsten sind weitere freiwillige Angaben zu dem Produkt möglich. In diesem Fall ist deren Korrektheit in einer technischen Dokumentation darzulegen.“

Definition

Wärmedämmputzmörtel sind Putzmörtel nach DIN EN 998-1 mit einer Wärmeleitfähigkeit von   ≤ 0,2 W/(m K). Sie werden üblicherweise in einem Putzsystem bestehend aus Unterputz (Wärmedämmputz), einem Armierungsputz mit Gewebeeinlage als Zwischenlage und einem Oberputz angewendet. Die Schichtstärke des Wärmedämmputzmörtels muss mindestens 20 mm betragen.

Wärmedämmputzmörtel enthalten bislang überwiegend expandiertes Polystyrol als Leichtzuschlag. Inzwischen werden mehr und mehr auch mineralische Leichtzuschläge (z.B. Perlite, Blähglas, Calsilite, etc.) eingesetzt. Leichtzuschläge dienen dazu, die Wärmeleitfähigkeit der Wärmedämmputzmörtel zu senken bzw. umgekehrt die Dämmwirkung zu erhöhen. Neue Hochleistungsdämmputze, die unter Verwendung von sogenannten "Aerogel" hergestellt werden, weisen jedoch Wärmeleitfähigkeiten auf, mit denen die Dämmwirkung üblicher Dämmplatten sogar noch übertroffen wird [= 0,028 W/(mK)].

Anwendungsbereiche

Wärmedämmputzmörtel kommen in der Regel außen als Zusatzdämmung von wärmedämmendem Mauerwerk (Porenbeton, Ziegel) zum Einsatz; sie eignen sich zum Ausgleichen von unebenen Untergründen. Saugende Untergründe müssen in der Regel vorbehandelt (grundiert) werden, hier sind die Herstellerangaben unbedingt zu beachten.

Wärmedämmputzmörtel sind eine bauphysikalisch sichere Alternative vor allem für denkmalgeschützte Fassaden, Fachwerk, das sichtbarbleiben soll, und Fassaden mit Ausbauten, Erkern, Gesimsen und Rundungen. In der erforderlichen Dicke lassen sie sich bei entsprechender Untergrundvorbereitung auf fast alle Untergründe aufbringen. Da Wärmedämmputzsysteme diffusionsoffen sind, wird die bei Altbauten besonders wichtige Austrocknung der darunterliegenden Wände gefördert.

Zweiter wichtiger Anwendungsbereich ist die Innendämmung. Hier punkten Wärmedämmputzmörtel mit ihren diffusionsoffenen und kapillaraktiven Eigenschaften, so dass nicht zwingend eine innenseitige Dampfsperre verwendet werden muss. Wärmedämmputzmörtel eignen sich innen auch zum Dämmen von Fachwerkwänden. Einige Hersteller empfehlen im Innenbereich die Durchführung einer Tauwasserberechnung.

Produkteigenschaften

Das Material ist je nach Zusammensetzung nicht brennbar oder schwer entflammbar, sehr ergiebig und sehr spannungsarm. Wärmedämmputzmörtel sorgen für eine wirksame Entkopplung des Oberputzes und reduzieren damit die Anfälligkeit für Rissbildung. Mit Wärmedämmputzmörtel lassen sich fugenlose Dämmschichten herstellen, die sich allen geometrischen Formen des Untergrundes anpassen. Auftragsdicken bis 100 mm sind problemlos möglich. Bei größeren Bauvorhaben können durch die Möglichkeit maschineller Verarbeitung eine hohe Wirtschaftlichkeit und schneller Baufortschritt erzielt werden.

VDPM - Mitgliedsunternehmen nutzen die Technische Spezifikation

Die neue Technische Spezifikation stellt den Mitgliedsunternehmen des VDPM die erforderlichen Angaben zum Nachweis der Einhaltung von Anforderungen bereit, die sich in Deutschland aus den in den Landesbauordnungen festgelegten Grundanforderungen an Bauwerke in Bezug auf die Verwendung von Wärmedämmputzmörtel ergeben. Erfasst sind darin sowohl mineralische Wärmedämmputzmörtel wie auch solche mit EPS-Leichtzuschlag.

Spezifizierung für das persönliche System

In der Technischen Spezifikation werden zunächst für Wärmedämmputzmörtel als Unterputz die Anforderungen hinsichtlich der Wärmeleitfähigkeit λ nach DIN 18550-1 und 2 beschrieben. Dazu sind tabellarisch Nenn- und Bemessungswerte der Wärmeleitfähigkeit gegenübergestellt. Ein zweiter Abschnitt beschreibt die Kriterien für organische und mineralische Wärmedämmputzmörtel hinsichtlich des Brandverhaltens. Weitere inhaltliche Schwerpunkte der Technischen Spezifikation sind die Anforderungen an das Oberputzsystem (Beschichtungssystem) auf einem Wärmedämmputzmörtel nach DIN 18550-1 und 2 und die Anforderungen an die Haftzugfestigkeit des gesamten Wärmedämmputzsystems. Aktuell wird diese Technischen Spezifikation für 30 Wärmedämmputzmörtel, welche im Anhang aufgelistet sind, von Mitgliedsunternehmen des VDPM genutzt.  Die Technische Spezifikation ist im Bedarfsfall durch den Planer oder ausführenden Fachbetrieb der zuständigen Bauaufsichtsbehörde oder den mit der Prüfung des Bauwerks beauftragten Prüfsachverständigen zur Überprüfung der bautechnischen Nachweise vorzulegen.

Die neue Technische Spezifikation ist über https://www.vdpm.info/services/downloads/technische-spezifikationen/ abzurufen.