06. Juni 2019

KfW-Förderung für klimafreundliche Baustoffe und Bauweisen von Bauwende-Bündnis gefordert

So ist es am Besten: Architektur und Natur in Einklang. Foto: Pixabay

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Aufgrund einer aktuellen Studie der Steinbeis-Stiftung im Auftrag der Bundesregierung  fordert das Bauwende-Bündnis, die in den Baumaterialien enthaltene „Graue Energie“ mit Hilfe konkreter KfW-Förderprogramme schnell zu reduzieren und damit umfassenden Klimaschutz im Gebäude- und Industriesektor anzugehen.

Die Notwendigkeit, neuen Wohnraum in Deutschland zu bauen, wird angesichts der Wohnungsnot in den Zentren und der stark gestiegenen Mietpreise mehr als deutlich und ist bei der Politik angekommen. Vor dem Hintergrund der Klimaschutzziele der Bundesregierung ist es in dieser Situation erforderlich, Klimaschutz im Gebäudesektor von Beginn an mitzudenken und Wohnraum klimafreundlich und nachhaltig zu erschließen. Denn bei einem gut gedämmten Neubau ist in etwa die Hälfte der über den Lebenszyklus benötigten Energie schon verbraucht, wenn die ersten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen. Eine aktuelle Studie des Steinbeis-Transferzentrums für Energie-, Gebäude- und Solartechnik und des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik im Auftrag der Bundesregierung liefert hierzu neue Erkenntnisse. Die Studie kritisiert die bisherige Nichtbeachtung der „Grauen Energie“ bei Wohngebäuden, also der an die Materialien gebundenen Energie, die zur Herstellung, Instandsetzung und Entsorgung benötigt wird. Gefordert wird deshalb eine ganzheitliche energetische Betrachtung der Gebäude über den gesamten Lebenszyklus. Durch eine klimagerechte und energieoptimierte Wahl der Baumaterialien und der Baukonstruktionen können allein im Neubaubereich etwa sieben Millionen Tonnen CO2 jährlich eingespart werden.

Steigende kosten sollen nicht entstehen

Und dies auch noch kostenneutral oder zu geringen Mehrkosten. Die Diskussion zum geplanten Gebäudeenergiegesetz zeigt, dass ordnungsrechtliche Änderungen langwierig sind. Das Bauwende-Bündnis fordert daher bei der KfW-Förderung zum Bauen und Sanieren jetzt mit der Berücksichtigung der „Grauen Energie“ einen ersten Schritt zu machen und anschließend die Förderprogramme auf eine gesamtenergetische Betrachtung über den ganzen Lebenszyklus umzustellen. Für einen zügigen Einstieg in die Förderung empfiehlt die Studie eine vereinfachte Nachweismethode und rät zu CO2-basierten Messindikatoren; dies kann von Bürgerinnen und Bürgern als Zielgruppe der Förderprogramme leichter nachvollzogen werden. Klimafreundliche Materialien und Bauweisen sollen dabei ebenso gefördert werden, wie klimaschützende Haustechnik. So können in einem technologieoffenen Verfahren diejenigen am stärksten von KfW-Zuwendungen profitieren, die am meisten zum Klimaschutz beitragen.

Aus den Erkenntnissen soll Erfolg werden

Die Ergebnisse der Studie bestätigen das Bauwende-Bündnis in seiner Forderung nach schnellen und konkreten Maßnahmen, die für wirksamen und umfassenden Klimaschutz im Bausektor sorgen. Das Bauwende-Bündnis ist ein Zusammenschluss von unterschiedlichen Akteuren, die sich mit zukunftsfähigem und klimaschützendem Bauen befassen. Folgende Akteure des Bündnisses unterstützen die Erklärung (in alphabetischer Reihenfolge): BAUWENDE e. V., Faktor X-Agentur (Entwicklungsgesellschaft Indeland GmbH), Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit IBN, FASBA (Fachverband Strohballenbau Deutschland), natureplus e.V. (Internationaler Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen), Ökoplus (Fachhandelsverbund für Ökologisches Bauen und Wohnen), Ökozentrum NRW GmbH, VB (Verband Baubiologie e.V.) VDB (Berufsverband Deutscher Baubiologen e.V.) und vdnr (Verband Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen e.V.). Unter www.bauwende.de können weitere Neuigkeiten betrachtet werden.