12. Juni 2019

Zertifizierungen für barrierefreies Bauen im Alter


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Barrierefreies Bauen ist auch im Trockenbau und im gestaltenden Handwerk eine besondere Herausforderung. Schulungsmaßnahmen werden vom Institut für Barrierefreiheit zertifiziert.

Seitdem Barrierefreiheit für immer mehr Menschen zur Normalität wird, werden Wohnungen und Häuser komfortabel-barrierefrei geplant und gebaut. Von dieser Entwicklung profitieren vor allem auch Betriebe, die einen wesentlichen Anteil an der Grund- und Endgestaltung des Wohnumfeldes haben.  Viele Trockenbaubetriebe haben erfreulicherweise die Zielgruppe der so genannten 50-plus-Generation für sich entdeckt. Sie haben erkannt, dass Menschen in diesem Alter eine andere Lebensplanung haben als frühere Generationen und sich vor allem mit entsprechenden Investitionen in ihr Wohnumfeld auf das Alter vorbereiten.

Selbstbestimmt bis in Alter

Die Klientel der 50-plus-Generation möchte bis ins hohe Alter selbstbestimmt in ihrem gewohnten Wohnumfeld verbleiben und schafft dafür mit geeigneten Bau- und Anpassungsmaßnahmen frühzeitig die Voraussetzungen. Die Kinder sind aus dem Haus, viele Wohnungen und Häuser müssen den neuen Lebensbedingungen angepasst werden. Nicht wenige Menschen dieser Altersgruppe erfüllen sich damit gleichzeitig lange gehegte Wohnwünsche oder verwandeln ihr in die Jahre gekommenes Haus oder ihre Wohnung in ein wohnliches und zeitgemäßes Refugium. Neue Raumzuschnitte erfüllen für sie einen völlig anderen Zweck und auch die Wohngestaltung bekommt einen anderen Stellenwert. "Die Zukunft heißt Barrierefrei" heißt es bereits seit vielen Jahren bei Leben ohne Barrieren. Wohnungen der Zukunft erfüllen deshalb vor allem einen hohen Anspruch an Komfort im Sinne von barrierefreien Erleichterungen.

Lernprozesse sind nötig

Betriebe, die den hohen Ansprüchen an Fachberatung und Umsetzung genügen wollen, sollten vor allem auch für sich selbst die entsprechenden Voraussetzungen schaffen. Dazu ist in erster Linie die Bereitschaft zu neuen Lernprozessen notwendig. Die fachkompetente Umsetzung bei der Erstellung von altersgerechten und barrierefreien Komfortwohnungen sollte aus mehreren Gründen von einer entsprechende Qualifizierung mit anerkanntem Zertifikat untersetzt sein. Die anspruchsvolle Zielgruppe der Senioren fragt immer häufiger nach der Fachkompetenz der ausführenden Betriebe. Und auch Finanzierungen werden zunehmend davon abhängig gemacht. Deutschlands größte Förderbank (KfW), fordert zu Recht sogar eine "Fachunternehmerbestätigung" bei der Ausführung von entsprechenden Maßnahmen. Auch Trockenbaubetriebe, sowie das gestaltende Handwerk sind gefordert, sich den aktuellen Anforderungen zu stellen.

Verstärkte Nachfrage nach individuellen Ausstattungen

Es geht schließlich nicht nur um eine "schöne Wohnung" oder um eine gute Arbeitsqualität. Zur Fachkompetenz für barrierefreies Bauen gehören umfangreiche Kenntnisse, die sich bei der Umsetzung praktisch bemerkbar machen. Dazu gehören neben Fragen zu Normen und Regeln auch Kenntnisse über Krankheitsbilder und deren Zuordnung zu unterschiedlichen Bau- und Ausstattungsvorausmaßnahmen. Aber auch aktuelle Kenntnisse über unterschiedliche Funktionen von bestimmten Einrichtungen und Ausstattungen gehören zu den Grundvoraussetzungen. Und nicht zuletzt sollten Grundinformationen über Förderungs- und Finanzierungsmöglichkeiten vorhanden sein. Wer es besonders professionell machen möchte, informiert sich auch über die Führung von optimalen Beratungsgesprächen mit der sehr sensiblen Zielgruppe der älteren und/oder behinderten Menschen.

Kaufstarke Zielgruppen erreichen

Das Institut für Barrierefreiheit (ifb) zertifiziert Betriebe zu Fachbetrieben für barrierefreies Bauen. Die dazu notwendigen Schulungsmaßnahmen werden thematisch komprimiert an lediglich zwei Tagen (betriebsfreundlich jeweils Freitags und Samstags) in Krefeld durchgeführt. Die Schulungsteilnehmer lernen in der angegliederten, rund 600 qm großen Dauerausstellung an realitätsnahen Einrichtungen zahlreiche Möglichkeiten und Funktionen entsprechender Produkte kennen. Am Ende der zweitägigen Schulung steht das begehrte Zertifikat, das auch bei Förderungen von Bauprojekten den eventuellen Anfragen der Banken standhält. Das Zertifikat wird auf den Namen des jeweiligen Teilnehmers ausgestellt ("Fachkraft für barrierefreies Bauen"). Bei mindestens 2 Teilnehmern eines Betriebes gibt es das Zertifikat "Fachbetrieb für barrierefreies Bauen"). Die Schulungsmaßnahmen beziehen sich natürlich auf alle relevanten Wohn- und Außenbereiche. Der Aufwand lohnt sich. Grund genug für Betriebe, sich in diesem Markt eine sichere Position aufzubauen. Informationen, Termine und Schulungsunterlagen können angefordert werden unter: www.lebenohnebarrieren.de. Die kaufkraftstarke Zielgruppe hat nicht nur besondere Ansprüche an Komfort, sie ist auch sehr dankbar, wenn sie sich in fachkompetenten Händen fühlen kann und investiert gerne in ihr Wohnumfeld. Ein weiteres Feld, auch für den Trockenbau. Von Wolfram Hülscher