17. Juni 2019

Wenn aus einer Treppe ein gestalterisches Highlight werden kann

Foto: Stephan Bacher

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Bald ist es soweit: Mitte Juli wird der Neubau des Branchenzentrums der Stuckateure für Ausbau und Fassade eingeweiht. Mittelpunkt des imposanten Gebäudes ist eine Treppe. Selbige will mehr sein als ein Element zwischen Stockwerken, sondern steht für meisterhaftes Handwerk.

Wenn jemand, das neue Branchenzentrum betritt, muss ihm die Treppe auffallen. Vor einer dunklen Wand elegant positioniert bewegt sie sich nach oben. Die Wendeltreppe verbindet dank über 26 mit Eichenholz belegten Stufen das Erd- mit dem ersten Obergeschoss. Als Grundkonstruktion wurde eine freitragende Stahlwangentreppe mit beidseitig brüstungshohen Flachstahlwangen als Absturzsicherung gewählt. Um der Wendeltreppe diesen skulpturalen Charakter zu verleihen, wurde die Grundkonstruktion aus Stahl mit Hilfe von vor Ort gebogenem Rundstahl und Rabitzdraht in die finale Form gebracht. Die beiden Handläufe wurden direkt auf den Treppenwangen in Stuck gezogen und durch ein im Handlauf eingelegtes LED-Band in Szene gesetzt.

Eine Chance für die Ausbildung

Nach der Montage der Stahlgrundkonstruktion starteten Mitte vergangenen Jahres die angehenden Ausbau-Manager aus Kurs II unter Anleitung des Experten Uwe Marko und Ausbildungsmeister Gerhard Fischer mit den Arbeiten an der Wendeltreppe. Da wurde nun tatkräftig geschweißt, Stahl gebogen, Schablonen gebaut und Einiges an konzeptioneller Arbeit geleistet. Durch die große Erfahrung und Umsicht von Stuckateurmeister Uwe Marko mit solchen Projekten und der hohen Motivation der Ausbau-Manager konnte man schon nach wenigen Tagen einen beachtlichen ersten Arbeitsfortschritt erkennen.   Nachdem die Unterkonstruktion den gestalterischen Ansprüchen genügte, wurde die komplette Wendeltreppe verputzt und mit einer Oberfläche versehen, die als „Kunst am Bau“ gelten kann: Kalkputz mit einer Beimischung aus Quarzsand in den Farbtönen Ocker und Anthrazit wurde zweilagig aufgezogen, aufgefilzt und geglättet. Nach einem präzisen Schliff mit Papier in einer 240er-Körnung wurde die gesamte Oberfläche aufgestuckt, um die Poren zu schließen.

Saubere Arbeit rundet den Erfolg ab

Es folgte ein Feinschliff mit einem 400er-Schleifpapier. Final wurde dann die Treppe noch doppelt gewachst und auf Hochglanz poliert.  Durch diese weiteren „Arbeitsblöcke“ mit den Auszubildenden kann nun die Wendeltreppe ihre Wirkung auf die Besucher entfalten. Und steht dafür, dass Stuckateure nicht lediglich Stuck verarbeiten, sondern Häuser nachhaltig gestalten können. Von Wolfram Hülscher