19. Juni 2019

Deutsche Energie-Agentur unterstützt das Ziel der Klimaneutralität bis 2050

Foto: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)/Christian Schlüter

Anzeige

Das Ziel Klimaneutralität bleibt Chance und Herausforderung zugleich. Die Bundesregierung will die Treibhausgasemissionen bis 2050 im Vergleich zu 1990 um 80 bis 95 Prozent senken. Das erfordert ein Umdenken auch bei Gebäuden.

Die Bundesregierung will das Ziel der Klimaneutralität  bis 2050 beim EU-Gipfel diese Woche in Brüssel zu unterstützen. Dazu meint   Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen  Energie-Agentur (dena): „Das ist eine wichtige Richtungsentscheidung der Bundesregierung. Das Ziel ist ambitioniert und schafft Klarheit für die Ausrichtung der  Energiewende. Gleichzeitig fordert es uns heraus, über neue  Herangehensweisen nachzudenken. Der Fokus in der deutschen  Klimaschutzpolitik wird sich verschieben: Bisher ging es vor allem um Kohlenstoffquellen und die Vermeidung von Treibhausgasemissionen. Das bleibt wichtig, aber jetzt geht es auch um Kohlenstoffsenken und das  Binden von Kohlenstoff in Produktionszyklen und im  Ressourcenmanagement. Bereits in der Leitstudie Integrierte Energiewende hat die dena deutlich herausgearbeitet, dass das Klimaziel präzisiert werden  sollte. Denn je nachdem, welches Ziel Deutschland bis 2050 erreichen  soll, ergeben sich bereits für die Entscheidungen in der aktuellen  Legislaturperiode und die Entwicklung bis 2030 unterschiedliche  Weichenstellungen. Der bisher geltende Zielkorridor von 80 bis 95  Prozent weniger Treibhausgasemissionen bis 2050 im Vergleich zu 1990  war dafür zu breit angelegt“, meint Kuhlmann.

Förderung von Wettbewerb und Innovationen

Um die  Klimaneutralität bis 2050 bedeutet für Deutschland zu erreichen, müssten die drei Säulen der Energiewende - Energieeffizienz, erneuerbarer Strom und  synthetische, erneuerbare Kraft- und Brennstoffe (Powerfuels) -  ausgebaut werden müssen. Dafür sei vor allem ein neuer ökonomischer Rahmen notwendig um  Wettbewerb und Innovationen anzustoßen. „Wichtig ist schließlich, dass wir uns auf Lösungen konzentrieren und Innovationen voranbringen. Es gibt viele Möglichkeiten, das Klima zu  schützen. Neben der Energiewende zählen auch Dinge wie Ernährung,  Landnutzung, Müllervermeidung und Bildung dazu. Viele junge  Unternehmen auf der ganzen Welt arbeiten bereits an neuen  Geschäftsmodellen für Energiewende und Klimaschutz“, so Kuhlmann.

Vorreiterrolle Energiewende

„Deutschland kann  hier als Technologie- und Industrieland einen starken Beitrag  leisten. Die Entscheidung für Klimaneutralität bis 2050 ist dafür ein gutes Zeichen. Sie wird ein neues Kapitel in der deutschen  Klimapolitik aufschlagen. Die dena wird diesen Prozess intensiv  begleiten", so Andreas Kuhlmann. Und betont damit die Rolle der Bundesrepublik als Standort von Innovationen. Von Wolfram Hülscher