02. August 2019

Digitales Bauen gewinnt an Bedeutung

Foto: Pwc

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Dass Digitalisierung auch in der Baubranche an Bedeutung gewinnt ist klar. Laut einer aktuellen Pwc-Studie wollen 79 Prozent der Unternehmen zukünftig BIM (Building Information Modeling) nutzen. Aber bloß 18 Prozent haben eine Strategie dazu. Entscheidende Gründe sind fehlende Fachkräfte und hohe Investitionen.

In einer aktuellen Studie untersucht Pwc, eines der führenden Forschungsstellen, den Stand der Digitalisierung in der Baubranche. Mehr als die Hälfte der Bauunternehmen hat bereits Erfahrungen mit BIM. Mit BIM soll über die Planung und Ausführung eines Gebäudes hinaus auch die Bewirtschaftung und Dauer eines Gebäudes geplant werden können. Fast 80 Prozent der Unternehmen wollen zukünftig mit BIM arbeiten. Dennoch haben bloß 18 Prozent der Firmen dafür eine Idee. 63 Prozent halten das digitale Bauen für anspruchsvoll. Die Studie „Digitalisierung der deutschen Bauindustrie“ basiert auf der Befragung von 100 Unternehmen aus den Bereichen Planung & Design, Bau und Anlagenbau. „Mit dem digitalen Bauen rückt das integrierte und kontinuierliche Arbeiten an einem 3D-Gebäudemodell in den Mittelpunkt. Dieser Ansatz fördert die lösungsorientierte Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, bringt aber auch einige Hürden mit sich", kommentiert Rebekka Berbner, Partnerin bei PwC und BIM-Expertin.

Digitales Bauen bleibt anspruchsvoll

Laut der Befragten ist das digitale Bauen vor allem aus technischer Sicht anspruchsvoll. Das bestätigen fast zwei Drittel der Experten. Gut die Hälfte hält BIM für aufwändig in der Umsetzung. Die größten Hürden für das digitale Bauen sind nach Einschätzung  von 52 Prozent der Unternehmen fehlende Fachkräfte und 48 Prozent geben hohe Investitionen an. Außerdem können mehr als drei Viertel die Kosten der technischen Implementierung von BIM nicht einschätzen.

Gute Erfahrungen mit BIM

Fast jeder Zweite bezeichnet BIM als positive Erfahrung (46 Prozent) und Arbeitserleichterung (44 Prozent). Das digitale Bauen führe auf jeden Fall zu effizienteren Arbeitsabläufen, finden 39 Prozent der Befragten. Je 36 Prozent nennen die kürzeren Planungs- und Bauzeiten sowie eine bessere Zusammenarbeit mit allen Akteuren als zentrale Vorteile. „Fest steht: In Zukunft werden Unternehmen aus der Baubranche am digitalen Bauen kaum mehr vorbeikommen. Ab 2020 wird BIM bei allen neuen öffentlichen Infrastrukturprojekten in Deutschland verbindlich. Schon heute fordern viele Ausschreibungen den Einsatz von BIM“, ergänzt Christian Elsholz, Director bei PwC im Bereich Capital Projects & Infrastructure.

Digitale Infrastruktur muss ausgebildet werden

Um die Einsatzmöglichkeiten von BIM in Deutschland zu verbessern, fordern die Befragten den schnelleren Ausbau der digitalen Infrastruktur (61 Prozent). Aber auch die finanzielle Förderung durch den Bund und mehr Anreize seitens der Auftraggeber für eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit sehen mehr als die Hälfte der Befragten als sehr wichtig an. Knapp jeder Zweite hält mehr Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für unersetzlich, um den Einsatz von BIM in Deutschland zu verbessern.

Veränderungen durch BIM

Einig sind sich die Befragten, dass das digitale Bauen die Branche künftig prägen wird: Sechs von zehn Entscheidern gehen davon aus, dass sich die Baubranche durch den Einsatz von BIM in den kommenden fünf Jahren grundlegend verändern wird. Jeder Zweite rechnet damit, dass sich das Geschäftsmodell seines Unternehmens durch BIM stark wandeln wird. „Das digitale Bauen bedeutet einen Paradigmenwechsel für die Baubranche“, ist auch PwC-Expertin Rebekka Berbner überzeugt. Für sie überwiegt jedoch das Positive: „Im Fokus der Zusammenarbeit für ein Bauprojekt steht künftig Win-Win, nicht mehr Win-Lose“. Jeder zweite geht davon aus, dass sich das Geschäftsmodell durch BIM wandeln wird. Das trifft für alle Beteiligten in der Branche zu.

Quelle: Pwc/wh