28. August 2019

Tobias Schmider erhält „Medallion for Excellence“

Foto: ZDB

Anzeige

Der 21-jährige Stuckateur Tobias Schmider aus Windelsbach in Bayern erkämpfte sich im Skill „Dry Wall Systems / Plastering“ den 7. Platz im internationalen Teilnehmerfeld aus 25 Nationen. Für seine hervorragenden Leistungen wurde er mit einer Medallion for Excellence ausgezeichnet.

Exakt 1.354 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus über 63 Nationen und Regionen haben vom 22. bis 27. August 2019 in Kasan bei der WM der Berufe in 56 verschiedenen Wettbewerbskategorien um Medaillen gekämpft. Die 45. Worldskills, die Weltmeisterschaft der Berufe, ist am gestrigen Abend in Kasan mit einer feierlichen Abschlussveranstaltung, bei der auch Präsident Wladimir Putin zugegen war, beendet worden. Schmider zeigte sich am Ende zufrieden mit seiner Leistung. Er fand nur schwer in den Wettbewerb und konnte die Trockenbaukonstruktion nicht vollenden.

Gute Leistung trotz komplizierter Aufgabe

So war er mit dem 7. Platz dennoch zufrieden: „Was ich aus der Vorbereitung auf diese WorldSkills als auch aus den Wettbewerben selbst mitgenommen habe, bringt mich in meinem gesamten Berufsleben weiter.“ Schmider hat 2018 seine Gesellenprüfung abgelegt und war zunächst Kammersieger, dann Landessieger und am Ende deutscher Vize-Meister der Stuckateure geworden. Schmider hatte eine aufwändige Trockenbaukonstruktion mit Stuck und Putz sowie einem sogenannten Free Style-Element zu erstellen. Diese war durch verschiedene Öffnungen durchbrochen, so zum Beispiel mit einem Fenster, einer Tür sowie einer Aussparung in Form eines maurischen Bogens. Zunächst galt es, die eigentliche Trockenbaukonstruktion zu erstellen, dabei musste jeweils eine Wand nach den Anforderungen des Brand-, des Schall- sowie des Wärmeschutzes errichtet werden. Hinzu kam eine frei tragende Deckenkonstruktion. Danach waren die Wände sowie das Rauminnere zu spachteln, wobei wiederum verschiedene Qualitätsstufen zum Teil mit Bewehrungsstreifen auszuführen waren. Anschließend mussten vorgefertigte Stuckstreifen um die Fensterlaibungen herum sowie ein Sockelprofil angebracht werden. Darüber hinaus war eine Putzfläche zu gestalten. Im Free-Style-Modul hatte sich Tobias Schmider für ein Sonnenuntergangsmotiv entschieden, das mit verschiedenen Putztechniken gestaltet war und im Vordergrund eine aus Stuck gefertigte Turmspitze der Kul-Scharif-Moschee in Kasan zeigte.

Stolz auf die Teilnehmenden

Stuckateur- und Trockenbauermeister Josef Gruber, Referatsleiter und Ausbildungsmeister im Bildungszentrum 2 der Handwerkskammer Mittelfranken in Nürnberg hat Tobias Schmider auf die WorldSkills vorbereitet und war als Experte und Mitglied der internationalen Jury vor Ort in Kasan dabei.  Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, Ehrenpräsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, hatte das Team nach Kasan begleitet und zeigte sich beeindruckt von seiner Leistung: „In Kasan waren Deutschlands beste junge Gesellen am Start. Sie haben großartig gekämpft und alles gegeben. Dafür zollen wir ihnen höchsten Respekt. Sie sind ein hervorragendes Aushängeschild für unsere Branche und zeigen, wie weit man es mit einer guten Ausbildung, einer starken Leistung und entsprechendem Engagement bringen kann.“

Erfolg fürs Nationalteam Deutsches Baugewerbe

Das Nationalteam Deutsches Baugewerbe besteht aus sechs jungen Nachwuchshandwerkern aus den Berufen Beton- und Stahlbetonbauer, Fliesenleger, Maurer, Stuckateur und Zimmerer. Außer dem 7. Platz von Tobias Schmider erreichte das Team weitere Erfolge.  Alex Bruns (22) aus Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz wurde Weltmeister der Zimmerer und holte Gold, Janis Gentner (21) aus Aalen in Baden-Württemberg gewann im Wettbewerb der Fliesenleger ebenfalls Gold und erhielt als bester deutscher Teilnehmer die Auszeichnung „Best of Nation“. Die Beton- und Stahlbetonbauer Julian Kiesl (20) aus Mallersdorf-Pfaffenberg in Bayern und Niklas Berroth (21) aus Sulzbach-Laufen in Baden-Württemberg holten Bronze, der Maurer Christoph Rapp (22) aus Schemmerhofen in Baden-Württemberg erreichte Platz 5 und erhielt für seine herausragenden Leistungen eine „Medaillon for Excellence“. Exakt 39 deutsche Teilnehmerinnen und Teilnehmer starteten in 34 Berufen. Dazu gehören auch die sechs Mitglieder aus dem Nationalteam des Deutschen Baugewerbes.

Redaktion: Wolfram Hülscher