04. September 2019

Zahl der Azubis geht 2019 zurück


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Für 2019 erwarten 21 Prozent der mittelständischen Ausbildungsunternehmen einen Rückgang der Azubi-Zahlen, 13 Prozent einen Anstieg, so eine Erhebung von KfW Research. Zahlen für das Stuckateurhandwerk werden Mitte Oktober vorliegen.

Im gerade beendeten Ausbildungsjahr 2018 war die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum zweiten Mal in Folge leicht gestiegen – um 1,2 Prozent auf 521.900, wie das Statistische Bundesamt vermeldet. Doch bereits im neuen Ausbildungsjahr 2019 dürfte sich die Lage wieder ändern: Im Mittelstand, der in Deutschland zirka 90 Prozent aller betrieblichen Auszubildenden beschäftigt, deutet sich ein Rückgang an, wie eine aktuelle Auswertung von KfW Research auf Basis des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels zeigt. Denn auch wenn zwei Drittel der mittelständischen Ausbildungsunternehmen schätzen, dass die Anzahl der eigenen Auszubildenden in 2019 konstant bleibt, so geht doch ein Fünftel (21 Prozent) von einem Rückgang aus. Mit einem Anstieg rechnen nur 13 Prozent.

„Der leichte Anstieg der Azubi-Zahlen in 2017 und 2018 ist nur ein vorübergehendes Phänomen, das vor allem durch den nun abebbenden Arbeitsmarktboom und die Integration von Flüchtlingen ins Ausbildungssystem getragen wurde“, sagt  Arne Leifels, Ökonom bei KfW Research. „Schon für das gerade gestartete Ausbildungsjahr 2019 erwarte ich wieder einen leichten Rückgang der Neuverträge. Die duale Berufsausbildung kehrt dann wieder zu ihrem langfristigen Trend zurück, der durch sinkende Schülerzahlen und steigende Studierneigung klar negativ ist.“

Auch wenn der Mittelstand in seiner Gesamtheit den Großteil der Berufsausbildung hierzulande schultert, bildet bei weitem nicht jedes mittelständische Unternehmen aus. Von den 3,80 Mio. kleinen und mittleren Unternehmen haben gemäß KfW-Mittelstandspanel 2019 nur 13  Prozent Auszubildende in der Belegschaft. Dies ist auf die Größenstruktur des deutschen Mittelstands zurückzuführen, der zu 80 Prozent aus Kleinstunternehmen mit weniger als 5 Beschäftigten besteht. Und je kleiner ein Unternehmen ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es Azubis beschäftigt. So waren 2018 nur 5 Prozent der Kleinstunternehmen ausbildungsaktiv, bei den Mittelständern mit mehr als 50 Mitarbeitern hingegen drei Viertel. Die geringe Ausbildungsaktivität der kleinsten Unternehmen führt auch zu ausgeprägten Branchenunterschieden.

KfW Research zeigt im Rahmen der Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels auch die Unterschiede bezüglich der Ausbildungsaktivität in den Bundesländern. Wie eine Durchschnittsbetrachtung der Jahre 2013 bis 2017 ergibt, ist die Ausbildungsaktivität des Mittelstands in den westdeutschen Flächenländern strukturell hoch: In Niedersachsen (inkl. Bremen) bilden 20,5 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen aus, in Rheinland-Pfalz (inkl. Saarland) 18,5 Prozent. Auch in Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt liegt die Ausbilderquote deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Hessen, Baden-Württemberg und Bayern liegen im Länderranking mit Mittelfeld. Die Schlussgruppe mit Quoten unter 11 Prozent bilden Sachsen, Thüringen, Berlin und Hamburg. Quelle: KfW Research / pgl