13. September 2019

Jubiläum bei führendem Verband der Betonindustrie

Mit dem „Porenbeton-Handbuch“ möchte der Bundesverband Porenbetonindustrie e.V. ein kompaktes Kompendiumbieten, das alle für Lehre und Planung relevanten Daten und Tabellen enthält, ende 2018 erschien das Handbuch in seiner 7. und erneut vollständig aktualisierten Auflage. Foto: Bundesverband Porenbetonindustrie e.V.

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Der Bundesverband Porenbetonindustrie feiert sein 60-jähriges Jubiläum. Der 1959 von den zehn größten deutschen Produzenten gegründete Verband gibt sein Porenbeton-Handbuch in vollständig überarbeiteter Fassung heraus.

Zehn der größten deutschen Produzenten des damals noch als „Gasbeton“ bezeichneten Mauerwerksbaustoffs unterschrieben im August 1959 den Gründungsvertrag für einen Fachverband, der seit 1990 den Namen „Bundesverband Porenbetonindustrie e.V.“ trägt. Er sollte sich um bundesweit einheitliche Produktionsstandards und die Anpassung des Bausystems Porenbeton an sich wandelnde Anforderungen der Architektur und Bauwirtschaft kümmern. Bereits Anfang der 1950er-Jahre hatte Ludwig Erhard, damals Bundesminister für Wirtschaft, in einer Rede vor dem Bundestag über den Baustoff gesprochen und den weiteren Ausbau der Produktionskapazitäten für Porenbeton in Deutschland empfohlen. Tatsächlich erreichte die Produktion des außergewöhnlichen Baustoffs erstmalig in diesem Jahrzehnt auch in Deutschland einen ihrer Höhepunkte. Damit sollten Häuser zügiger gebaut werden. Erfunden hatte ihn in den 1920er-Jahren ein schwedischer Wissenschaftler. Das Ziel seiner vom schwedischen Staat unterstützten Forschung war die Entwicklung eines anorganischen Baumaterials, das aus fast überall vorhandenen, natürlichen und günstigen Rohstoffen hergestellt werden konnte, dabei nicht brennbar und vor Fäulnis geschützt sein sollte.

Qualität sichern

Von entscheidender Bedeutung für den Erfolg des Baustoffs in Deutschland war nicht zuletzt die Gründung des „Fachverbands Gasbetonindustrie e.V.“, denn dieser unterstützte von Anfang an die Normung von Produktion und Produkten. Mauersteine in gleichbleibend hoher und identischer Qualität aus allen Werken – das war das erklärte Ziel der Verbandsmitglieder. Dafür bündelten die im wesentlichen mittelständischen Unternehmen technische Kompetenz und Expertise in der Geschäftsstelle ihres Verbandes. Mit großem Erfolg.

Ansprechpartner für die Wissenschaft

Heute ist der „Bundesverband Porenbetonindustrie e.V.“ Ansprechpartner für Politik und Wissenschaft sowie Mitglied in verschiedenen Dachverbänden wie der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau e.V. (DGfM). Auch wirken seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zahlreichen Gremien und Initiativen mit, die sich der Förderung nachhaltiger Bau- und Wohnungspolitik widmen. Auf europäischer Ebene ist er im Verband der Europäischen Porenbetonindustrie EAACA aktiv, dem Produzenten aus 17 EU-Staaten sowie aus einem assoziierten Nicht-EU-Staat angehören.

Für Praxis und Lehre

Ziel des Bundesverbandes Porenbetonindustrie e.V. ist es darüber hinaus, umfassende Informationen und praktische Hilfestellung in Fragen des modernen Mauerwerksbaus mit Porenbeton bereitzustellen. Seit 1991 bietet er mit dem „Porenbeton-Handbuch“ ein kompaktes Kompendium, das alle für Lehre und Planung relevanten Daten und Tabellen enthält. Ende 2018 erschien das Handbuch in seiner bereits 7. und erneut vollständig aktualisierten Auflage.  1992 wurde die BVP-Porenbeton-Informations-GmbH gegründet, die von ihren Gesellschaftern mit zusätzlichen Budgets ausgestattet wurde, um die Informationsarbeit rund um den inzwischen fest etablierten Baustoff auszuweiten. Das „Porenbeton-Handbuch“ wurde in der Folge durch zahlreiche Fachschriften zu speziellen Anwendungsbereichen des Porenbetons ergänzt.

Zeitloses Baumaterial

60 Jahre nach Gründung des Verbandes steht Deutschland erneut vor der Aufgabe, schnell und wirtschaftlich bezahlbaren Wohnraum schaffen zu müssen. „Eine Herausforderung, der sich Investoren und Kommunen bevorzugt mit massiven Mauerwerksbaustoffen wie Porenbeton stellen sollten“, so Heinz-Jakob Holland, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Porenbetonindustrie e.V. „Denn dieser hat seit seiner Erforschung und Entwicklung nichts von seinen herausragenden Eigenschaften verloren. Wärmeschutz ohne zusätzliche Dämmung, Nichtbrennbarkeit, hohe Diffusionsfähigkeit und die maßseitig hohe Flexibilität von Porenbeton empfehlen ihn für ebenso nachhaltiges wie energieeffizientes Bauen.“ Auch stünden heute ausreichend große Produktionskapazitäten für den aktuell hohen Bedarf der Bauwirtschaft zur Verfügung, so Holland. „Porenbeton ist unverzichtbar für zeitgemäßes Bauen und für nahezu jede Anwendung geeignet.“ Auch heute in Zeiten vom Bauboom wird ein gut zu verbauender Baustoff benötigt.

Redaktion: Wolfram Hülscher