27. September 2019

Deutsch-israelisches Kooperationsprojekt geht nächstes Jahr in die nächste Runde

Vier deutsche Handwerker-Teams legten gemeinsam mit israelischen Handwerkern und Studenten Hand an bei der Sanierung des Liebling Hauses in Tel Aviv, ein Projekt bei welchem praktische Erfahrung gesammelt wird. Foto: Yael Schmidt / Sto-Stiftung

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Im Frühjahr 2019 haben deutsche Stuckateur- und Maler-Azubis zusammen mit israelischen Handwerkern und Studenten Gebäude renoviert. Im kommenden Jahr geht das Projekt in eine neue Runde. 

Im Frühjahr 2019 haben deutsche Stuckateur- und Maler-Azubis zusammen mit israelischen Handwerkern und Studenten die denkmalgeschützte Fassade des im „Internationalen Stil“ errichteten Max-Liebling-Hauses in Tel Aviv restauriert. Unterstützt wurden sie bei ihrer Arbeit von der gemeinnützigen Sto-Stiftung. Am 19. September 2019 ist das Gebäude nun offiziell seiner Bestimmung als deutsch-israelisches Architektur- und Denkmalschutzzentrum übergeben worden. Konrad Richter, Stiftungsrat Handwerk der Sto-Stiftung, freut sich über das gelungene Projekt: „Der erfolgreiche Workshop am Max-Liebling-Haus in Tel Aviv hat gezeigt, was über Ländergrenzen hinweg erreicht werden kann. Gemeinsam arbeiten, voneinander lernen, zusammen Freizeit gestalten, das ist unser Beitrag zu einer weltoffenen Gesellschaft.“  Doch damit nicht genug: Ein Team bestehend aus zwei angehenden Berufsschullehrern und drei Schülern plant im Frühjahr kommenden Jahres wieder in Tel Aviv sein. Zusammen mit drei israelischen Malern sollen im nächsten Schritt auch im Innenraum Wände, Decken, Türen und Fensterrahmen denkmalschutzgerecht saniert werden.

Altes bewahren, Neues gestalten

Die Sanierung der Fassade wurde als Jugendcamp konzipiert, das junge deutsche und israelische Handwerker zusammenführt. Sie ist Teil der Kooperation „Open for Renovation“, die von der Geschäftsstelle Weiße Stadt Tel Aviv im Amt für Bundesbau (ABB) in Mainz als Vertretung der Bundesregierung koordiniert wurde. Die gemeinnützige Sto-Stiftung finanzierte und organisierte den deutsch-israelischen Workshop zur Fassadensanierung. Unterstützung erhielt das Projekt auch durch die Berufsschule in Leonberg und das Kompetenzzentrum der Stuckateure in Rutesheim sowie von Fachschülern der sieben Fachschulen Deutschlands.

Symbolträchtiges Weltkulturerbe

Anlässlich des 50. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel, der 2015 begangen wurde, vereinbarten beide Regierungen die beispielhafte denkmalschutzgerechte Komplettsanierung des Liebling Hauses. Der Leiter des Denkmalschutzamtes Tel Aviv und verantwortliche Architekt Jeremie Hoffmann fasst den Zweck der Arbeiten zusammen: „Die Sanierung des Liebling Hauses ist ein Symbol für die gesamte Weiße Stadt und ihre Architektur im Internationalen Stil: Sie macht der Öffentlichkeit dieses kulturelle Erbe der Stadt bewusster.“ Das Projekt hat einen sowohl kulturhistorisch als auch bautechnisch und interkulturell bedeutsamen Rahmen: 100 Jahre Bauhaus. Das jetzt sanierte Haus ist eines von rund 4.000 Wohngebäuden der Wei-ßen Stadt, die nach 1933 von deutschen Architekten jüdischen Glaubens in Tel Aviv errichtet worden waren. Die Bauten sind ein typisches Beispiel für den durch Bauhaus-Elemente geprägten „Internationalen Stil“ und gehören heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Etwa 2.000 Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Aufgrund des Projektes kann historische Bausubstanz erhalten bleiben und es garantiert dass praktische Erfahrung gesammelt wird.

Quelle: Sto Stiftung / wh