25. Oktober 2019

Bundesregierung beschließt höheren Lohn für Auszubildende

Die Bundesregierung beschließt höhere Vergütungen für Auszubildende.Foto: Pixabay

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Die Bundesregierung hat ein Gesetz zur Reform der beruflichen Bildug auf den Weg gebracht. Ab kommendem Jahr bekommen Auszubildende mindestens 515 Euro Lohn im ersten Ausbildungsjahr. Zudem hat der Bundestag neue Bezeichnungen der beruflichen Fortbildung verabschiedet.

Die neuen Berufsbezeichnungen sollen "Geprüfter Berufsspezialist", "Bachelor Professional" und "Master Professional" heißen werden. Das führe zu mehr Transparenz, so ein Vertreter der CDU/CSU im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Auch lobte er die Einführung einer Mindestvergütung für Auszubildende. Davon würden rund drei Prozent der Betrieb betroffen sein, die meisten davon in Ostdeutschland. "Wir haben darüber viel diskutiert. Aber es kann nicht sein, dass 30 Jahre nach der Wiedervereinigung die Azubis ungleich bezahlt werden", sagte der Abgeordnete.

Eine Vertreterin der SPD-Fraktion machte deutlich, dass es sich bei der Mindestausbildungsvergütung nicht um Sozialleistung handele. "Das ist ein Vergütung." Es sei die Anerkennung der Azubis für die Wertschöpfung, die sie den Betrieben bringen würden.

Die Pläne zur Modernisierung der beruflichen Bildung seien "eine große Enttäuschung", sagte ein Vertreter der FDP-Fraktion. Beispielsweise würden Wege in der individuellen Bildung darin nicht ausreichend abgebildet, Teilabschlüsse würden nicht ermöglicht. Insgesamt würden die Hürden für die Arbeitgeber weiter erhöht. Es müsste sich dann niemand wundern, wenn immer weniger Betriebe ausbilden würden.

Eine Vertreterin der Linksfraktion forderte ein Recht auf Ausbildung. Mehr als zwei Millionen junge Menschen zwischen 20 bis 34 Jahren hätten keinen beruflichen Abschluss. Das würde bei den meisten in eine prekäre Beschäftigung führen. 270.000 jungen Menschen würde mangelnde Ausbildungsreife beschieden. Diese würden dann in Übergangssystem verharren und wiederum rund 40 Prozent davon würden es auch von dort nicht in den ersten Arbeitsmarkt schaffen. "Das muss geändert werden", sagte sie.

Die Vertreterin der Grünen sagte, dass sich ihre Fraktion grundsätzlich über die Stärkung der beruflichen Bildung freue, der parlamentarische Ablauf jedoch zu gehetzt und schnell von statten ginge. Die geplante Mindestausbildungsvergütung würde bei vielen Azubis gar nicht greifen, wie etwa in Sozialberufen. Ferner forderte sie, die geplanten Abschlussbezeichnungen in der beruflichen Bildung noch einmal zu bedenken und das Verfahren dazu neu zu moderieren.

Quelle: HIB / pgl