04. November 2019

Sachverständige tagten in Heidenheim


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Über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich Ende Oktober für zwei Tage bei der Herbsttagung des baden-württembergischen Sachverständigen-Arbeitskreies im Stuckateurhandwerk in Heidenheim/Brenz. Bersonders viele kamen dieses Mal auch aus Österreich, der Schweiz und Italien, da die geplante Internationale Sachverständigenkonferenz in Bozen ausfiel.

Wie sich Feuchteschäden in der Gebäudehülle vermeiden lassen, erläuterte im ersten Vortrag Sylvia Polleres von der Holzforschung Austria in Wien. "Kantig, kubig, ungeschützt ist moderne Architektur, damit müssen wir uns als Techniker zurechtfinden", beschrieb sie eine wichtige Herausforderung. Barrierearmut bei Türen und Fenstern und sicherer Schutz vor eindringendem Wasser seien nicht so einfach unter einen Hut zu bringen.

Verfahren zur Ermittlung von Schadensursachen mit mineralogischen Verfahren stellte Kerrin Lessel vor, Sachverständige für mineralische Baustoffe, Verputzarbeiten und Herstellung von Wärmedämm-Verbundsystemen aus Bad Ischl. Sie beschrieb, für welche Analysen sich Verfahren wie Lichtmikroskopie oder Röntgendifraktometrie eignen und was deren Grenzen sind. Konkrete Beispiele zeigten, wie sich damit feststellen lässt, welche Werkstoffe verarbeitet wurden.

Ein Dauerbrenner bei den Sitzungen der Sachverständigen sind Qualitätsstufen von Putzoberflächen. Dazu referierte Walter Bücher vom Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz.

Sehr anschaulich setzte sich die Sachverständige Maria Dilanas damit auseinander, wie Gutachten eindeutig und klar verständlich formuliert werden können. "Es ist eine Frage der Ehre, dass wir Sachverständige verstanden werden und uns präzise ausdrücken", forderte sie. So sei beispielsweise beim Begriff "Abdichtung" darauf zu achten, dass auch das betreffende Bauteil genannt wird.

Franz Christ gab anschließend Tipps, wie Baufeuchte richtig und nachvollziehbar gemessen werden kann.

Ein Dauerthema für Sachverständige sind auch Haftbrücken auf Betonoberflächen. Sie waren Teil des zweiten Vortragstages.  "Sind Haftbrücken sinnvoll oder  schadensfördernd?" hatte Michael Hladik,Sachverständiger für Verputzarbeiten, WDVS-Arbeiten aus Natters seinen Vortrag übertitelt. Er stellte spannende Erkenntnisse aus Schäden und Versuchen vor. Abschließend erfolgte der Erfahrungsaustausch der Sachverständigen unter anderem zu Putzrissen im Zusammenhang mit einer unzureichenden Statik von Wänden und zur Verformung dunkler Dämmplatten.

Ein ausführlicher Bericht zur Tagung folgt in der Dezember-Ausgabe von ausbau + fassade.

Redaktion: Pia Grund-Ludwig