13. November 2019

Goldmedaille für Stuckateur Franz Huber


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Bei der Deutschen Meisterschaft in den Bauberufen 2019 kämpften rund 60 Nachwuchshandwerkerinnen und Nachwuchshandwerker in acht Einzelwettbewerben um Gold-, Silber- und Bronzemedaillen, ausgerichtet wurden die Wettbewerbe in Bad Zwischenahn. 

Bester der Stuckateure wurde der zwanzigjährige Franz Huber aus dem bayerischen Münchensteinach. „Es ist ein tolles Gefühl, am Ende auf dem Treppchen gestanden zu haben. Das macht mich schon stolz, aber ich bin vor allem auch sehr erleichtert“, erklärte der Goldmedaillengewinner am Ende des Wettbewerbs. Silber ging dabei an Andreas Schuon aus Haiterbach in Baden-Württemberg, Bronze gewann Antonio Jajalo aus Neustadt an der Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Huber machte seine Ausbildung bei der Firma Stirnweiss in seinem Heimatort. Für die Stuckateure waren komplexe Herausforderungen zu meistern. Die Wettbewerbsteilnehmer mussten eine Metallständer-Konstruktion in Trockenbauweise konstruieren. Anschließend wurde sie mit Gipskartonplatten beplankt und sollte vollflächig verspachtelt werden. Anschließend bekamen zwei der vier Seitenteile eine Fensteröffnung. Finaler Schritt war eine „Freie Gestaltung“. Eine fest definierte Fläche musste nach individuellen Vorstellungen mit Putz und Farbe gestaltet sein.

Wettbewerb für unsere Landessieger

Zugelassen sind bei den Wettbewerben die jeweiligen Landesbesten, neben Stuckateuren können auch Beton- und Stahlbetonbauer, Brunnenbauer, Fliesen-, Platten oder Mosaikleger, Maurer, Straßenbauer, Wärme-, Kälte- oder Schallschutzisolierer oder Zimmerer mitmachen. Bereits zum 68. Mal wird der Wettbewerb vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) veranstaltet. Einer großen Menge handwerklichen Geschicks und ordentlicher Präzision bedarf es, um Meister im Beruf zu sein. Ziel des Wettbewerbs soll sein auf das extrem hohe Ausbildungsniveau und die umfangreichen Ausbildungsleistungen im deutschen Baugewerbe aufmerksam machen sowie die besten Nachwuchskräfte fördern. „Die Ausbildung von hochqualifizierten Fachkräften ist eines unserer wichtigsten Anliegen. Denn nur so können wir unser Handwerk sichern und den Anforderungen unserer privaten wie öffentlichen Bauherren dauerhaft gerecht werden!“, erklärte Felix Pakleppa, ZDB-Hauptgeschäftsführer, anlässlich der Deutschen Meisterschaft. „Wir freuen uns, dass die Lehrlingszahlen zum Stichtag 30. Juni um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. Besonders stark sind die Lehrlingszahlen in den neuen Ländern gestiegen, aber auch in den alten Ländern gibt es solide Zuwächse.“ „Eine Ausbildung am Bau ist weiterhin attraktiv. Wer am Bau arbeitet, schafft einen Nutzen für das Land: Wir schaffen den dringend benötigten Wohnraum in den Städten und bauen die Klimawende im Gebäude- und Verkehrsbereich,“ sagt Pakleppa. Gleichzeitig verweist er auf die gute Perspektive welche in einer Ausbildung in einem Bauberuf ermöglicht wird.  

Digitalisierung braucht mehr Fachpersonal

Durch den hohen technischen Stand ist zudem Fachpersonal vonnöten. „Auch, wenn durch die Digitalisierung und Automatisierung Produktionszuwächse möglich sind, besteht weiter ein großer Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Die zu erwartende demografische Entwicklung wird dieses Problem zukünftig noch verschärfen“, sagt Pakleppa. Ein gutes Ausbildungssystem wäre daher unerlässlich. Die Bauwirtschaft ist einer der größten Arbeitgeber in Deutschland und beschäftigt in rund 70.000 Unternehmen rund 850.000 Beschäftigte. Dabei werden fast 80 Prozent der Lehrlinge in den inhabergeführten, mittelständischen Unternehmen des Deutschen Baugewerbes ausgebildet. Fast 35.000 junge Leute absolvieren derzeit ihre Ausbildung in einem der 18 Bauberufe. Die Branche investiert dafür gut 600 Millionen Euro jährlich. Hauptsponsor der Deutschen Meisterschaft ist die Zertifizierung Bau GmbH aus Berlin, der Wettbewerb wird zudem unterstützt von der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, der SOKA-BAU sowie der Stabila. Das Bau-ABC Rostrup wird zudem von der Strabag AG, von Peri und der Kloska Group unterstützt. Wettbewerbe tragen dazu bei Nachwuchs fürs Handwerk zu motivieren. 

Redaktion: Wolfram Hülscher