27. November 2019

Geringere Investitionen in Infrasturkturprojekte


Anzeige

Die Deutsche Bauindustrie beklagt einen Rückgang an Investition in Infrastrutkturprojekte. Besonders sei der Straßenbau betroffen. 

Insgesamt würde die Konjunktur schlechter werden sagt die Bauindustrie. „Die Branche kann sich leider nicht mehr von der allgemeinen Verschlechterung der Stimmung in der Gesamtwirtschaft frei machen: Die Geschäftserwartungen lassen auch am Bau nach. Mittlerweile erwarten deutlich mehr Bauunternehmen eine Eintrübung ihrer Geschäftslage als noch vor einem Jahr“, sagt Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Bauindustrie. Dies sei auch auf eine Zunahme an Stornierungen und schleppender Auftragsvergabe insbesondere im Straßenbau zurückzuführen. Eine kurzfristig durchgeführte Umfrage unter Mitgliedern bestätige diese Entwicklung. Die schleppende Auftragsvergabe scheine nicht nur auf personelle Engpässe in den Behörden zurückzuführen zu sein, sondern auch darauf, dass Ausschreibungen bewusst zurückgehalten würden, weil auf sinkende Preise gehofft werde. „Eine solche Praxis stößt bei uns auf Unverständnis, sollte sie zutreffend sein. Denn dadurch würde dem ruinösen Preiskampf wieder Tür und Tor geöffnet, der am Ende auch der öffentlichen Hand schadet“, so Babiel.

Preissteigerungen müssen beachtet werden

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der Ordereingang im Straßenbau für Baubetriebe mit 20 oder mehr Beschäftigten sich schlecht entwickelt: Dieser sei im September um real 5,6 % zurückgegangen, nach einem Einbruch im August von 18,8 %. Über alle neun Monate läge das Volumen um 2,9 % unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau. „Unter diesem Gesichtspunkt ist der mitunter vorgebrachte Vorwurf der Politik, die Bauunternehmen bauten nicht genügend Kapazitäten auf, geradezu zynisch. Wir fordern deshalb die Politik auf, Ausschreibungen konsequent an den Markt zu bringen, vor allem aber keine Ausschreibungen aus Preisgesichtspunkten zu verknappen und bewusst zurückzuhalten. Auch sollten natürliche Baupreissteigerungen – aufgrund von gestiegenen Baumaterialpreisen, zunehmenden gesetzlichen Vorgaben sowie gestiegenen Lohnkosten - sowohl in den Investitionsprogrammen als auch bei der konkreten Projektplanung konsequent berücksichtigt werden“, sagt Babiel. Davon würden Handwerker wie Bauherren profitieren.

Quelle: Deutsches Bauindustrie/wh