03. Dezember 2019

Rainer Reichhold als Präsident der HWK Stuttgart wiedergewählt

Präsident der HWK Stuttgart Rainer Reichhold. Foto: Handwerkskammer Region Stuttgart

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Für die nächsten fünf Jahre wurde der amtierende Präsident der Handwerkskammer bestätigt. Über die Vollversammlung wurde ebenfalls abgestimmt, die Stuckateure werden von Stuckateurmeister Jürgen Schmid aus Ebersbach vertreten. 

Die neue Vollversammlung hat Präsidium und Vorstand gewählt. Für die nächsten fünf Jahre wurde der amtierende Präsident der Handwerkskammer Region Stuttgart, Elektroinstallateurmeister Rainer Reichhold aus Nürtingen, einstimmig in seinem Amt bestätigt. Als Vizepräsident hat das Handwerkerparlament den Stuttgarter Kreishandwerksmeister Alexander Kotz wiedergewählt. Als Vizepräsident der Arbeitnehmerseite wurde Peter Kudielka aus Asperg im Kreis Ludwigsburg berufen. Der Maurermeister löst Andreas Fiala ab, der nach 14 Jahren Amtszeit nicht mehr angetreten war. Erstmals in der Geschichte der Handwerkskammer Region Stuttgart ist eine Frau in die Führungsspitze gewählt worden. Petra Engstler-Karrasch wurde am Montag von der Vollversammlung der Kammer einstimmig zur Stellvertretenden Hauptgeschäftsführerin bestimmt. Sie übernimmt ab 1. Januar 2020 gemeinsam mit Hauptgeschäftsführer Thomas Hoefling die Aufgaben für die Handwerkskammer. Auch neu im Amt ist ab dem 1. Januar 2020 Christoph Gräter. Er übernimmt als Geschäftsführer den Geschäftsbereich Zentrale Dienste der Handwerkskammer.

Forderungen an die Politik

Klare Worte richtete Reichhold an die Verantwortungsträger in der Politik. Als Präsident einer der größten Handwerkskammern im Bundesgebiet vertritt er die Interessen von fast 30.000 Handwerksbetrieben. Er äußerte starke Kritik an einer weiteren Verschlechterung der Verkehrssituation in der Landeshauptstadt. Ebenso kritisierte er einen zu stark eingreifenden Staat. Als Erfolg wertete er bei der Herbstkonferenz die Rückkehr zur Meisterpflicht in zwölf Gewerken sowie die Einführung der Meisterprämie in Baden-Württemberg. Der im Amt bestätigte Kammerpräsident kündigte zudem an, die digitalen Serviceleistungen der Kammer, wie das Kundenportal für die Mitgliedsbetriebe, weiter ausbauen zu wollen. Zudem kritisierte er die Bundespolitik, er forderte eine Absenkung von Unternehmenssteuern und reduzierte Sozialabgaben. Auch über den Abbau von Bürokratie werde viel geredet, ankommen tue in den Betrieben nur wenig. So kosten die Vorfälligkeit von Sozialabgaben oder die Dokumentationspflicht zum Mindestlohn Geld und Nerven. Reichhold: „Ich wünsche mir endlich eine echte Wirtschaftspolitik, so dass wir Handwerker wieder mehr Luft zum Atmen bekommen,“ sagt Reichhold. Bei der Wiedereinführung der Meisterpflicht in etlichen Gewerken ging der im Amt bestätigte Kammerpräsident auf einige Parallelen zu seiner Amtszeit ein. „In meinem ersten Wahljahr 2004 wurden durch die Novelle der Handwerksordnung 53 Gewerke meisterfrei gesetzt. Heute, 15 Jahre später, wurden die Folgen korrigiert und wir novellieren die Novelle.“ Es sei ja erfreulich, dass das Rad teilweise zurückgedreht wurde, weil die Qualität der Arbeit und die Ausbildung stark gelitten hätten. „Warum hat man die Argumente des Handwerks damals nicht ernst genommen?“, fragte Reichhold. Als „echten Erfolg“ bezeichnete der Kammerpräsident die Meister- und Gründungsprämie, die im Land im kommenden Jahr eingeführt wird. Auch die Erhöhung des Meister-BaföG mache die Fortbildung im Handwerk attraktiver. Entscheidend für eine gute Zukunft im Handwerk sei es Herausforderungen wie Nachwuchs und Digitalisierung früh zu planen. Dann bleibt das Handwerk attraktives Arbeitsumfeld.

Redaktion: Wolfram Hülscher