20. Februar 2020

Bundestag beschließt Anstieg vom Aufstiegs-Bafög

Beim Aufstiegs-Bafög verbessern sich die Konditionen für Weiterbildung. Foto: Pixabay

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Der Bundestag hat am 14. Februar einer Erhöhung des Aufstiegs-Bafög zugestimmt. Auszubildende erhalten mehr Geld,  der Zuschussanteil zum Maßnahmenbeitrag für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren wird erhöht, eine  stufenweise Förderung bis auf „Master-Niveau“ wird eingeführt und bei Existenzgründung erfolgt ein vollständiger Erlass der Darlehensschuld.

Die attraktiven Angebote dienen dazu die Motivation zu einer Ausbildung im Handwerk zu steigern, auch für Akademiker.  „Berufliche Weiterbildung hat bei uns in Deutschland Priorität. Denn ein Spitzenland braucht Spitzenpersonal. Und unser Land ist im Wandel. Digitalisierung, Globalisierung und ein stärker werdender Wettbewerb: Um das zu meistern, brauchen wir die Besten“, sagt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek . Deutschland brauche mehr Meister. „Wer dahin aufsteigen will, dem müssen wir den Weg ebnen“, sagt Karliczek. Dafür investiere das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit zusätzlich 350 Millionen Euro so viel wie nie zuvor. Die finanzielle Unterstützung wird deutlich angehoben. Beispielsweise muss die Unterhaltsförderung künftig nicht mehr zurückgezahlt werden. Existenzgründern wird das Restdarlehen für Fortbildungskosten erlassen. „Ihnen wollen wir einen schuldenfreien Start in die Selbständigkeit ermöglichen. Mit dem neuen Aufstiegs-BAföG geht mein Haus einen weiteren Schritt, um berufliche Bildung noch attraktiver und flexibler zu machen“, sagt Karliczek. Denn es gelte unterschiedliche Bildungswege gleichzustellen. „Nun zeigen wir erneut: Berufliche Bildung ist genauso wichtig wie akademische Bildung,“ sagt Karliczek. Dabei sind lukrative Änderungen für Auszubildende auf dem Tisch.

Besserer Zuschuss

Denn mit der Initiative können sich die Geförderten auf höhere Zuschussanteile, höhere Freibeträge und höhere Darlehenserlasse freuen. Eine  weitergehende Förderung mit mehreren Ebenen bis auf „Master-Niveau“ wird eingeführt, die Unterhaltsförderung für Vollzeitgeförderte wird zu einem Vollzuschuss ausgebaut, der einkommensunabhängige Kinderbetreuungszuschlag für Alleinerziehende wird von 130 Euro auf 150 Euro erhöht und der Zuschussanteil zum Maßnahmenbeitrag für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren wird von 40 Prozent auf 50 Prozent erhöht. Zudem steigt nach Angaben des Bundesbildungsministeriums der Belohnungserlass von 40 Prozent auf 50 Prozent. „Mit dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG, sogenanntes Aufstiegs-BAföG) werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeden Alters bei der Teilnahme an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung finanziell unterstützt. Sie erhalten einkommensunabhängig einen Beitrag zu den Kosten der Fortbildung und bei Vollzeitmaßnahmen zusätzlich einkommensabhängig einen Beitrag zum Lebensunterhalt“, sagt Karliczek. Die Förderung erfolgt teils als Zuschuss, teils als zinsgünstiges KfW-Darlehen. Seit Bestehen des AFBG (1996) konnten so rund 2,8 Millionen berufliche Aufstiege zu Führungskräften, Mittelständlern und Ausbildern für Fachkräfte von morgen mit einer Förderleistung von insgesamt rund 9,2 Milliarden Euro ermöglicht werden.

Redaktion: Wolfram Hülscher