18. März 2020

Fehlerhafter Porenbeton führt zu Evakuierung


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Risse im Putz können viele Ursachen haben. Bei einem Mehrfamilienhaus in Reichenbach im Landkreis Esslingen führten sie dazu, dass die Familien nicht mehr in ihre Wohnungen zurück konnten. Der Porenbetonstein entsprach nicht der vorgeschriebenen Druckfestigkeit.

Ein Sachverständiger hat bei genauerer Untersuchung auf Wunsch der Hausverwaltung festgestellt, dass sich die Risse im Außen- und Innenputz auch durch das Porenbetonmauerwerk zogen. Das Material wurde überprüft und ergab, dass die Druckfestigkeit der Porenbetons viel zu gering war. Anstelle der vorgeschriebenen 2,6 Newton pro Quadratmillimeter lagen die Werte lediglich bei 1,12 beziehungsweise 1,77 Newton pro Quadratmillimeter.

Die Balkone und Decken im Erdgeschoss wurden auf Anordnung eines Statikers abgestützt, da er das Gebäude als einsturzgefährdet einstufte. Die Familien wurden aus den Wohnungen evakuiert.

Laut der Zeitschrift „Stuck-Info“ des Fachverbands der Stuckateure für Ausbau und Fassade ist das kein Einzelfall. Mehrere Eigentümer haben solche Schäden festgestellt, bei denen der gleiche Baustoff in der Region Mittlerer Neckar verwendet wurde. Ein Sachverständiger gab „Stuck-Info“ gegenüber an, dass in einem Fall ebenfalls die Werte von 2,6 Newton pro Quadratmillimeter der Festigkeitsklasse 2 nicht eingehalten wurden. Darüber hinaus verweist die Fachzeitschrift auf die Uni Hannover, die in einem Vorschungsvorhaben feststellte, dass Proben eines Herstellers an Druckfestigkeit verloren haben. Das Material wurde vor Regen geschützt draußen gelagert. Jedoch blieb für „Stuck-Info“ offen, woher im Falle Reichenbach der Verlust an Druckfestigkeit herrührt.

Quelle: Stuck-Info / al