24. Juni 2020

Mobiles 3D-Laserscanning hilft Kulturdenkmäler zu erhalten


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In nur 90 Minuten wurde der typische Schwarzwaldhof samt Grundstück vollständig dreidimensional gescannt. Das neuartige Verfahren zur effizienten Gebäudedigitalisierung bietet die Dotscene GmbH an. Architekt und Initiator des Projekts war Bernhard Storz, Inhaber von storz.architektur aus Freiburg.

Der Schwarzwälder Bauernhof wurde bei widrigsten Wetterbedingungen gescannt. Grund für die digitale Bestandserfassung war die Umnutzung des Ökonomieteils und die damit einhergehenden Umbaumaßnahmen. Für dieses komplexe Gebäude galt es planerisch verwertbare und genaue Daten zu generieren. „In den wenigsten Fällen sind bei alten Gebäuden Bestandsunterlagen ausreichend oder überhaupt vorhanden“, sagt Bernhard Storz über die Notwendigkeit eines Neuaufmaßes. „Das ist so, wie wenn Sie ein altes Auto ohne Bauplan oder Bedienungsanleitung haben. Das ganze zurückliegende Wissen fehlt und gilt es wiederzuerlangen.“ Hierbei hilft jetzt modernste Technologie, die das Freiburger Startup Dotscene eigens für die effiziente Bestandsdigitalisierung von Immobilien entwickelt hat.

Das Herzstück der Entwicklung ist der leichte, mobile 3D-Laserscanner „Dotcube“, der dank Algorithmen aus der Robotik während dem Scanvorgang einfach durch das Gebäude getragen werden kann. Dieses Verfahren spart bis zu 90 Prozent der bisher benötigten Zeit für Bestandserfassungen. Durch seine einfache Handhabung und dem geringen Eigengewicht können die Laserscans jetzt mühelos auch stockwerkübergreifend durchgeführt werden. Mit Hilfe einer Drohne lassen sich die Gebäude bei Bedarf noch zusätzlich aus der Luft erfassen. Das gesamte Freiburger Münster wurde so zum Beispiel in nur 2,5 Stunden von außen gescannt.

Über dieses Verfahren entstehen jetzt vollständige 3D-Laserpunktwolken von Immobilien. Die 3D-Laserpunktwolken können anschließend problemlos in jeder gängigen CAD-Software eingelesen und verwendet werden.

Laserscan erleichtert den Alltag

Das Architekturbüro nutzt die erfassten 3D-Laserdaten in ArchiCAD für seinen kompletten Workflow: „Wir haben die 3D-Laserpunktwolke sozusagen als „Mastergebäude“ in dem CAD-Projekt verwendet und es ist in allen Ebenen der Grundrisse, Schnitte und Ansichten hinterlegt“, sagt Bernhard Storz und fügt hinzu: „Es wird immer wichtiger bei der Umsetzung von Bauprojekten sehr genaue Vermessungsgrundlagen zu schaffen. Bei dem Eindachhof handelt es sich um ein komplexes Gebäude. Man denke nur an das Holztragwerk der Scheune. Es stand von Anfang an fest, Daten erfassen zu lassen, die in allen Leistungsphasen sowohl in der Planung als auch in der Ausführung genutzt werden können. Mit der Punktwolke aus dem mobilen 3D-Laserscan kann man jederzeit jeden Detailpunkt im Gebäude betrachten und planen.“

„Der gesamte Prozess, von der Entwicklung der Soft- und Hardware die mobiles Laserscanning erst möglich macht, bis hin zum Service der Datenerfassung, kommt bei uns aus einer Hand. Wir begleiten unsere Kunden vom Erstgespräch bis zum Ergebnis“, erläutert Nicolas Trusch, Geschäftsführer der dotscene GmbH, den besonderen Servicegedanken der Freiburger Firma. „Zu sehen, wie die von uns entwickelte Technologie unseren Kunden dabei hilft, ihre teilweise wirklich anspruchsvollen Vorhaben zu realisieren, ist jedes Mal wieder ein besonderer Moment. Durch das direkte Feedback unserer Kunden entwickeln wir unsere Software kontinuierlich und praxisnah weiter.“

Dotscene ist ein auf Gebäude-Digitalisierung spezialisiertes Start-up aus Freiburg. Der nur 2,3 kg schwere Dotcube erlaubt mobiles 3D-Laserscanning von innen und außen und bringt damit eine enorme Zeitersparnis gegenüber herkömmlichen Methoden. Die eigens programmierte Software, die Anlehnungen aus der Robotik und dem autonomen Fahren enthält, sorgt für eine extrem effiziente Digitalisierung von Immobilien.

Quelle: Dotscene/wh