23. Juli 2020

Lernen vor historischer Kulisse

Verbrachten intensive Tage beim Stipendiaten-Treffen der Sto-Stiftung in Dresden (oben v. l. n. r.): Florian Grünwald, Uwe Koos, Vorsitzender der Sto-Stiftung, Juliane Matussek, Kai-Christopher Hardt, Michaela Reck und Alina Mudersbach sowie (unten v. l. n. r.): Konrad Richter, Stiftungsrat Handwerk der Sto-Stiftung, Manuel Moos, Anja Steffen und Mateusz Szymaniak. Foto: Sto-Stiftung/Christoph Große

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Seit Jahren fördert die Sto-Stiftung junge Talente. Letztens begann das Stipendium für Maler und Gesellen. Sie absolvieren eine Zusatzausbildung zum „staatlich geprüften Farb- und Lacktechniker“, inklusive Meisterprüfung und nach Zusatzprüfung einer Hochschulreife. Ziel soll sein wichtige Jobs in Unternehmen übernehmen zu dürfen oder ein eigenes Unternehmen zu schaffen.

Vier Gesellen konnten die Gelegenheit nutzen. Manuel Moos (29) aus Berlin, Anja Steffen (21) aus Stuttgart, Florian Grünwald (23) aus München und Mateusz Szymaniak (22) aus Hamburg sind Maler und Lackierer mit genauen Karrierevorstellungen. Die vier Gesellen haben Pinsel und Malerkittel für zwei Jahre gegen die Schulbank getauscht und absolvieren eine Zusatzausbildung zum „staatlich geprüften Farb- und Lacktechniker" inklusive Meisterprüfung und – nach einer Zusatzprüfung –Hochschulreife. Gefördert werden sie dabei von der gemeinnützigen Sto-Stiftung mit einem Stipendium. Nach ihrem Abschluss können sie Führungsaufgaben in Handwerk, Handel und Industrie übernehmen oder selbstständig und verantwortungsvoll einen eigenen Betrieb führen. Wer die Ausbildung anvisiert, ist an einer der sieben staatlichen Fachschulen für Farbe und Gestaltung in Deutschland genau richtig – in Berlin, Fulda, Hamburg, Hildesheim, Lahr, München sowie Stuttgart. „Jungen Menschen, die sich für den Beruf des Malers- und Lackierers entscheiden und gute Noten vorweisen, steht eine interessante Karriere offen. Diese zu fördern ist ein Schwerpunkt der Stiftung. Das tun wir mit dem Konzept unserer Bildungspyramide, die von der Berufsschule bis zum Master-Studium führt“, sagt Konrad Richter, Stiftungsrat Handwerk der Sto-Stiftung. Der „Farb- und Lacktechniker“ wäre eine der Stufen „Wir motivieren junge Menschen, ihre Fertigkeiten zu erkennen und zu erweitern. Denn nach dem Meister ist noch lange nicht Schluss“, sagt Richter. Ihnen stünden im Handwerk viele Wege offen. Dabei will die Stiftung fördern und begleiten.

Wege in die Industrie

Dabei haben die Auszubildenden große Pläne. Auch in der Industrie. Dem kann Manuel Moos zustimmen. „Ich möchte in meinem Leben was erreichen. Der Techniker hat für mich momentan das größte Potenzial, denn ich plane, nach der Ausbildung in der Industrie Fuß zu fassen und eine leitende Position zu übernehmen“, sagt Manuel Moos, angehender Farb- und Lacktechniker selbstbewusst.  Wie das geht, wissen die Stipendiaten aus dem vergangenen Jahr, die ihre Ausbildung in diesem Sommer erfolgreich beendet haben. Vier von ihnen waren in Dresden dabei, darunter Juliane Matussek aus Hannover. Für die 25-jährige Absolventin beginnt in wenigen Wochen ein neuer beruflicher Abschnitt als Bauleiterin in einer größeren Malerfirma. „Ich freue mich darauf und möchte reichlich Erfahrungen sammeln, bevor es dann für mich weitergeht“, sagt Matussek. Die Hannoveranerin plant eine Karriere als Restauratorin. „Umso interessanter waren die Tage in Dresden für mich. Wir haben die Stadt erkundet mit ihren hochinteressanten Baudenkmälern und hinter die Kulissen geschaut“, sagt Matussek. In der Semperoper konnten sie erleben, wie historische Mal- und Handwerkstechniken eingesetzt werden. „Spezielle Oberflächen wie etwa Tapeten aus Leder – im Barock durchaus üblich – schauten wir uns im Schloss Moritzburg an“, berichtet Matussek begeistert. Das zur erfolgreichen Führungskraft Persönlichkeit gehört und die Fähigkeit, adäquat mit Mitarbeitern, Partnern und Kunden zu kommunizieren, wissen die Stipendiaten spätestens seit dem Seminar zu diesem Thema, das in Dresden ebenfalls auf dem Programm stand. Das erworbene Wissen nehmen sie mit auf ihren Karriereweg. Und konnten es untereinander und mit ihren Lehrern in den vier Tagen in der Elbmetropole überprüfen – beim gegenseitigen Kennenlernen und Netzwerken. Eine Chance für eine Zukunft.

Quelle: Sto/wh