02. August 2020

Trockenbau-Projekte mit Auszubildenden und Studierenden im Lehrbauhof Berlin

Die monolithisch wirkende Ausstellungsarchitektur „CUBUS“ besticht durch Vorsprünge Abtreppungen, Ecken und Kanten. Design von Lara Hiller, Angela Scholz, Miwha Seewald, Anne-Theresa Möller. Foto: Hochschulinitiative Moderner Aus- und Leichtbau

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Eine besondere Zusammenarbeit hat sich in Berlin zwischen Hochschule und Ausbildung entwickelt. Was vor mehreren Jahren als einmaliger Versuch begann, ist mittlerweile ein wiederkehrendes Projekt, das Auszubildenden und Studierenden gleichermaßen zugutekommt. Im jeweils zweiten Semester steht ein Trockenbauentwurf auf dem Lehrplan des Interior Designs unter Leitung von Professor Javier Martin an der Berlin International University. Die Semesterthemen reichen vom Entwurf eines Pavillons, über das Design eines Ladeneinrichtung bis zur Entwicklung einer Ausstellungsarchitektur in Trockenbauweise.

Dabei sind die Rahmenbedingungen realistisch gesetzt und neben einem begeisternden Entwurf, ist eine technische Detailplanung und die reelle Umsetzbarkeit gefordert. Hier entstehen immer wieder spannende Trockenbauentwürfe, von denen ein gut umsetzbares Design ausgewählt und als 1:1-Projekt von den Studierenden umgesetzt wird. In diesem Jahr wurde die Einrichtung für einen Skateboard-Laden realisiert. Studierende lernen bei den Projekten, wie wichtig konstruktives Wissen und Detailplanung sind, und welche Leistung hinter einer guten handwerklichen Ausführung steht. Ermöglicht wird diese wertvolle Erfahrung durch das Engagement des Lehrbauhofs Berlin der Fachgemeinschaft Bau Berlin-Brandenburg und seiner Geschäftsführerin Gerrit Witschaß. Doch auch die Auszubildenden des Lehrbauhofs sind involviert, lernen und wachsen an den Projekten. Wann immer der Lehrplan es erlaubt, stellt der verantwortliche Ausbildungsmeisters Guido Schiller seinen Auszubildenden herausfordernde Aufgaben und lässt sie die komplizierteren Entwürfe der künftigen Innenarchitekten realisieren. So lernen die Auszubildenden, mit schwierigen Entwürfen und Plänen umzugehen, und sogar räumlich komplexe Gebilde in Trockenbau umzusetzen.

Innenarchitektur und Ladeneinrichtung

Die Projekte dieses Jahres sind besonders beeindruckend. Denn Guido Schiller baute mit seinen 1. Ausbildungsjahr aufwändige und sehr gegensätzliche Trockenbauentwürfe: Die Ausstellungsarchitektur „CUBUS“ und die Ladeneinrichtung „READ“. „CUBUS“ ist ein großes, monolithisch wirkendes Objekt, dessen Sockel, Treppen, Nischen und Wände als Ausstellungsflächen dienen. „READ“ dagegen ist die  Einrichtung einer Buchhandlung und besteht aus den 4 räumlich gestalteten Buchstaben R, E, A und D. Jeder Buchstabe ist ein eigenes, filigranes Objekt. Zusammen fordern die Buchstaben als „READ“ zum Lesen auf.  Bei beiden Aufgaben waren gutes Verständnis der Geometrie, Ausführung von  komplexen Unterkonstruktionen, kleinteilige, exakte Beplankung und sorgfältiges Verspachteln von unzähligen Kanten gefordert. Eine Herausforderung für jeden  Trockenbauer.  „Großartig, wie die Auszubildenden des Lehrbauhofs diese Aufgaben unter der fachkundigen Anleitung ihres Ausbildungsmeister schon im ersten Lehrjahr gemeistert haben. Und beeindruckend, was in einer Zusammenarbeit zwischen Auszubildenden und Studierenden entstehen kann“,  sagt Doris Pfeffermann von der  Hochschulinitiative Moderner Aus- und Leichtbau, die das Projekt begleitet. „Solche Vorhaben legen den Grundstein für eine gute Zusammenarbeit und den gegenseitigen Respekt zwischen Ausführenden und Planern; - und das ist eine wesentliche Voraussetzung für hochwertige Resultate im Trockenbau und Innenausbau“, sagt Pfeffermann. Ein schönes Beispiel für Zusammenarbeit. 

Quelle: Hochschulinitiative Moderner Leicht- und Ausbau/wh