24. August 2021

Denkmaleigentümer*innen erhalten schnelle Hilfe nach Hochwasserkatastrophe

Für Eigentümer*innen von denkmalgeschützen Gebäuden, die von der Flutkatastrophe betroffen sind, hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ein Notfallprogramm erschlossen. Foto: DOC RABE Media/stock.adobe.com
Für Eigentümer*innen von denkmalgeschützen Gebäuden, die von der Flutkatastrophe betroffen sind, hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ein Notfallprogramm erschlossen. Foto: DOC RABE Media/stock.adobe.com

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Das dreistufige Nothilfeprogramm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt Denkmaleigentümer*innen beim Erhalt ihrer historischen Bauten nach der Flutkatastrophe.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hatte angesichts zahlreicher Hilferufe ihr dreistufiges Nothilfeprogramm noch kaum verkündet, da gingen bereits die ersten 33 Anträge bei der Geschäftsstelle ein. Das Nothilfeprogramm in drei Stufen hilft den durch die Flutkatastrophe geschädigten Denkmaleigentümern unbürokratisch beim Erhalt ihrer historischen Bauten und will dazu beitragen, den Denkmalbestand der betroffenen Tourismus-Regionen als wirtschaftliche Grundlage für die Zukunft zu sichern. Denn eines der herausragendsten Merkmale historischer Gebäude ist ihre Reparaturfähigkeit.

Historische Ortschaften sind nicht nur die Heimat ihrer Bewohner, sondern als Ausflugs- und Reiseziele auch die wirtschaftliche Grundlage für ihren Fortbestand. Deshalb kommt es trotz großer Zerstörung nun auf einen behutsamen Umgang mit denkmalgeschützten Bauten an. „Es muss jetzt vorsichtig gehandelt werden, damit die wirtschaftliche Grundlage der Orte auch für die Zukunft erhalten bleibt“, betont DSD-Vorstand Dr. Steffen Skudelny.

Finanzielle Unterstützung und Förderung

Finanziell unterstützen kann die DSD folgende Leistungen und Maßnahmen: Die Honorare denkmalerfahrener Fachleute, also Gutachter*innen, sachverständige Handwerker*innen, Architekt*innen und Statiker*innen. Sie kann Notsicherungsmaßnahmen fördern, etwa Notabstützungen, Arbeiten im Rahmen von Trocknung und Notsicherung sowie Bautrockner. Und sie kann Eigentümer*innen bei den Kosten folgender Gewerke entlasten: Fundamentarbeiten, Zimmermannsarbeiten, Maurerarbeiten, Lehmbauarbeiten, Tischler- /Schreiner-/ Fensterbauarbeiten, Glaserarbeiten, Putzarbeiten, Parkett- und Bodenleger, Dachdecker-/-klempnerarbeiten, Stahlbauarbeiten, Gerüstbauarbeiten sowie Gartenbauarbeiten für denkmalgeschützte Gärten.

Der dreistufige Notfallplan

Die Hilfe erfolgt in drei Stufen: Nothilfe bis zu 2.500 Euro. Sie hilft insbesondere zur Notsicherung, für Notverschlüsse und zur Begleichung von Sachverständigenhonoraren. Für die Inanspruchnahme der Mittel reicht die Einreichung eines Kurzantrages. Die Auszahlung der Mittel erfolgt umgehend nach Eingang des Antrags, auf dem die Untere Denkmalbehörde die Maßnahme als „denkmalgerecht“ bestätigen kann. Rechnungskopien können nachgereicht werden.

Sollte eine größere finanzielle Hilfe von bis zu 10.000 Euro erforderlich sein, müssen dem Kurzantrag Kostenschätzungen bzw. Voranschläge sowie ein Finanzierungsplan beigefügt werden, in dem etwa auch Eigenmittel, Versicherung und andere Fördermittel angegeben werden. Eine formlose Bestätigung der Notwendigkeit und Richtigkeit der Maßnahmen durch die Unteren Denkmalbehörde oder dem Landesamt für Denkmalpflege ist notwendig.

Umfangreichere Sanierungsmaßnahmen, die mehr als 10.000 Euro erfordern, bedürfen eines regulären Antrags auf Förderung. Antrag und Verfahren sind gemäß der Förderrichtlinien der DSD ein wenig umfangreicher. Hierzu ist eine persönliche Beratung telefonisch möglich. Möglich sind auch Folgeanträge.

Eine Liste fachlich spezialisierter Sachverständige, Handwerker*innen und Berater*innen hat die DSD ebenfalls als Hilfestellung auf ihrer Website eingestellt. Denkmalerfahrene Fachleute besitzen die nötige Sachkenntnis, die selbst bei allgemeinen Baugutachtern oder Sachverständigen nicht immer vorausgesetzt werden kann.

Quelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz / Delia Roscher