08. September 2021

Jugendbauhütte Niedersachsen beginnt Projekt in Ostfalen

In der Jugendbauhütte lernen Jugendliche, welches ihr Freiwilliges Soziales Jahr machen, wie klassische Gebäude saniert werden. Foto: DSD

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Zum 1. September 2021 haben 6 Teilnehmer der Jugendbauhütte Niedersachsen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege in Ostfalen begonnen. Das Projekt der Jugendbauhütte kam auf Initiative des Ortskuratoriums Helmstedt der DSD zustande. Die jungen Freiwilligen werden zunächst das Haus der Familie Scheepers in Königslutter restaurieren.

Die Jugendbauhütte Niedersachsen startete 2009. Der Aktionsradius konzentrierte sich auf das Elbe-Weser-Dreieck mit Schwerpunkten im Landkreis Stade und der südlichen Metropolregion von Hamburg bis nach Lüneburg. Das nun in der Region Ostfalen angesiedelte neue Projekt wird sich schwerpunktmäßig geographisch zwischen Wolfsburg und Helmstedt sowie Braunschweig und Wolfenbüttel engagieren. Hier werden die 16 bis 26 Jahre alten „Jugendbauhüttler“ auf verschiedenen gemeinwohlorientierten Lehrbaustellen wie auf den mittelalterlichen Bauhütten gemeinsam arbeiten und leben. Koordiniert wird das Projekt von der DSD. Die geschichtsträchtige Region Ostfalen am Harz mit ihrem reichen kulturhistorischen Erbe von mittelalterlichen Fachwerkbauten bis zu wegweisender Architektur des Wirtschaftswunders war im Mittelalter Stammland deutscher Kaiser und Könige. Pfalzen, Burgen, Schlösser und eine Vielzahl von Klöstern und Kirchen sind erhalten, auch so herausragende Bauwerke wie der romanische Dom in Königslutter oder das Juleum Novum in Helmstedt, einer der bedeutendsten Universitätsbauten der Weserrenaissance im ausgehenden 16. Jahrhundert. Wolfsburg, eine Stadtneugründung des 20. Jahrhunderts, verfügt mit seiner Nachkriegsmoderne über herausragende Bauten wie das Theater von Hans Scharoun, das Kulturhaus und die Kirchen von Alvar Aalto oder das weltberühmte „Phaeno“ der Star-Architektin Zaha Hadid.

Denkmalgerecht sanieren

Das sogenannte Scheepers’ Haus in Königslutter ist eine Hofanlage mit wechselvoller Geschichte. Bereits 1549 als Hofstelle im Erbregister erwähnt, wurde der Hof bis Mitte des letzten Jahrhunderts als Schlachterei genutzt. Aus dieser Zeit ist die originale Ausstattung aus gestalteten Kacheln, Aufhängevorrichtungen und einer Holzkassettendecke unverändert erhalten. Der mit dem Nutzungsende im Mai 2013 einsetzende Verfall soll jetzt ein Ende finden. In den kommenden Jahren werden die jungen Freiwilligen das Haus gemeinsam mit dem Fachanleiter Hanno Alsen und weiteren versierten Handwerkern denkmalgerecht und nachhaltig sanieren.

Quelle: DSD / Wolfram Hülscher