12. November 2021

Layher Gerüstsysteme: Baubeginn von „Werk 3“

Die Vorbereitungen für den Ausbau von Layher sind im vollen Gange. Foto: Layher
Die Vorbereitungen für den Ausbau von Layher sind im vollen Gange. Foto: Layher

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Nächste Schritte für das dritte Fertigungswerk von Layher: Die Baufreigabe wurde erteilt und der offizielle Baubeginn konnte starten. Die Inbetriebnahme ist für das erste Halbjahr 2023 geplant.

Nach dem Satzungsbeschluss des Zweckverbands Wirtschaftsförderung Zabergäu für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan im interkommunalen Industriegebiet Langwiesen IV und der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb des neuen „Werks 3“ mit integrierter Feuerverzinkerei durch das Regierungspräsidium Stuttgart wurde Layher jetzt auch die Baufreigabe des Landratsamts Heilbronn erteilt.

Ausbau der Fertigung dringend erforderlich

Erforderlich ist der Ausbau aufgrund der in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Nachfrage nach den Layher Gerüstsystemen. „Neben der hohen Produktqualität ist für unsere Kunden auch die hohe Lieferbereitschaft von Layher eine zentrale Anforderung“, erklärt Layher Geschäftsführer Stefan Stöcklein. „Nur so können Projekte nach Auftragsvergabe zeitnah begonnen und termingerecht abgewickelt werden.“ Geplant ist ein eigenständiges Werk für die Produktion und Feuerverzinkung von Bauteilen des Allround-Systems, dem weltweit führenden Gerüstsystem für den ingenieurmäßigen Einsatz in Baugewerbe, Industrie und Veranstaltungstechnik.

Die Werksfläche von „Werk 3“ beträgt ca. elf Hektar, davon sind rund fünf Hektar überdachte Produktions- und Lagerfläche. Bei der Errichtung des Fertigungswerks liegt der Fokus nicht nur auf einem optimalen Produktionsfluss und – wie bei Layher üblich – modernster Automatisierungs- und Lagertechnik mit einem hohen Digitalisierungsgrad, sondern auch auf energieeffizientem Arbeiten. Die Produktionshallen und Gebäude des neuen Werks werden unter anderem durch umfassende Maßnahmen zur Gebäudedämmung, eine Photovoltaik-Anlage und die Nutzung von Abwärme aus den Produktionsprozessen im hohen Energie-Effizienzstandard BEG 40 ausgeführt.

Renaturierung der Zaber und weitreichende Ausgleichsmaßnahmen stärken die Ökosystemleistung

Mit dem Zweckverband Wirtschaftsförderung sowie den zuständigen Behörden, Fachbüros und Naturschutzverbänden wurden zudem umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen abgestimmt. Die Renaturierung der Zaber über eine Länge von rund einem Kilometer bildet dabei einen zentralen Schwerpunkt. „Die Gesellschafterfamilien Langer und Layher hatten sich von Beginn an ausdrücklich für werthaltige Ausgleichsmaßnahmen am Standort ausgesprochen. Mit der Renaturierung der Zaber war schnell eine geeignete Maßnahme gefunden. Fließgewässer und ihre Auen stellen einen wertvollen Lebensraum für eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten dar und haben eine ausgleichende Wirkung auf das lokale Klima von Städten und Gemeinden – inklusive Frischluftzufuhr“, führt Stöcklein weiter aus.

Renaturierungen können laut Bundesumweltamt einen großen Beitrag zur Sicherung und Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit von Fließgewässern leisten und auf diese Weise zu konkreten Steigerungen verschiedener Ökosystemleistungen in der Region führen, erläutert der Geschäftsführer. Die Renaturierung umfasst ausgewiesene Flächen mit Auwäldern und Auwiesen, eine Verlegung des Flussbettes mit unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten des Gewässers und entsprechend gestaltete Uferbereiche. „Diese Maßnahme bedeutet eine starke Aufwertung für die Natur und dadurch einen großen Mehrwert für die Region und ihre Bewohner“, sagt Stöcklein.

Darüber hinaus gibt es weitere Ausgleichsmaßnahmen wie die artgerechte Umsiedlung mehrerer Tierarten – zum Beispiel von Vögeln, Faltern, Reptilien oder Amphibien wie der seltenen Wechselkröte. Für die bislang auf dem Werksgelände angesiedelten Tierarten werden in unmittelbarer Umgebung passende Ersatzhabitate wie Grünareale und eine Streuobstwiese geschaffen. Die Ausgleichsmaßnahmen umfassen insgesamt eine Fläche von über zwölf Hektar. Zwei Gewässer als neue Heimat für die Wechselkröte wurden bereits im zurückliegenden Jahr errichtet – Spezialisten haben rund 1.100 Tiere dorthin umgesiedelt. Auch auf dem Werksgelände sind Maßnahmen vorgesehen – wie die umlaufende Eingrünung des Werksgeländes, eine partielle Fassadenbegrünung sowie die Dachbegrünung. Dies ermöglicht nicht nur eine optisch ansprechende Einbindung ins Landschaftsbild, sondern bietet auch Lebensraum für Insekten, sorgt für eine ökologische Wärmedämmung und erhält die unverzichtbaren Kaltluftströmungen im Tal.

380 Arbeitsplätze und Standortsicherung in der Region

Die Entscheidung für den Ausbau der Fertigung im Zabergäu erfolgte sehr bewusst und ist ein klares Bekenntnis zur Region und zum Wirtschaftsstandort Deutschland. „Zum einen profitieren wir hier am Standort von kurzen Wegen zwischen Entwicklung, Produktion und Logistik sowie gut qualifizierten, erfahrenen und motivierten Mitarbeitern“, bekräftigt Stöcklein. „Auf diese Weise können wir den hohen Layher Qualitätsstandard sicherstellen und flexibel auf Nachfrageveränderungen reagieren. Als Familienunternehmen mit einer starken Verbundenheit mit der Region ist den Gesellschafterfamilien aber auch die Sicherung bestehender und Schaffung neuer Arbeitsplätze am Standort wichtig – und damit die Stärkung des sekundären und tertiären Sektors.“

Alleine in Deutschland sind heute mehr als 1.300 Mitarbeiter*innen für Layher tätig – von Bauingenieur*innen für Baustellenberatung, Produktentwicklung und Anwendungstechnik bis hin zu erfahrenen Maschinenbediener*innen für die hochautomatisierten Fertigungsanlagen. Neben Fachkräften erhalten dank umfassenden Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten hier auch Quereinsteigende eine Chance. Im „Werk 3“ selbst werden in der Endausbaustufe 380 Mitarbeiter*innen beschäftigt sein. Erste Arbeitsplätze sind bereits besetzt, da die vorgesehenen Fertigungsanlagen aufgrund der Nachfragesituation zum Teil vorrübergehend am Stammsitz in Eibensbach installiert und in Betrieb genommen wurden. Diese werden dann gemeinsam mit den Fertigungsanlagen in das „Werk 3“ umziehen.

Quelle: Layher / Delia Roscher