15. März 2022

Bauernhaus mit historischem Charme und modernem Dämmputz

In dem Anbau mit schwarzer Verblechung und Panoramaverglasung sind Küche und Essbereich untergebracht. Foto: Haga
In dem Anbau mit schwarzer Verblechung und Panoramaverglasung sind Küche und Essbereich untergebracht. Foto: Haga

Bei der Sanierung des Bauernhauses von 1894 im bayerischen Deggendorf wurde Naturkalk verwendet – so blieb der ursprüngliche Charakter erhalten und das Haus erfüllt nun energetische Standards.

Schreiner Wolfgang Fuchs hatte von einem abgelegenen Hof geträumt, den er mit seiner Familie als Wohnhaus nutzen wollte. Und er hatte schon beinahe aufgegeben. Doch dann wurde er auf ein Bauernhaus im Raum Deggendorf aufmerksam, errichtet im Jahr 1894. Eine Hofstelle, wie sie früher im Bayerischen Wald oft zu finden war: Küche, Wohnräume und Schweinestall – alles unter einem Dach. Zwei Hektar Land genügten damals, um in dieser Abgeschiedenheit autark zu wirtschaften.

Reise in die 50er

Die Besitzer konnten am Ende den abgelegenen Hof nicht mehr bewirtschaften und hofften auf einen Käufer, der bereit war, den Charakter des Gebäudes zu erhalten. Kein Wunder, dass sich er und Wolfgang Fuchs schnell einig waren. „Der erste Rundgang durchs Haus fühlte sich an wie eine Reise in die 50er-Jahre“, erzählt der Schreiner: eine Steckdose pro Raum, Bad gab es keines, dafür ein Waschbecken in der Küche und ein Plumpsklo.

Die Vorgabe für die Sanierung war also klar: modernen Wohnstandard zu schaffen und gleichzeitig das ursprüngliche Flair zu bewahren. In einem ersten Schritt ging es um die passende Dämmung. Der untere Teil des Hauses ist regionaltypisch mit Bruchsteinen errichtet, der obere Teil bestand ursprünglich einmal aus Holz, war aber später bei einem Ausbau durch ein Mischmauerwerk aus Ziegel und Kalkstein ersetzt worden.

Naturkalk erhält den ursprünglichen Charakter

Statt klassische Wärmeverbundsysteme zu verwenden, entschied sich Familie Fuchs für den Einsatz eines mineralischen Isolier- und Entfeuchtungsputzes auf Basis von Naturkalk. Haga Biotherm wurde außen an der Fassade in einer Stärke von acht Zentimetern aufgebracht. Innen ergab sich aufgrund der Wärmeberechnungen eine Schicht von vier Zentimetern. Zusammen mit dem Haga Netz-Glasseidengewebe, dem Bio-Einbettmörtel und der abschließenden Schicht aus zweimaligen Anstrich mit Haga-Kalkfarbe gewährleistet dieses System eine atmungsaktive, unbrennbare Dämmung, ohne die charakteristische Form und die Proportionen des Gebäudes zu verändern.

Ein besonderes Augenmerk legte Fuchs auf das Fundament des Hauses: Das Bruchsteinmauerwerk wurde Meter für Meter mit einem Betonfundament unterfangen, der Lehmstampfboden wurde durch eine Betonbodenplatte mit Fußbodenheizung ersetzt, damit auf keinen Fall Feuchtigkeit aus dem Erdreich durchs Mauerwerk nach oben dringen kann. Beim Sockel wurden bewitterte Stellen wie auch Abschnitte mit Erdkontakt mit Haga Sockelputz und Dichtschlämme versehen.

Energetisch autark

„In dieser einsamen Lage bot sich eine dezentrale Energieversorgung, wie sie mit erneuerbaren Energien möglich ist, regelrecht an“, erzählt Fuchs. Durch eine Erdwärmepumpe und Photovoltaik ist die einstige Hofstelle heute energetisch autark. Zusätzlich kann Warmwasser durch einen wassergeführten Holzofen erhitzt werden. Das Haus verfügt über eine eigene Kleinkläranlage und die dreiköpfige Familie kann das eigene Quellwasser aus einem Bohrbrunnen nutzen.

Blick bis zu den Alpen

Um den Wohnraum des kleinen Bauernhauses zu erweitern und den Blick ins Tal genießen zu können, ließ sich Familie Fuchs einen besonderen Kniff einfallen. Die Fenster des Hauses zu vergrößern kam nicht in Frage. Das hätte den Charakter des historischen Gebäudes zu sehr verändert. Die Lösung ist ein Anbau, ein Kubus von 60 Quadratmetern mit schwarzer Verblechung und Panoramaverglasung. Dort sind Küche und Essbereich untergebracht. So kann Familie Fuchs bei schönem Wetter und einer Tasse Kaffee bis zu den Alpen sehen.

Quelle: Haga / Delia Roscher