29. April 2022

Internationaler Workers Memorial Day 2022

Am 28. April ist der Workers Memorial Day. Foto: Felix Löchner – BG BAU
Am 28. April ist der Workers Memorial Day. Foto: Felix Löchner – BG BAU

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Zum Workers Memorial Day am 28. April erinnerte die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) an verstorbene, verletzte und erkrankte Beschäftigte. Unter dem Motto „Der Toten gedenken, für die Lebenden kämpfen“ mahnt der internationale Gedenktag Verbesserungen im Arbeitsschutz an.

Trotz aller Schutzmaßnahmen verunglücken immer noch Beschäftigte bei der Arbeit. Die BG BAU verzeichnet rund 130.000 meldepflichtige Arbeits- und Wegeunfälle sowie Berufskrankheiten. In diesem Jahr werden vor allem die steigenden psychischen Belastungen in der Arbeitswelt thematisiert. Prof. Frank Werner, stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Prävention bei der BG BAU sagt dazu: „Jeder Unfall und jede Erkrankung ist mit großem Leid für die Betroffenen und ihre Angehörigen verbunden. Deshalb ist es wichtig, alle Beteiligten für Sicherheit und Gesundheitsschutz zu sensibilisieren. Das muss so selbstverständlich werden wie Essen, Trinken und Schlafen.“

Der Workers Memorial Day erinnert an tödlich Verunglückte und motiviert dazu, sich für sichere und gesunde Arbeit stark zu machen. Die BG BAU beteiligte sich an der zentralen Gedenkveranstaltung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am 28. April. Zudem war die BG BAU an diesem Tag auch bei einer regionalen Gedenkveranstaltung in der Arena Kapelle auf Schalke vertreten.

Psychische Erkrankungen stehen dieses Jahr im Fokus

In diesem Jahr nimmt der Workers Memorial Day die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz in den Fokus. Diese können auch in der Bauwirtschaft und in den baunahen Dienstleistungen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen: starker Termin- oder Leistungsdruck, die gleichzeitige Betreuung verschiedener Arbeiten, hohes Arbeitstempo und ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge können Beschäftigte ebenso belasten wie Lärm, lange Fahrzeiten sowie Abwesenheiten von zu Hause, zum Beispiel bei Montagetätigkeiten. In der Folge können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskel-Skelett-Erkrankungen und Depressionen oder Angststörungen entstehen. Auch Unfälle resultieren aus psychischen Belastungen, zum Beispiel aufgrund nachlassender Konzentrationsfähigkeit. Seit 2013 sind Arbeitgeber*innen daher verpflichtet, in der Gefährdungsbeurteilung psychische Belastungen zu berücksichtigen und Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten umzusetzen.

„Auch wenn andere Gefahren oftmals sichtbarer sind, darf die psychische Belastung nicht aus dem Blick geraten. Die Bauwirtschaft ist eine Schlüsselbranche in der deutschen Wirtschaft. Die hohe Nachfrage geht aber auch mit Belastungen für die Beschäftigten einher. Umso wichtiger ist eine gesundheitsgerechte Gestaltung der Arbeit“, sagt Prof. Werner abschließend.

Quelle: BG BAU / Delia Roscher