26. Juli 2022

Bundesweite UV-Schutz-Sonderberatung der BG BAU

Präventionsberaterin Franziska Albrecht klärt einen Mitarbeiter bei einem Vor-Ort-Termin über weißen Hautkrebs auf. Foto: Felix Löchner - BG BAU
Präventionsberaterin Franziska Albrecht klärt einen Mitarbeiter bei einem Vor-Ort-Termin über weißen Hautkrebs auf. Foto: Felix Löchner - BG BAU

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Mit einer Sonder-Beratungsaktion unterstützt die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) Versicherte und Unternehmen beim Thema Schutz vor UV-Strahlung. Bundesweiten werden Praxislösungen präsentiert und Berater*innen informieren vor Ort über die Berufskrankheit weißer Hautkrebs.

„Der weiße Hautkrebs war im Jahr 2021 mit rund 2.600 Verdachtsmeldungen eine der häufigsten angezeigten Berufskrankheiten in der Bauwirtschaft“, sagt Bernhard Arenz, Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG BAU. Hauptursache für die Entstehung von weißem Hautkrebs sind die UV-Strahlen der Sonne. „Schutzmaßnahmen gegen intensive Sonneneinstrahlung helfen, um Hautschäden vorzubeugen. Dazu gehören technische, organisatorische und schließlich persönliche Schutzmaßnahmen – gemäß dem so genannten TOP-Prinzip“, ergänzt Arenz. „Insbesondere Menschen, die im Freien arbeiten und bereits eine UV-bedingte Hautschädigung haben, sollten vorsichtig sein. Mit unserer Sonderberatung möchten wir dafür sensibilisieren und ein erneutes Auftreten oder eine Verschlimmerung der Erkrankung verhindern“. Technische Maßnahmen (T) sind zum Beispiel Wetterschutzzelte, die den Beschäftigten genügend Schatten für ihre Arbeit spenden. Sind diese nicht einsetzbar, können organisatorische Maßnahmen (O) dafür sorgen, die Beschäftigten zu schützen. Dazu zählt zum Beispiel das Arbeiten in den Tagesrandzeiten vor 11 Uhr und nach 16 Uhr, im Schatten oder in den Innenräumen, um den Spitzenwerten der UV-Strahlung zu entgehen. Ist beides nicht möglich, sind zum persönlichen Schutz vor UV-Strahlung (P) beim Arbeiten im Freien Kleidung mit langen Ärmeln und Beinen, Kopfbedeckung und Nackenschutz und Stirnblende, UV-Schutzbrille und Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor mindestens 30 (besser 50) erforderlich.

Ein Helm allein reicht nicht aus

Die BG BAU führt Beratungen auf Baustellen und in Unternehmen zum Schutz vor UV-Strahlung durch. Derzeit sind die Aufsichtspersonen und Präventionsberater*innen sowie weitere Fachleute der BG BAU und ihrer Tochtergesellschaften Arbeitsmedizinischer Dienst AMD sowie der Beratungsfirmen BfGA Berlin und München bundesweit im Einsatz. Besonders ist in diesem Jahr, dass diese eine zusätzliche Praxislösung für Helmträger präsentieren, die den Nacken vor UV-Strahlung schützt. Denn: Ein Helm allein reicht für den UV-Schutz am Kopf nicht! Weiterhin suchen die Präventionsberater*innen der BG BAU in persönlichen Sonderberatungen ca. 480 Versicherte mit einer anerkannten Berufskrankheit weißer Hautkrebs auf, die noch in ihrem Beruf tätig sind. Dabei erhalten die Betroffenen auch Produkte für den persönlichen UV-Schutz.

UV-Schutz-Pakete erhältlich

Gleichzeitig profitieren die Unternehmen in diesem Jahr von den erweiterten Fördermöglichkeiten für Verschattungsschutz im Rahmen des technischen Arbeitsschutzes. Und auch beim individuellen Sonnen- und Hitzeschutz für ihre Beschäftigten können durch die Arbeitsschutzprämien der BG BAU Anschaffungskosten gespart werden. In beiden Bereichen beträgt die Förderung durch die BG BAU bis zu 50 Prozent. Bewährt haben sich zudem die „UV-Schutz-Pakete“, die Unternehmen kostenfrei bei der BG BAU ordern können. Neben der UV-Check-Karte befinden sich eine UV-Schutzcreme, eine UV-Sonnenbrille sowie Informationen rund um das Thema UV-Schutz im Paket. Solange der Vorrat reicht, kann wieder online bestellt werden.

Sonderberatung für Unternehmen vor Ort

Ein Beispiel für die diesjährigen UV-Sonderberatungen ist die Carl Zauber Tiefbau GmbH in Berlin-Schönefeld. Dort hat Präventionsberaterin Franziska Albrecht von der BG BAU beim Vor-Ort-Termin in der Firma den 53-jährigen Platzmeister Dirk S. aufgeklärt. Er hat Hautkrebs als anerkannte Berufskrankheit und arbeitet nach seiner Behandlung weiter in der Firma. Bei dem Gespräch übergab ihm Präventionsberaterin Albrecht auch Schutzmaterial, darunter das UV-Schutzpaket der BG BAU. Bei der Sonderberatung war auch der Oberbauleiter der Traditionsfirma anwesend, den Frau Albrecht über die erweiterten Fördermöglichkeiten der BG BAU für UV-Schutz in Unternehmen informierte.

Quelle: BG BAU / Delia Roscher