14. Oktober 2022

Aufdopplung von WDVS: Doppelt gut

Bei der Aufdopplung eines „zu dünnen“ älteren WDVS wird ein zusätzliches System direkt auf der bisherigen Fassade verklebt und verdübelt. Foto: Martin Duckek / Sto SE & Co. KGaA
Bei der Aufdopplung eines „zu dünnen“ älteren WDVS wird ein zusätzliches System direkt auf der bisherigen Fassade verklebt und verdübelt. Foto: Martin Duckek / Sto SE & Co. KGaA

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Um Energieverschwendung im Gebäudebestand zu beenden, steht der Einsatz von erneuerbaren Energien zum Heizen und Kühlen im Vordergrund. Bei bereits bestehenden, aber „zu dünnen“ Dämmsystemen kommt eine sogenannte Aufdopplung zum Einsatz.

Soll ein Gebäude bestmöglich vor Wärmeverlusten geschützt werden, kommt der Fassade die wichtigste Aufgabe zu. Abhängig von der Gebäudeform kann sie rund 25 Prozent Heizenergie einsparen. Auf die Fenster und das Dach entfallen nochmals je 20 Prozent.

Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) sind sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen bestens geeignet, diese Einsparung an der Fassade zu erzielen. Auf dem Dämmstoff Polystyrol (EPS) basierende Systeme sind dabei besonders wirtschaftlich und weisen – im Vergleich zu den meisten anderen Dämmstoffen – eine exzellente Energie- und CO2-Bilanz auf. Sie reduzieren vom ersten Tag an Energiekosten und sparen die für ihre Herstellung aufgewendete Energie innerhalb weniger Monate ein.

Da das Bundeswirtschaftsministerium aktuell davon ausgeht, dass die Lebensdauer eines WDVS mit EPS „weit mehr als 50 Jahre“ beträgt, übersteigt die eingesparte Energiemenge die ursprünglichen Aufwendungen um ein Vielfaches.

EPS ist recyclebar

Und was geschieht am Ende dieser langen Lebensdauer? Schmälert die Entsorgung des Systems dann die gute Energie- und CO2-Bilanz? Nein, denn EPS-basierte WDV-Systeme werden – außer beim Abriss eines Gebäudes – kaum rückgebaut und entsorgt. Sie werden, wenn doch einmal eine Sanierung ansteht, einfach frisch verputzt oder – wenn zugleich eine Effizienzsteigerung gewünscht ist – aufgedoppelt. Bei diesem Verfahren wird nach einer Standsicherheitsprüfung das bestehende System nochmals überdämmt.

Dass dies technisch problemlos möglich ist, ergab bereits 2016 eine vom Bundesbauministerium geförderte Studie des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik („Nachdämmung [Aufdopplung] alter Wärmedämmverbundsysteme an Wohngebäuden“). Hierfür kommen bauaufsichtlich zugelassene WDVS auf der Basis von EPS (StoTherm Classic), Mineralwolle und oder Mineralwolle-Lamelle (StoTherm Mineral) in Frage. Sie werden auf dem energetisch zu optimierenden Altsystem verklebt und im tragenden Untergrund mit Dübeln verankert. Als Schlussbeschichtung dienen Oberputze oder vorgefertigte Putzelemente (Sto-Ecoshapes). Damit eine solche Aufdopplung besonders wirtschaftlich erfolgt, sollte sie gemeinsam mit ohnehin anstehenden Fassadenarbeiten (Putzausbesserung oder neuer Anstrich) erfolgen.

Quelle: Sto SE & Co. KGaA / Delia Roscher