01. Januar 2016

Sauber, schnell, sicher

Caparol-Putz-1 Ausbau und Fassade - Sauber, schnell, sicher

Eine Fassadendämmung kann mit organischen oder mineralischen Putzsystemen verputzt werden. Der Autor Martin Huhn bricht eine Lanze für die pastösen ­Produkte.

Die stetig steigenden Energiepreise, die Klimaschutzziele und die angestrebte CO2-Reduzierung der Bundesregierung rücken die energetische Sanierung von Wohngebäuden mit Wärmedämm-­Verbundsystemen (WDVS) zunehmend in den Fokus. Dabei stellt sich vielen Hausbesitzern die Frage, welches WDVS mit welchem Putzaufbau verwendet werden soll.
Der Fachhandwerker hat hier die Auf­gabe, fachlich fundiert zu beraten. Das ­bedeutet zunächst, die ­gewünschten ­Eigenschaften und Anforderungen zu ermitteln, die an das ­WDVS objekt­spezifisch gestellt werden.
Wichtige ­Parameter sind hier zum ­Beispiel der gewünschte Putzfarbton oder auch eine robustere Putzoberfläche, die nicht gleich bei der kleinsten mechanischen Belastung stark geschädigt wird.

Vorteile für organische Systeme
Gerade bei dunklen Farbtönen ist eine erhöhte Sicherheit gegen Rissbildung und Spannungsaufnahme des WDVS ­besonders wichtig. Für diese Anforderungen sind organisch gebundene ­Armierungsmassen wie der Capatect ZF-Spachtel 699 und pastöse Oberputze wie der Thermo San-Fassadenputz NQG sehr gut geeignet.
Häufig werden diese Materialien ­Kunden nicht sofort angeboten, da sie zunächst im Material-­Einstand teurer als pulverförmige ­Produkte erscheinen. Vergleicht man ­jedoch organische und mineralische Putzsysteme in der Summe genauer, wird schnell deutlich, dass die organischen Systeme in der Gesamt­kalkulation Vorteile bieten. Diese guten Argumente beziehungsweise entsprechenden ­Attribute beim Beratungs­gespräch für organisch lauten: sauber, schnell, sicher.

Saubere Sache
Da organische Spachtelmassen im ­Gebinde bereits verarbeitungsfertig ­geliefert werden, entsteht keine Staubbelastung beim Anrühren des Materials. Auch »fliegen« keine leeren Säcke am Objekt umher, so dass die Baustelle einfach sauberer bleibt. Zudem entsteht kein Materialverlust bei eventuellen ­Arbeitsunterbrechungen, da die Gebinde wieder verschlossen werden können und dadurch das Material nicht aushärten kann.
Hochwertige organische Ober­putze ­besitzen eine geringe Verschmutzungsneigung und einen gleichzeitig vor­beugenden Schutz gegen Pilz- und ­Algenbefall. Die Fassadenfläche bleibt so nachweislich deutlich länger sauber und optisch ansprechend. Um vergleichbare funktionale Eigenschaften mit ­einem mineralischen Putzaufbau er­zielen zu können, wäre ein zweifacher ­Anstrich mit einer entsprechend hochwertigen, ausgerüsteten Fassadenfarbe notwendig.

Schnelle Verarbeitung
Bei organischen Spachtelmassen ­genügen vor der Verarbeitung ein kurzes Aufrühren und bei Bedarf eine ­Viskositätsanpassung mit Wasser. Vor Arbeitsbeginn können alle Gebinde ­entsprechend vorbereitet und auf dem Gerüst verteilt werden. Bei pulver­förmigen Materialien ist während des Anrührens stets eine Reifezeit von ­einigen Minuten einzuhalten. Danach muss der Mörtel nochmals durchgerührt werden. Selbst wenn diese Reifezeit häufig nicht als notwendig erachtet wird, so ist sie doch erforderlich, damit die Inhalts­stoffe im Pulvermaterial mit dem ­Wasser reagieren können. Erst das stellt gleichmäßige Materialeigenschaften und eine homogene Viskosität während der Topf- beziehungsweise Verarbeitungszeit sicher.

Sicherheit gegen Rissbildung
Der große Vorteil organischer ­Armierungsmassen besteht durch die spezielle Formulierung der Kunststoffvergütung in einer sehr hohen Flexi­bilität, ­extremen Dehnfähigkeit und ­hohen ­Sicherheit gegen Rissbildung. Dadurch ist in der Regel eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber mög­lichen Stoßbelastungen und auch bei thermischer Aufheizung durch ­Sonneneinstrahlung gegeben. Das ist gerade bei den im Trend liegenden ­häufig gewünschten dunklen Farbtönen auf WDVS wichtig. Beim Einsatz von Thermo San-Fassadenputz NQG ist außerdem eine hohe Farbbrillanz und sehr gute Farbtonbeständigkeit (Klasse A1) gesichert. Dieser organische Leichtputz zeichnet sich zusätzlich durch ­einen sehr geringen Materialverbrauch (minus 20 Prozent) und eine leichtgängige Verarbeitung aus.

Fazit
Vor dem Beratungsgespräch ist es ­wichtig, alle Rahmenbedingungen für das WDVS auf das jeweilige Objekt abzustimmen, da nur dann ein optimales Ergebnis möglich ist. Dabei sollte nicht nur der Materialpreis der einzelnen ­Produkte im Vordergrund stehen, ­sondern vielmehr eine Gesamtbetrachtung stattfinden. Durch den häufig ­geringeren Materialverbrauch bei hochwertigen, organischen Materialien und der Zeit­ersparnis bei der Verarbeitung ist das Gesamtsystem in der Regel nicht teurer als ein WDVS mit mineralischem Aufbau. Mit dem organischen Putzaufbau bietet der Fachhandwerker seinem ­Kunden aber zu einem vergleichbarem Preis das qualitativ hochwertigere und widerstandsfähigere WDVS an.
Um vergleichbare Eigenschaften wie ­erhöhten Schutz gegen Pilz- und Algenbefall und optimale Farbtonbeständigkeit zu ­erzielen, wären bei minera­lischen Putzaufbauten zudem zwei ­Arbeitsschritte für den Anstrich notwendig. Das bedeutet im Umkehrschluss durch längere Stand- und Trocknungszeiten zwischen den einzelnen Arbeitsgängen verlängerte Rüstzeiten und ­erhöhten Arbeitsaufwand für den Handwerker. Durch den Einsatz organischer Putzsysteme bietet das Fachhandwerk Kunden ein langlebiges und nachhaltig sicheres System an, das auch im Hinblick auf seine effiziente Verarbeitung vorbildlich ist.

Martin Huhn,
Produktbetreuer im Bereich Fassaden- und Dämmtechnik Caparol GmbH

Abbildungen: Carapol Farben Lacke Bautenschutz                                                                                   Ausgabe: 2/2012

  1. Caparol-Putz-1 Ausbau und Fassade - Sauber, schnell, sicher
  2. Caparol-Putz-2 Ausbau und Fassade - Sauber, schnell, sicher
  3. Caparol-Putz-3 Ausbau und Fassade - Sauber, schnell, sicher
  4. Caparol-Putz-4 Ausbau und Fassade - Sauber, schnell, sicher