01. Januar 2016

Persönlicher Sternenhimmel

Belz_6 Ausbau und Fassade - Persönlicher Sternenhimmel

Ein Schwimmbad in einem Privathaus ist ein exklusiver Raum. Das Bonner Stuckateurunternehmen Belz half einem Bauherren, seine individuellen Träume im Bad wahr werden zu lassen.

»Ursprünglich sollten wir nur die Innendämmung in der Schwimmhalle machen. Aber dann wurde der Auftrag immer weiter aufgestockt. Zum Schluss hatten wir im ganzen Haus und an der Fassade zu tun. Alles vom Feinsten und viel Stuck«, erzählt Michael Christmann ­begeistert.
Der Geschäftsführer des Stuckateur­unternehmens Belz in Bonn hat die umfangreichen Renovierungsmaßnahmen in einem Fotobuch dokumentiert und dem Bauherren als Erinnerung geschenkt. Das erste Kapitel handelt vom Schwimmbad und den Stuckateurs­arbeiten – von der Innendämmung bis zur abgehängten Decke mit dem Sternenhimmel. Dieser Himmel ist im wahrsten Sinne des Wortes das Highlight. Darin funkeln fast 2000 Sterne und bilden die sechs Tierkreiszeichen der Bauherrenfamilie.

Bei der Sanierung und Renovierung
eines großen Einfamilienhauses in ­einem der teuersten Wohnviertel Bonns hat der Bauherr Träume Wirklichkeit werden lassen. Im Untergeschoss ist ­dabei der Wellness-Bereich mit Schwimmbad und Sauna vorgesehen. Der Architekt zielte mit seinem Entwurf auf ein hochwertiges und edles Ambiente mit klassischen Stilelementen. Das war gestalterisch wie technisch ­eine Herausforderung.
Zunächst war im Bereich des Schwimmbeckens eine Unterkellerung notwendig. Für die Statik sorgten zwei Betonstützen. An Decken und Wänden war eine Innendämmung mit Dampfsperre vorgesehen. Zum einen wird damit die Oberflächentemperatur der Wand- und Deckenflächen erhöht und für Behaglichkeit gesorgt. Zum anderen wird verhindert, dass auch bei hoher Luftfeuchtigkeit die dahinter liegende Baukonstruktion trocken bleibt.
Das Stuckateurgeschäft Belz erhielt hierfür den Auftrag und verwendete dabei Produkte, die speziell für den Schwimmbadbau im System angeboten werden. Die Innendämmung besteht dabei aus EPS-Dämmplatten mit einer Aluminiumkaschierung als Dampfsperre. Die Platten wurden an Wände und Decken geklebt und gedübelt. Für die notwendige Dichtheit sorgen im Stoßbereich ein überlappender Metallstreifen und bei den Dübelköpfen spezielle Abdeckungen. Aber erst die sorgfältige Arbeit und die Qualitätskontrolle durch einen dafür beauftragten Mitarbeiter führt zu einem sicheren Ergebnis.
Anschließend wurde der Putz in zwei Lagen aufgetragen. Die Oberbeschichtung wurde in vier bis sechs Arbeitsgängen aufgespachtelt.

Decken in Vorfertigung und Finish vor Ort
Der Leistungsbereich wurde dann immer mehr erweitert. Das Deckenfeld über dem Schwimmbad wurde im Maßstab 1:1 bemustert. Orientierungshilfe hierfür bot eine Entwurfszeichnung des Planers. Die Decke besteht aus einer korrosionsgeschützten Unterkonstruk­tion und Feuchtraumpaneelen. Die Randabstufung und Stuckprofile wurden aus feuchtebeständigen und leichten Glasschaumelementen angefertigt. Der Randbereich nimmt zudem die Lüftung und die LED-Beleuchtung auf.
Der Sternenhimmel entstand in Zusammenarbeit verschiedener Gewerke in detaillierter Kleinarbeit. Zunächst wurde ein CAD-Plan für die Motivverteilung auf den Platten entworfen.
Während auf der Baustelle die unterschiedlichen Glasfasern und die Unterkonstruktion eingebaut wurden, liefen parallel in der Werkstatt die Vorbereitungen an den Platten. Zunächst wurden diese Oberflächen verspachtelt und an den benachbarten Schreinereibetrieb übergeben. Dort wurden die rund 2000 Löcher einzeln eingemessen und per CNC-Fräse in die nummerierten Platten eingebohrt – und zwar in drei verschiedenen Durchmessern von 1,1 mm bis 3,1 mm. Die Kunst dabei war, die Motive so auf den Platten zu verteilen, dass die Löcher nicht zu nahe an den Randbereichen lagen, denn dies bedeutete beim Spachteln mehr Aufwand. Das gelang nicht immer.
Auf der Baustelle wurden die Platten Stück für Stück zusammen nach Ver­legeplan eingebaut. Hilfreich war ein Plattenlift, denn die Glasfasern mussten durch die Löcher geführt werden – und zwar in der richtigen Zuordnung. Entsprechend gestaltete sich die Montage der Platten wesentlich länger als üblich.
Die restlichen Spachtelarbeiten an der Decke waren trotz guter Vorbereitung sehr umfangreich, denn um die aus der Decke hängenden Glasfasern musste herumgespachtelt werden. Dabei sollte aber eine ebene Oberfläche erzielt werden. Im Randbereich war sogar eine Oberflächenqualität Q4 gefordert. »Meine Mitarbeiter erbrachten dabei eine handwerklich höchst anspruchsvolle Leistung«, lobt Christmann. Die Deckenfläche wurde abschließend in Himmelblau lackiert. Erst danach wurden die Glasfasern oberflächenbündig abgelängt.
Aber damit waren die Arbeiten im Feuchtraum noch nicht beschrieben. Christmann hat noch mehr im Repertoire, war er doch mit seinem Unternehmen bereits bei drei weiteren Schwimmbädern für den Stuck, Putz und Trockenbau verantwortlich. Aus den beiden Betonpfeilern wurden ­Säulen gemacht. Dazu wurde die Oberfläche abgestuckt und Sockel und Kapitelle aus Zementmörtel plastisch ausgeformt. Aus gestalterischen Gründen wurden zwei weitere Säulen nachgebaut. Im nebenliegenden Saunabereich empfahl er eine schwarze Spanndecke, die zusammen mit dem weißen Marmorboden wie ein Spiegel wirkt. Der ­Effekt: Die Raumhöhe scheint sich zu verdoppeln.

pd

Abbildungen: Belz                                                                                                                    Ausgabe: 9/2103

  1. Belz_1 Ausbau und Fassade - Persönlicher Sternenhimmel
  2. Belz_2 Ausbau und Fassade - Persönlicher Sternenhimmel
  3. Belz_3 Ausbau und Fassade - Persönlicher Sternenhimmel
  4. Belz_4 Ausbau und Fassade - Persönlicher Sternenhimmel
  5. Belz_5 Ausbau und Fassade - Persönlicher Sternenhimmel
  6. Belz_6 Ausbau und Fassade - Persönlicher Sternenhimmel