01. Januar 2016

Premiumdecken am Belvedere

Vogl_Decken-3 Ausbau und Fassade - Premiumdecken am Belvedere

In Wiens Botschaftsviertel, dem vierten Bezirk, ragt an der Ecke Prinz-Eugen-Straße das Bürogebäude am Belvedere heraus. Im Zuge einer Generalsanierung sind die geräumigen Büroräume mit einer ­Kassettendecke ausgestattet worden.

Straßenbahngleise säumen das Straßenbett vor dem Bureau am Belvedere. Das schnörkellose und elegante Bauwerk hat eine Garage mit 168 Stellplätzen. ­Gelegen an der Prinz-Eugen-Str. 8 - 10, mitten im vierten Bezirk der österreichischen Hauptstadt, der im Volksmund auch als Botschaftsviertel bezeichnet wird, sind es nur wenige Schritte in die Wiener Innenstadt.
Der Bürokomplex mit einer Fläche von zirka 12500 m² ist im Stil der 1970erJahre des vergangenen Jahrhunderts erbaut worden. Nach all den Jahren war eine Generalsanierung notwendig.
In der Zeit von November 2010 bis ­Oktober 2011 wurde das Bauwerk general­saniert. Dabei wurde besonders auf die Energiebilanz des Gebäudes, auf den Nutzerkomfort und auf eine ­moderne Haustechnik Wert gelegt.

Arbeiten im Green Building
Das als »Green Building« ausgewiesene Bauwerk ist nicht nur in die von der ­europäischen Kommission geförderte Umweltschutzinitiative zur Reduktion des Energieverbrauches in privaten und öffentlichen Dienstleistungsgebäuden des Europäischen Green Building-Programmes einbezogen, sondern nimmt auch am LEED Award (Leadership in Energy and Environmental Design) des U.S. Green Building Council teil.
Verliehen wird diese Trophäe an Baukonstruktionen, die ein weltweit anerkanntes Verfahren zur Messung der Nachhaltigkeit erfüllen. Es handelt sich hier um strengste Standards in den ­Bereichen Standardkonzept, Wasser- und Energieverbrauch, Schutz der Erdatmosphäre, Verwendung von Baustoffen sowie Innenausbau.

Auffällige Säulenkonstruktion
Der Eingangsbereich wird von einer ­mittigen Säulenkonstruktion akzen­tuiert. Die markante Fassadengestaltung aus Donaukalkstein ist ein optimaler Wärmeschutz. Die Idee stammt von dem bekannten österreichischen Architekt Martin Kohlbauer, der in seinen preisgekrönten Projekten großen Wert auf die Funktionalität legt. Die Abwicklung des Gesamtprojektes als Generalplaner und die architektonische Ausführung der Büroräumlichkeiten hatte die Cserni und Schifko ZT GmbH unter der Leitung von Architekt Martin Cserni und Baumeisterin Michaela Gigl inne. Für den Trockenbau war das Fachbauunternehmen Böhm GmbH unter der Leitung von Dieter Nyikos verant­wortlich.
Das achtstöckige Gebäudeinnere bietet auf jeder Geschossfläche reichlich Platz — bis zu 1600 m². Zugleich sorgen ein futuristisches Design sowie eine optimale Raumaufteilung dafür, dass sich die »Bürobewohner« an ihrem Arbeitsplatz wohl fühlen. So werden die Räumlichkeiten ebenso mit Frischluft versorgt. Das perfekte Beleuchtungs­konzept mit LED-Einbauspots in den Bürogangflächen sowie die direkte und indirekte Beleuchtung in den Büros ­erzeugen eine wohltuende Helligkeit.

»Premium«-Kassettendecke
Für seine optimale Deckenkonstruktion wünschte sich der Generalplaner eine Kassettendecke. Fündig wurde er beim deutschen Deckenhersteller Vogl Deckensysteme. Das Emskirchner Unternehmen stellte eine Sonderkassettendecke mit verdeckter Kante her. Der Produktmanager Benedikt Roos aus dem Hause Vogl Deckensysteme sagt dazu: »Für jedes Bauobjekt muss eine individuelle Akustikberechnung durchgeführt werden, um dann die bestmögliche Ausführung zu bestimmen.«
Das in dem Bauprojekt eingebundene Trockenbaufachunternehmen Böhm verbaute auf einer Fläche von 4409,28 m² eine Kassettendecke, Ausführung ­»Premium«.

Große Auswahl
Roos fügt an: »Für eine optimale, raumakustische Deckengestaltung gibt es eine große Auswahl an unterschiedlichen Deckensystemen und Schall­absorptionsgraden (αw), welche in ­Absorberklassen von A bis E gegliedert sind: E beginnt bei 0,15, D bei 0,55, C bei 0,60, B bei 0,80 und A bei 0,90. ­Darüber hinaus spielt ebenso der Lochflächenanteil eine große Rolle, der sich auf die Akustik auswirkt. Fazit: Je höher dieser ist, umso besser ist meist auch die Schallabsorption.«
Die verbaute ­Kassettendecke in den Büroräumen ist mit einer glatten, beschichteten weißen Oberfläche ver­sehen. Ihre Akustikfelder in den Maßen 625 x 1250 mm haben aufgrund des Lochbildes von 8/18 Q ­einen Lochflächenanteil von 19,8 Prozent. Auf der Rückseite ist ein schwar­zes Akustikvlies aufgebracht, das den Schall sehr gut absorbiert.  

Perfekter Halt: T-Tragschienensystem
Zur Befestigung der Kassettendecke musste zuerst eine Unterkonstruktion an der Rohdecke installiert werden. Die dazu vorgesehenen Hängeleuchten ­wurden in einigen Bereichen direkt von dieser abgehängt oder mit Hilfe von Seilen durch die Löcher der Gipskartonplatte gefädelt. Im weiteren Arbeits­ablauf montierte das Trockenbau­fachunternehmen an die Unterkonstruktion die Kassettendecke an einem T-Tragschienensystem. »So gelang es, ein homogenes Deckenbild zu schaffen und einen guten Übergang zur glatten Decke zu erreichen«, führt Dieter Nyikos aus.
Das Kassettendeckensystem ist revisionierbar, sodass sich beispielsweise auch Lautsprecher oder sonstige Einbauten nachträglich integrieren lassen. Somit bieten sie eine Lösung für ein maßgeschneidertes Deckenbild in Verbindung mit einem schalltechnisch hochwirksamen gelochten Deckensystem, »das in punkto Schallabsorption höchste ­Ansprüche erfüllt«, fasst der Produkt­manager den Vorteil dieser Decken­konstruktion zusammen.

Abbildungen: Vogl                                                                                                                Ausgabe: 5/2012

  1. Vogl_Decken-1 Ausbau und Fassade - Premiumdecken am Belvedere
  2. Vogl_Decken-2 Ausbau und Fassade - Premiumdecken am Belvedere
  3. Vogl_Decken-3 Ausbau und Fassade - Premiumdecken am Belvedere
  4. Vogl_Decken-4 Ausbau und Fassade - Premiumdecken am Belvedere