01. Januar 2016

Flexibel und ruhig

Knauf_Muenchen_2 Ausbau und Fassade - Flexibel und ruhig

Eine große Wohnungsbaugesellschaft der Stadt München sparte bei einer ­kostenbewusst realisierten Wohnanlage im Stadtteil Berg am Laim nicht an ­Design und Ausstattung. Der Schallschutz spielte dabei auch eine große Rolle.

Als große Wohnungsbaugesellschaft ­der Stadt München verwaltet die GWG Städtische Wohnungsgesellschaft ­München mbH derzeit 27000 Wohn­-ein­heiten. Rund 100 davon werden jährlich umfassend modernisiert. Weitere 350 Einheiten entstehen jedes Jahr neu.
In diesem Jahr gehört zu jenen Neuzugängen eine Wohnanlage in der Echardinger Straße inmitten des GWG ­München-Sanierungsgebiets Berg am Laim. Als sozial geförderter Wohnungsbau wurde die Anlage zwangsläufig ­kostenbewusst realisiert – doch am ­Design und an der Ausstattung hat die GWG München nicht gespart.
Das städtebauliche Konzept der Siedlung ging aus einem Architekturwett­bewerb hervor. Die Planung des Ensembles selbst stammt vom Büro Zimmermann + Partner aus Cottbus. Die Architekten sahen zwei Bauteile vor, einen mit 40 Wohnungen, darunter 25 Einraum-, zwei Zweiraum-, fünf Dreiraum- und acht Vierraumwohnungen sowie ­einen zweiten mit 34 Wohnungen, die allesamt größer sind und sich daher ­bevorzugt für Familien eignen.

Laubengangfassade
Dabei gingen die Planer ungewöhnliche Wege, um möglichst hohen Wohnkomfort zu erzielen: »Weil die Echardinger Straße sehr laut ist, haben wir die Einraumwohnungen zum Garten ausgerichtet und sie von außen – also auf der Straßenseite – über einen Laubengang erschlossen«, informiert Architekt Frank Zimmermann. »Vor diesen Laubengang haben wir eine Laubengangfassade ­gesetzt, sodass die Bewohner auf dem Weg in ihr Zuhause gegen die Witterung geschützt sind.« Auch energetisch ist der Neubau vorbildlich: Beide Bauteile unterschreiten die Werte der EnEV 2009 deutlich.
Die Außenwände bestehen bis zum zweiten Obergeschoss aus Porenbeton. Das ­dritte Obergeschoss ist aus Stahl­beton erstellt und zusätzlich mit einem Wärmedämm-Verbundsystem ausgestattet. Für die tragenden Innenwände kamen im Erdgeschoss sowie im ersten und zweiten Obergeschoss Stahlbetonfertigteile zum Einsatz.

Wandaufbau in Leichtbauweise
Dort, wo Massivbauweise nicht ­zwingend nötig war – bei den nicht ­tragenden Innenwänden und bei den ­Wohnungstrennwänden im dritten Obergeschoss – entschied sich der Bauherr zusammen mit den Planern für die zeitgemäße Form des Wandaufbaus in Leichtbauweise. »Wir lieben schnelle Bauzeiten und möglichst wenig Feuchtigkeit im Bau, daher verwenden wir, wo es geht, Betonfertigteile und Gips­plattenwände. Das entspricht unserer Philosophie«, erklärt Zimmermann diese Wahl. »Zudem war dem Bauherrn sehr wichtig, dass die Grundrisse im Lebenszyklus des Gebäudes verändert werden können«, fährt er fort. Der Wohnungsbauträger setzt in seinen Projekten mittlerweile gezielt Gipsplattensysteme ein. »Aus Gründen der Flexibilität haben wir auch in der Echardinger Straße ­überall dort, wo Massivbau nicht zwingend nötig war, Leichtbauwände mit Gipsplatten geplant«, betont der Architekt. »Damit lässt sich das Gebäude, falls dies irgendwann einmal gewünscht wird, problemlos verändern.«

Zwei Lagen Gipsplatten
Die Innenwände in der Echardinger Straße entstanden nach dem Knauf ­System W 112 als Metallständer­konstruktionen, die beidseitig mit zwei Lagen Gipsplatten beplankt wurden.
Das spart Gewicht, Montagezeit und Platz, der wiederum den Wohnungen zugeschlagen werden kann. Um aus­reichenden Schutz vor Feuchtigkeit ­sicherzustellen, beplankten die Mon­teure der mit den Trockenbauarbeiten beauftragen Firma Gruber Innenausbau-Holzbau GmbH die Wände hinter den Duschen zudem mit Feuchtraumplatten und die wasserführenden Schächte mit »Aquapanel Cement Boards«.
Im dritten Obergeschoss machen ­Wohnungstrennwände in Knauf Trockenbauweise die hier geforderte ­individuelle Grundrissplanung erst ­möglich, da dieses Geschoss vom Grund­rissraster abweicht und daher Baustoffe gewählt werden mussten, ­deren Gewicht die darunter liegenden Ebenen nicht belastet. Für eine solche Aufgabe sind Leichtbauwände aus
Gipsplatten die ideale Lösung.

Hohe Schallschutzanforderungen
Das Gerüst der hierfür gewählten Konstruktionen besteht aus 100er Profilen, deren Zwischenräume mit Dämmung in Ecose-Qualität ausgefacht sind. Weil die Schallschutzanforderungen extrem hoch waren – an den Wohnungstrennwänden liegen Bäder und Küchen, so dass der hier entstehende Geräuschpegel die Nachbarn massiv belasten könnte – entschied sich die GWG München, die Metallständer beidseitig mit je zwei ­Lagen Knauf »Diamant«-Platten zu ­beplanken. Im eingebauten Zustand ­erreicht diese Konstruktion einen R'w-Wert von 55 dB. Die Diamant-Platten gelten darüber hinaus als besonders biegesteif, schlagfest und widerstandsfähig.
In den Bädern hatten die Planer im Spritzwasserbereich entsprechend den gängigen DIN-Normen ursprünglich die Knauf »Greenboard Plus GKBI« als Feuchtraumplatten vorgesehen. Der Bauherr GWG München ließ sie jedoch in den Duschbereichen durch die in punkto Nässeschutz noch höherwer­tigen Perlite »Aquapanel Indoorplatten« ersetzen, um noch mehr Qualität beziehungsweise Sicherheit zu bieten.

Abbildungen: 1.-4. Knauf Gips KG/Ducke       Ausgabe: 12/2012

  1. Knauf_Muenchen_1 Ausbau und Fassade - Flexibel und ruhig
  2. Knauf_Muenchen_2 Ausbau und Fassade - Flexibel und ruhig
  3. Knauf_Muenchen_3 Ausbau und Fassade - Flexibel und ruhig
  4. Knauf_Muenchen_4 Ausbau und Fassade - Flexibel und ruhig