01. Januar 2016

Dünn, leicht und schnell

Weber_1 Ausbau und Fassade - Dünn, leicht und schnell

Im Rahmen einer Komplettsanierung stattete die Waibel GmbH ein Freiburger Wohnhaus mit einer schlanken Trittschalldämmung aus. Moderne System­lösungen und der Einsatz von Maschinentechnik sorgten für reibungslose Abläufe.

Eine Trittschalldämmung verbessert den Wohnkomfort und steigert gleichzeitig den Wert einer Immobilie. Auch Stuckateurmeister Frank Waibel von der ­Waibel GmbH aus Waldkirch hat die Bodensanierung als lukratives ­Geschäftsfeld für sich entdeckt. Mittlerweile hat der Unternehmer bereits viele anspruchsvolle Aufträge erfolgreich ­abgewickelt, zuletzt den Einbau einer Trittschalldämmung in einem Objekt mit Holzbalkendecken. Der Auftrag­geber erwartete nicht nur einen möglichst schlanken und leichten Fuß­bodenaufbau, sondern auch eine zügige Ausführung.
Bei der Komplettsanierung des mehr­geschossigen Privathauses in Freiburg kümmerte sich die Waibel GmbH nicht nur um die Fassadenarbeiten, sondern erhielt außerdem den Auftrag, eine Fläche von zirka 100 Quadratmetern mit einer Trittschalldämmung zu ver­sehen. Eine besondere Herausforderung stellte dabei die Holzbalkendecke dar, die aufgrund ihrer eingeschränkten ­Belastbarkeit einen besonders schlanken und leichten Fußbodenaufbau ­erforderlich machte. Es galt also, den Schallschutz bei minimaler Aufbauhöhe zu optimieren.

Kürzere Einbauzeiten
Frank Waibel wählte für die Ausführung ein schlankes Trittschalldämmsystem in Trennlagenkonstruktion. Das System des Herstellers Saint-Gobain Weber besteht aus einem Leichtausgleich, der 3 Millimeter dicken Trittschall- und Dämm­lagenbahn »Weber floor 4955«, einem Systemgewebe sowie dem Dünnestrich »Weber floor 4365«. Mit einem Gesamt-aufbau von zirka 28 Millimetern inklusive Dämmung ist diese Trittschallkonstruktion deutlich dünnschichtiger und leichter als klassische Estrichkonstruktionen, erreicht aber gleichzeitig ein Trittschallverbesserungsmaß bis zu 19 dB. Darüber hinaus verkürzten sich die Einbauzeiten, da das eingesetzte Material nach dem Einbau schnell wieder begehbar war.

Leicht und schnell zu verarbeiten
Zunächst glich das Waibel-Team mittels Leichtausgleich alle Unebenheiten im Untergrund aus, um anschließend die trittschalldämmende Trennlagenbahn lose auf dem Untergrund zu verlegen. Die kombinierte Tritt- und Trennlagenbahn besteht aus einer Glasfaser-Dämmschicht und ist beidseitig mit PE-Folie kaschiert. Dank selbstklebender Folienüberlappung an den Stößen ­lassen sich die Bahnen problemlos und schnell verlegen. Direkt hierauf wurde der Dünnestrich in einer Schichtdicke von 25 Millimetern aufgebracht. Für die nötige Stabilität sorgte ein Glasfaser-Armierungsgewebe.

Mobile Silotechnik
Um die Wohnungen möglichst schnell wieder nutzbar zu machen, entschied sich Frank Waibel dafür, den Estrich maschinell einbauen zu lassen. Mit dem »Weber Pump Truck«, einem Lkw mit ­integrierter Misch- und Fördereinheit, wurde das Material in konstant hoher Qualität direkt an den Einsatzort ­gepumpt. Das sparte – abgesehen von der Zeit – auch Kraft und Kosten, da ­sowohl der mühsame Materialtransport durch das Treppenhaus als auch jede Form von Schmutz- und Staubbelas­tung durch das Anmischen innerhalb des Gebäudes entfielen.
Beim Einbringen des Estrichs arbeiteten zwei Handwerker der Firma Waibel ­parallel. Ein Mitarbeiter goss den Dünn­estrich in gewünschter Stärke auf den Boden, während der andere mithilfe ­einer Schwabbelstange im Stehen den Dünnestrich bearbeitete. Derweil ­sicherte der Pump Truck-Operator die gleichbleibende Konsistenz und dokumentierte diese im Baustellenprotokoll. Auf diese Weise konnte der Dünnestrich in gerade einmal zwei Stunden auf ­einer Fläche von 100 Quadratmetern eingebaut werden. Bereits zwei Stunden später war der Estrich begehbar. Der Dünnestrich Weber floor 4365 ist nach einer schnellen Trockenzeit von ­einem bis sieben Tagen für sämtliche Oberbeläge verlegereif.

Kunden wollen alles aus einer Hand
Die Idee, sich als Stuckateurbetrieb das Arbeitsfeld Fußbodensanierung zu erschließen, kam Frank Waibel bereits vor über zehn Jahren. »Viele Kunden möchten gerne alles aus einer Hand«, erläutert der Unternehmer. »Auf ihren Wunsch hin haben wir damals die Verlegung von Fließestrich mit in unser Angebot aufgenommen.« Das entsprechende Know-how holte er sich durch gezielte Mitarbeiterschulungen ins Haus. »Die Herausforderung bei Bodenarbeiten bestand anfangs vor allem in der Bewertung von Altuntergründen und dem korrekten Fußbodenaufbau. Schließlich muss die Ebenheit der ­Böden gewährleistet sein«, erinnert sich der Stuckateurmeister. Im Zweifelsfall sichert er sich auch heute lieber noch einmal ab: »Ein wertvolles Nach­schlagewerk ist für mich der Boden­guide von Saint-Gobain Weber. Darin finde ich neben detaillierten Anwendungstipps auch eine übersichtliche Darstellung gängiger Untergrundkonstruktionen und Bodenaufbauten.«

Dünnschichtige Systeme sind gefragt
Die Firma Waibel generiert aktuell etwa fünf Prozent ihres Umsatzes über ­Bodensanierungen. Doch Frank Waibel schätzt, dass sich dies in den nächsten Jahren deutlich steigern könnte. »Immer mehr Bauherren setzen auf die Vorteile dünnschichtiger, schneller Systeme«, so die Beobachtung des 56-Jährigen. ­Genau diese Produkte sind es auch, die Frank Waibel besonders reizen. Der Estricheinbau im Standard-Neubau inte­ressiert ihn eher weniger. »Inzwischen biete ich meinen Kunden Bodensanierungen auch offensiv an, wenn ich vor Ort merke, dass hierfür Bedarf besteht.«
Seine Bodenprodukte bezieht er im ­selben Baustoffhandel wie die Produkte für Fassaden- und Wandarbeiten.

Günter Fischer     Leiter Produktmarketing Boden,
Saint-Gobain Weber

Abbildungen: SG Weber                                                                                                                               Ausgabe: 10/2013

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