01. Januar 2016

Wohnen in Premiumlage

Extra_Goltsteinforum_7 Ausbau und Fassade - Wohnen in Premiumlage

Das »Goltsteinforum« in Köln musste aufwendig saniert werden. Bei dem Bürohochhaus ­wurden zementgebundene Bauplatten verwendet. Das Material erwies sich als ideal, da es als Putz­trägerplatte für direkt beplankte, aber auch hinterlüftete Fassadensysteme einsetzbar ist.

Dunkle Ecken, unsanierte Wohnungen, fantasielose Fassaden: Der Gewerbe- und Wohnkomplex an der Goltsteinstraße in Köln, errichtet in den 1970er-Jahren, war unansehnlich geworden und verwaiste zusehends. Für die Anlage spricht allerdings die sehr gute Lage zur Innenstadt und zum Rheinufer. Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und die Verkehrsanbindungen bilden eine dichte ­Infrastruktur.
Um dieses Potenzial zu nutzen, wurde der gesamte Komplex saniert. Städtebaulich wurden die Ziele verfolgt, das Angebot an Mietwohnungen zu ­erhöhen und das Nahversorgungs­zentrum für mehr als 10000 Einwohner im Umkreis zu verbessern. Dazu gehören heute ein neu gestaltetes Einkaufs­zentrum und das neu errichtete Wohncarrée Altenburger Straße mit 68 Neubau-Mietwohnungen. »Umgenutzt« wurde ein Bürohochhaus von 1974, das in 80 Wohnungen umgewandelt wurde. Um einen zentralen Platz gruppieren sich nun Geschäfte sowie Dienstleis-tungsbüros und eine Tiefgarage bietet jetzt mehr als 500 Stellflächen.  

Balkone in die Fassade integriert
Das elfgeschossige Bürohochhaus stand bei Projektbeginn nahezu leer und ­stellte an Architekten und Statiker höchste Anforderungen, um das ­Bestandsgebäude neu zu erschließen und aus den Büros niveauvolle Wohnungen mit Balkonen zu schaffen. Das Erdgeschoss des Gebäudes wird heute gewerblich genutzt. Auf allen anderen Geschossen befinden sich jeweils acht unterschiedlich große Wohnungen in gehobener Ausstattung mit ent­sprechend großzügigen Balkonen von 22 beziehungsweise 14 Quadratmetern, die nachträglich an das Gebäude angebracht wurden und so die Wohnungen wesentlich aufwerten.
Die einfachste Möglichkeit neue Bal­kone zu bauen, besteht darin, Stützen vor die Fassade zu setzen. Anbau­balkone hingegen setzen zwar statisch intakten Baubestand voraus, lassen sich jedoch wesentlich besser in das ­Gesamtbild des Gebäudes integrieren. So auch beim Goltsteinforum: Die ­Planung sah vor, die Balkone optisch komplett in die Fassade zu integrieren, anstatt eine der üblichen Verfahren zu wählen, welche die Art der Konstruktion sichtbar lassen.

Im Gebäude verankert
Die Balkonunterkonstruktionen wurden komplett vom Schlosser vorgefertigt und auf die Baustelle geliefert. Die Wandanschlüsse erfolgten über Stege, im Gebäude verankert, als nachträgliche Wandaufhängung. Um diese Schlosserkonstruktion auch optisch in die Oberfläche des Hauses integrieren zu ­können, hatte der Bauherr zur Verkleidung bereits eine Lösung vorgeschlagen, die witterungsbeständig ist und den Kunstharzputz der Wandaußengestaltung aufnehmen kann: »Aquapanel ­Cement Board Outdoor«.

Witterungsbeständige Putzträgerplatte
Diese zementgebundene Bauplatte von Knauf Perlite ist ein sehr langlebiger Baustoff, der einen soliden und trockenen Untergrund bildet und selbst extremen Witterungseinflüssen sowie Frost-Tau-Wechsel standhält. Für das Goltsteinforum eignet sich das Material insbesondere dadurch, dass es als Putzträgerplatte nicht nur für direkt beplankte, sondern auch für hinterlüftete Fassadensysteme einzusetzen ist. Die in der Gebäudeaußenwand befestigte Schlosserkonstruktion wurde quasi dreiseitig mit dieser Bauplatte »eingepackt« – außen, innen und im ­Balkondecken-bereich.

Montage der Innen- und Außenseiten
Die Schlosserkonstruktionen wurden nach der Aufhängung am Gebäude mit einem korrosionsgeschützten Ständerwerk mit einem Ständerachsabstand von 625 mm versehen, die auf der ­Innen- und Außenseite der Balkone ­jeweils einlagig mit der biege- und stoßfesten Bauplatte beplankt wurde, befestigt mit Aquapanel Maxischrauben. Die Schrauben wurden zuerst in die Mitte der Platten geschraubt, dann ­diese zu den Rändern hin befestigt. Die Bauplatten wurden horizontal angebracht mit einem Abstand von 3 bis 5 mm. Nachdem auf der Außenseite die Fugen mit dem zum Aquapanel-System gehörenden Produkt Fugenspachtel
grau verspachtelt waren, konnte die Fassadengestaltung des kompletten Hauses fertiggestellt werden, ein­schließlich dem Abschluss mit einem Kunstharzputz.
Einfache Deckenkonstruktion.
An den Decken der Balkone erfolgte die Montage der Zementbauplatten an ­einer korrosionsgeschützten Trage­konstruktion, mit Noniushängern von den Grundprofilen abgehängt und mit einem Abstand von 312,5 mm. Die ­Befestigung erfolgte durch 25 Maxi-Schrauben pro Quadratmeter Platte. Die Decken an sich sind geschlossen, haben aber ein umlaufendes Schattenprofil von 1,5 cm zum Mauerwerk hin mit ­einem Putzabschlussprofil. Bei Kons­truktionen dieser Art ist außerdem alle 15 m eine Dehnfuge erforderlich. Auch die senkrechte Platte zur Decke hin wurde mit einer Schattenfuge versehen.

Weiterverarbeitung Decken und Innenseiten
Bei den Decken und Innenseiten der Balkone, die abschließend mit einem Farbanstrich versehen werden sollten, wurden anschließend die Fugen mit Aquapanel-Fugenspachtel grau geschlossen und das 33 cm breite Armierungsband in die Spachtelmasse ein­gearbeitet. Auch alle Schraubenköpfe wurden verspachtelt. Für die voll­flächige Armierung erfolgte ein Auftrag des Klebe- und Armiermörtels, in den das Aquapanel-Gewebe zirka ein Drittel tief eingebettet wurde. Nach kurzer Trocknungszeit (etwa 24 Stunden) konnte bereits die Grundierung aufgetragen und damit der Anstrich vorbe­reitet werden. Bei den Balkoninnen­seiten wurden zusätzlich die Ecken mit Eckprofilen versehen.

Freier Blick durch Handläufe
Um die vorgeschriebene Höhe der Balkonbrüstungen zu erreichen, weiterhin aber auch den großartigen Blick auf die Stadt zu ermöglichen, waren aufge­setzte Handläufe auf der Balkoninnenseite eingeplant worden.
Für die stabile Befestigung hatte der Schlosser bei den Unterkonstruktionen bereits Halterungen in Form von Bolzen angebracht.
Um die Halterungen durch die Zementbauplatten zu führen, wurden diese an den vorgesehenen Stellen mit einer Loch­fräse vorgebohrt, dann die Platten montiert. Zur Abdichtung dieser ­Durchführung wurden zuerst die Gewinde­stäbe abgeklebt, Fugenspachtel um die Stäbe aufgetragen und ­abschließend mit einer Silikonfuge ­geschlossen.

Gewichtseinsparung
Die fertiggestellten Balkone sehen aus wie massive Konstruktionen, sparen aber mit Aquapanel Cement Board ­Outdoor — bei gleicher Optik und Stabilität wie Mauerwerk – bis zu 65 Prozent ­Gewicht ein. Auch die einfache ­Montage spricht für den Einsatz der ­zementgebundenen Bauplatte: Ein ­Vorbohren ist bei der Befestigung nicht erforderlich. Und durch Ritzen und ­Brechen ist die Platte vor Ort schnell auf ein gewünschtes Maß zu bringen. »Wir hatten aktiv ein wetterbeständiges Material gefordert, das darüber hinaus zur Objektoberfläche passen musste und gleichzeitig wirtschaftlich ist«, so ­Markus Orlik von BMP Baumanagement. »Alle diese Anforderungen werden von Aquapanel Cement Board Outdoor ­erfüllt.« 

Abbildungen: 1, 2, 6: Knauf Perlite/Reinsch                                                                 Ausgabe: 5/2012

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