23. Juni 2008

ECOLA: Putz im Fokus von Architekten aus zehn Nationen

Vom 5. bis 7. Juni fand zum zweiten Mal die European Conference of Leading Architects (ECOLA) statt. Im portugiesischen Guimarães diskutierten 33 führende europäische Architekten und Architekturjournalisten Anwendungsmöglichkeiten und neue Gestaltungspotenziale des Werkstoffs Putz. Höhepunkt der Konferenz war die Verleihung der ECOLA-Awards, mit denen die europaweit bemerkenswertesten Gebäude der vergangenen Jahre ausgezeichnet wurden, bei deren Gestaltung Putz eine wesentliche Rolle spielt.


Mit der »European Conference of Leading Architects« fand der ECOLA-Award 2008 seinen Abschluss. Zum zweiten Mal nach 2006 hatten die Sto AG und der Bundesverband Ausbau und Fassade im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes diesen Wettbewerb europaweit ausgelobt. Zur Konferenz eingeladen waren alle Preisträger, die Mitglieder der Nominierungsjury, die Auswahljuroren, die im Frühjahr über Sieger und Platzierte entschieden hatten, sowie internationale Architekturjournalisten.


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35 Architekten – Sieger und Juroren des Wettbewerbs 2008 – und Architekturjournalisten aus zehn europäischen Ländern trafen sich vom 5. bis 7. Juni im nordportugiesischen Guimarães zur zweiten »European Conference of Leading Architects«, kurz: ECOLA.


Die ökonomische und ökologische Notwendigkeit, immer energieeffizienter zu bauen, hat in den vergangenen Jahren die Fassadentechnik entscheidend beeinflusst. Erstmals wurde im Rahmen des ECOLA-Award 2008 daher ein Sonderpreis für CO2-optimiertes Bauen vergeben, der an Stefan Forster Architekten Frankfurt/Main ging. Das Büro wurde für seine beispielhafte Sanierung einstiger Platten-Großwohnungsbauten in Leinefelde/Thüringen ausgezeichnet. Daneben kürten die Juroren unter dem Vorsitz von Prof. Roger Riewe, Graz, drei Preisträger und vergaben drei Lobende Erwähnungen (www.ecola-award.eu) unter den 149 Teilnehmern, die von 15 Auswahljuroren aus zehn europäischen Ländern nominiert worden waren.


Stefan Forster war es auch, der die diesjährige Konferenz mit seinem Vortrag »Sich den Realitäten stellen, um die Herausforderungen bewältigen zu können« eröffnete. Darin mahnte er seine Kollegen unter anderem zu mehr Pragmatismus: »Sich den aktuellen Herausforderungen zu stellen, heißt für uns Architekten, nicht grollend auf der Insel der unverstandenen Ästheten zu schmachten, sondern gemeinsam mit der Industrie und der Wohnungswirtschaft an Lösungen für die drängenden Probleme unserer Zeit zu arbeiten«. Bauen mit Putz, so Forster, sei heute in aller Regel gleichbedeutend mit der Verwendung von Fassadendämmsystemen. Auch Jurymitglied Wolfgang Lohbeck, Bereichsleiter Sonderprojekte bei Greenpeace Deutschland, unterstrich die wachsende Bedeutung ebenso energieeffizienter wie nachhaltiger Bausysteme: »Angesichts tausender ungedämmter Altbauten in Europa wird deutlich, welche Arbeit noch vor uns allen liegt. Bei dieser eminent wichtigen Sanierungsaufgabe wird Fassadendämmung ein unentbehrlicher Bestandteil sein.«


In der anschließenden, von Prof. Roger Riewe moderierten Diskussion erörterten die Preisträger die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs. Die Debatte spannte den Bogen von den aktuellen Möglichkeiten des ökologischen und kostengünstigen Bauens über die Zusammenarbeit zwischen Architekt und Industrie bis zu den technischen und gestalterischen Potenzialen zeitgenössischer Putze.


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Die von Prof. Roger Riewe (Riegler Riewe Architekten, Graz) moderierte Diskussion spannte den Bogen von den aktuellen Möglichkeiten des ökologischen und kostengünstigen Bauens über die Zusammenarbeit zwischen Architekt und Industrie bis zu den technischen und gestalterischen Potenzialen zeitgenössischer Putze. Das Podium (v.l.n.r.): Quintus Miller (Miller & Maranta, Basel), Alexander Maybank (MRJ Rundell + Associates, London), Alexander Schwarz (David Chipperfield Architects, Berlin), Cino Zucchi (Cino Zucchi Architetti, Milano), Stefan Forster (Stefan Forster Architekten, Frankfurt a. Main), Jan Soukup (Atelier Soukup, Plzen), Dobroslav Zeman (Dolmetscher), Roger Riewe.



Ebenfalls ganz im Zeichen des Werkstoffs Putz stand schließlich der Praxisteil der Konferenz. Jedem Architekten standen Putz, Pigmente, Füllstoffe, Sande und vieles mehr zur Verfügung, mit deren Hilfe er sein eigenes, individuelles »Putz-Statement« »formulieren« konnte.


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Während des Praxisteils der Konferenz experimentierten die Architekten mit Putz, Pigmenten, Füllstoffen und Sanden; ein »greifbares« Spiel mit Oberflächen und Strukturen.



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Die historische Altstadt Portos bot einen attraktiven Hintergrund für das Besichtigungsprogramm der Konferenztage, das stark von den Arbeiten Alvaro Sizas geprägt war.Auch die von Rem Koolhaas gebaute Casa da Música, ein ganzes Stadtviertel Portos prägender Solitär, wurde ausgiebig in Augenschein genommen. (Foto: Sto AG)




Teilnehmende Architekten der 2. ECOLA-Konferenz


a) Preisträger:

  • Stefan Forster (Stefan Forster Architekten – Frankfurt, D)
  • Dionne Griffith (David Adjaye Architects – London, GB)
  • Quintus Miller (Miller & Maranta – Basel, CH)
  • Michael Rundell + Alexander Maybank (MRJ Rundell & Associates – London, GB)
  • Alexander Schwarz (David Chipperfield Architects – Berlin, D)
  • Jan Soukup (Atelier SOUKUP s.r.o. – Pilsen, CZ)
  • Cino Zucchi (Cino Zucchi Architetti – Mailand, I)

b) Auswahljury:

  • Wolfgang Lohbeck (Greenpeace e.V. – Hamburg, D)
  • Roger Riewe (Riegler Riewe Architekten – Graz, A)
  • Barbara Wolff (JDS Architects – Brüssel, B)

c) Nominierungsjury:

  • Manuel Bailo Esteve (ADD+ Arquitectura – Barcelona, E)
  • Fortunat Dettli (Morger & Dettli – Basel, D)
  • Arne Fentzloff (Architektur 109 – Stuttgart, D)
  • Martin Klein (Steidle Architekten – München, D)
  • Martin Krammer (INNOCAD – Graz, A)
  • Przemyslaw Lukasik (medusa group – Gliwice, PL)
  • David Neuschütz (Tovatt Architects and Planners – Drottningholm, S)
  • Hannes Pfau (UN Studio – Amsterdam, NL)
  • Lorenz Prommegger (x architekten – Linz, A)
  • Boris Redcenkov (A69 – Architekti S.R.O. – Prag, CZ)
  • Jörn Scholz (Auer + Weber + Assoziierte – Stuttgart, D)
  • Wessel Vreugdenhilde (Architecten Cie. – Amsterdam, NL)
  • Walter Wäschle (Atelier WW Architekten – Zürich, CH)