27. Oktober 2008

Baugewerbe erwartet keine »Kreditklemme«

Nach Gesprächen mit Vertretern des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) sowie dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) gibt sich das deutsche Baugewerbe optimistisch, dass die derzeitige Finanzmarktkrise nicht zu einer »Kreditklemme« bei der mittelständischen Unternehmens- und Baufinanzierung führen wird.


»Wir können zwar noch nicht genau abschätzen, wie sich die Nachfrage nach Bauleistungen entwickeln wird, aber nach den heutigen Gesprächen sind wir sicher, dass eine Einschränkung der Kreditvergabe aufgrund der Finanzmarktkrise bei den Hauptbanken des Baugewerbes – den Sparkassen sowie den Volksbanken und Raiffeisenbanken – nicht zu befürchten ist. Auch die Finanzierung von Bauprojekten wird nicht an fehlenden Kreditmitteln scheitern«, erklärte Prof. Dr. Karl Robl, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, am 23. Oktober in Berlin.


Der Vertreter des Bundesverbandes der Volksbanken und Raiffeisenbanken, Volker Stolberg, erläuterte, dass die Volksbanken und Raiffeisenbanken für freie Kreditvergabemöglichkeiten an Unternehmen und Private stünden. »Kreditgenossenschaften verfügen über einen stabilen Einlagenüberhang und sind deshalb weniger abhängig von Refinanzierungen am Kapitalmarkt.« Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Kreditvergabepolitik und Ratinganforderungen schloss er aus.


Diese Haltung nahm auch der Vertreter des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Dr. Steinpaß ein: »Bezüglich der Sparkassen lässt sich eindeutig festhalten: es wird angebotsseitig zu keiner Kreditklemme wegen der Finanzmarktkrise kommen.« Die Sparkassen hätten bis Ende August 39,4 Milliarden Euro an Darlehen an Unternehmen und Selbstständige zugesagt. Das bedeute ein Plus von 13,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch bei der Finanzierung im Wohnungsbau wurden im ersten Halbjahr 2008 17,8 Milliarden Euro Darlehen zugesagt, was ein Plus von 4,4 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr 2007 bedeute.