04. November 2008

»Haus sanieren – profitieren« im Saarland gestartet

Ab sofort bieten die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU/Osnabrück) und das Handwerk mit ihrer Kampagne »Haus sanieren – profitieren!« kostenlose Energie-Checks auch für Ein- und Zweifamilienhausbesitzer im Saarland an. Ministerpräsident Peter Müller ist überzeugt, dass das bundesweite Beratungsprogramm Früchte tragen wird. »Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt leistet damit einen wichtigen Beitrag, um das öffentliche Bewusstsein für einen sparsamen Umgang mit Energie weiter zu stärken«, betonte der Schirmherr. Am 4. November gab er gemeinsam mit dem Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer des Saarlandes, Georg Brenner, und Dr. Markus Große Ophoff, Leiter des Zentrums für Umweltkommunikation der DBU, den offiziellen Kampagnenstart im Saarland bekannt.


Nach einer Pilotphase 2007 breitet die DBU die Initiative Schritt für Schritt bundesweit aus. Insgesamt bieten bereits über 5.500 Betriebe aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern den unverbindlichen Energie-Check an. Im Saarland sind es zurzeit schon etwa 30 Handwerker.


Ziel von »Haus sanieren – profitieren« sei es, Hausbesitzer zu motivieren, ihre Immobilien fit für die Zukunft zu machen, so Große Ophoff vor der Landespressekonferenz. Schließlich würden sanierte Häuser Energie sparen und die Umwelt schonen.


»Von den rund 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland sind etwa zwölf Millionen vor 1984 gebaut worden und zu großen Teilen sanierungsbedürftig. Es ist höchste Zeit, dass wir uns verstärkt um Gebäude im Bestand kümmern«, betonte er. Schon heute verbrauche eine Durchschnittsfamilie 80 Prozent ihrer Energie im Haushalt fürs Heizen – bei weiter steigenden Kosten. »Privathäuser verbrauchen etwa genauso viel Energie wie der Verkehr oder die Industrie hierzulande«, sagte Große Ophoff.


Mit zusätzlichen Dämmungen, neuen Fenstern oder einer modernen Heizungsanlage lasse sich das ändern. Mit Sanierungen, die durch »Haus sanieren – profitieren!« angestoßen würden, könnten private Haushalte bundesweit jährlich bis zu 135.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen.


Die Energie-Checks der Handwerksbetriebe können nach Ansicht von Große Ophoff eine neutrale und ausführliche Fachberatung und Energieausweise nicht ersetzen. »Sie sind aber für Eigentümer eine Initialzündung für weitere Überlegungen zur energetischen Modernisierung der eigenen vier Wände.« Der Check vermittle als Einstieg ins Thema einen groben Eindruck über den Zustand des Hauses.


Die Voraussetzungen für einen Erfolg der Kampagne sind nach Müllers Worten im Saarland gut. »Wir können hier auf konkrete Projekterfahrung bauen«, sagte er mit Blick auf die seit 2007 im Saarland existente Informationskampagne »Clever saniert!«. Diese laufe in Kooperation mit dem Umweltzentrum der Handwerkskammer des Saarlandes und der ARGE Solar. Das Ziel der Informationskampagne »Clever-saniert!« bestehe darin, Hausbesitzer durch telefonische und persönliche Beratung auf das große Potenzial von Energieeinsparmaßnahmen hinzuweisen und über die verschiedenen Maßnahmen und Fördermöglichkeiten zu beraten. Im Jahr 2007 wurden im Auftrag der Landesregierung ungefähr 2200 Telefonberatungen und mehr als 600 Intensivberatungen zum Thema Gebäudesanierung durchgeführt. Bis zum Jahresende ist für das Jahr 2008 mit schätzungsweise 2600 Telefonberatungen und 800 Intensivberatungen zu rechnen. Diese Zahlen sprächen für sich und belegten eindeutig den Erfolg dieser vor zwei Jahren gestarteten Kampagne der saarländischen Landesregierung. Peter Müller: »Ich freue mich sehr über die neue Kampagne der DBU, die eine sinnvolle Ergänzung der im Saarland bereits existierenden Informations- und Beratungsprogramme zur energetischen Sanierung von Altbauten darstellt.« Nirgendwo sei die Kampagne sinnvoller als an der Saar. Denn schließlich sei das Saarland das Bundesland mit der höchsten Eigenheimquote.

Das Handwerk sei ein kompetenter Partner für die breite Ansprache der Hausbesitzer. Mit der Kampagne könnten Handwerker Aufträge erhalten, Kundenbindungen festigen und Arbeitsplätze sichern. »Wir sehen in der Kampagne eine gute Ergänzung zu unseren bisherigen Aktivitäten vor allem des Saar-Lor-Lux-Umwelt-Zentrums und des Umweltministeriums«, betonte Brenner. Mit der direkten Ansprache der Hausbesitzer könnten Personen informiert werden, die durch die bisherigen Kampagnen nicht erreicht wurden. Bundesweit rechne die DBU mit über 20.000 Kooperationspartnern, so Große Ophoff. Ein typisches DBU-Projekt: Die weltweit größte Umweltstiftung hat mit ihrer Förderung vor allem kleine und mittlere Unternehmen im Fokus.


Brenner ist mit der Resonanz bei den Handwerkern in der Vorbereitungsphase sehr zufrieden: »Die ersten Handwerkerschulungen waren gut besucht. Die Aktion kommt beim Handwerker an«, erläuterte er. Die ersten Handwerker stehen bereits in den Startlöchern, um die kostenlosen Energie-Checks durchzuführen. Und die Zahl steigt: »Wir werden weiter Schulungen zur Kampagne anbieten«, so Brenner. Interessierte Hausbesitzer finden DBU-Kooperationspartner in ihrer Nähe unter www.sanieren-profitieren.de.